Am Montag erfolgte der offizielle Startschuss für den Europacampus Hainburg mit einem feierlichen Spatenstich. Zu den prominenten Gästen zählten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sowie Hainburgs Bürgermeister Johannes Gumprecht. Ebenfalls vor Ort waren Jens Schneider, Rektor der Technischen Universität Wien, Hannes Raffaseder, Geschäftsführer der Fachhochschule St. Pölten, sowie Eduard Halmschlager als Grundeigentümer und Projektentwickler.
"Heute ist ein ganz wichtiger Tag, an dem man spürt: Hier in Hainburg entsteht etwas ganz Großes. Etwas mit Strahlkraft weit über Niederösterreich hinaus", sagte Mikl-Leitner eingangs bei einer Pressekonferenz im Anschluss an den Spatenstich.
Grundstein für neuen Wissensstandort
Laut der Landeshauptfrau lege man mit dem Spatenstich nicht nur einen Grundstein für ein Gebäude, sondern für einen neuen Wissensstandort, für neue Chancen und für eine starke Zukunft dieser Region und Niederösterreichs. "Der Europacampus Hainburg wird ein Ort sein, an dem aus Ideen konkrete Lösungen der Zukunft werden", führte sie weiter aus und sprach davon, dass dieser "Campus ein ganz zentrales Projekt ist, das im Einklang mit unserer Wirtschaftsstrategie 2030+ und unserer Hochschulstrategie 2030+ steht. Dieses Projekt unterstreicht unseren Anspruch: Niederösterreich zu einem der innovativsten und forschungsstärksten Standorte Europas zu machen."
In Zukunft werde am Eurocampus an zentralen Zukunftsthemen geforscht sowie an grünen Technologien und intelligenten Regionen gearbeitet. Das Ziel sei laut der Landeshauptfrau klar: "In Hainburg werden neue Technologien erarbeitet, die echte Probleme lösen – zum Wohle der Gesellschaft. Kurzum: Hier wird nicht über die Zukunft geredet, hier wird die Zukunft entwickelt."
90 bis 100 Millionen Euro
Im Juni 2026 ist der Baustart für den Eurocampus, die Fertigstellung ist für Sommer 2028 anberaumt. "Ein sehr ambitioniertes Ziel. Es werden rund 90 bis 100 Millionen Euro in den Bau investiert, getragen von privaten Investoren. Das Land Niederösterreich investiert 19 Millionen Euro in die Ausstattung der Forschungslabore und wird für den laufenden Betrieb finanzielle Mittel zur Verfügung stellen", so Mikl-Leitner.
In Zukunft sollen hier rund 480 Studierende ausgebildet werden, und rund 200 Arbeitsplätze in der Forschung entstehen. "Für die Region bedeutet dieser Campus mehr Arbeitsplätze, mehr Wertschöpfung und mehr Wohlstand. Ein Leuchtturmprojekt", sagte sie und ergänzte, dass sie besonders stolz auf die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien und der University of Applied Sciences St. Pölten sei, die dem Campus durch ihre europäischen Allianzen eine europäische Dimension geben. "Dadurch wird dieser Campus seinem Namen Europacampus gerecht", erklärte die Landeshauptfrau.
Forschung, Innovation und regionale Entwicklung
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betonte, dass Wissenschaft und Forschung das Leben der Menschen in Niederösterreich besser machen sollen. "Das leisten unsere Fachhochschulen und Bildungseinrichtungen bereits jetzt", so Pernkopf. Mit dem Europacampus Hainburg entstehe eine weitere zentrale Bildungs- und Forschungswerkstatt, die für die Zukunft des Landes von großer Bedeutung sei. Solche Einrichtungen brauche es, um Talente anzuziehen und neues Wissen zu generieren. Ziel sei es, die bestmögliche Infrastruktur zu schaffen und ein Umfeld zu entwickeln, "in dem Zukunft entstehen kann". Dabei gehe es nicht um abstrakte Wissenschaft, sondern um deren konkrete Anwendung im Alltag. Der Europacampus solle sich zu einem Zentrum entwickeln, das weit über die Region hinausstrahlt. Gerade in Forschung und Wissenschaft gelte: Je intensiver die Zusammenarbeit, desto besser die Ergebnisse. "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen", so Pernkopf.
Europäische Vernetzung und wissenschaftliche Exzellenz
Der Europacampus Hainburg steht für eine neue Qualität der Kooperation zwischen Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen. Ziel ist der Aufbau eines international ausgerichteten Bildungs- und Forschungsstandorts mit Fokus auf Zukunftsthemen wie Green Technologies, nachhaltige Innovationen und angewandte Wissenschaft. TU-Wien-Rektor Jens Schneider erklärte, der Europacampus stehe – ebenso wie die TU Wien – für die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Wirkung. Forschungsergebnisse sollen gezielt in innovative Anwendungen überführt werden, im engen Austausch mit Partner:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sowie über nationale Grenzen hinweg. Die starke europäische Vernetzung eröffne neue Perspektiven und mache den Campus zu einem Ausgangspunkt für zukunftsweisende Entwicklungen in Europa.
Leuchtturmprojekt für die Hochschule der Zukunft
Hannes Raffaseder, Geschäftsführer der FH St. Pölten, bezeichnete den Europacampus als "einmalige Chance" zur Etablierung eines beispielgebenden Hubs für hochqualifizierte Talente, kreative Ideen und innovative Lösungen für zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Die Fachhochschule bringe dabei umfassende Erfahrung aus ihrer Rolle als Koordinatorin der European University E³UDRES² ein – insbesondere in der interdisziplinären Zusammenarbeit, der Entwicklung innovativer Lehr- und Lernszenarien sowie im Wissenstransfer. Gemeinsam mit den Partner:innen wolle man den Europacampus zu einem "Leuchtturm für die Universität der Zukunft" entwickeln, der die grenzüberschreitende Region prägt und darüber hinaus Wirkung entfaltet, so Raffaseder.
Impulsgeber für Stadt und Region
Bürgermeister Johannes Gumprecht hob hervor, dass mit dem Spatenstich nicht nur die Geschichte der Stadt fortgeschrieben, sondern ein neues Kapitel aufgeschlagen werde. Der Europacampus werde als "Zukunftsmotor" weit über Hainburg hinauswirken und Lösungen für die Herausforderungen von morgen hervorbringen. Er bedankte sich bei allen Projektbeteiligten für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass die Stadt voll hinter dem Vorhaben stehe und sich darauf freue, künftig die ersten Studierenden begrüßen zu dürfen.
Nachhaltige Entwicklung am Standort
Projektentwickler Eduard Halmschlager erklärte, er blicke "nur mehr in die Zukunft" und freue sich auf die Umsetzung des Europacampus auf dem Areal der ehemaligen Marc-Aurel-Kaserne. Man werde alles daransetzen, das Projekt rasch zu realisieren. Insgesamt entsteht ein innovativer Campus, der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft eng vernetzt und neue Impulse für die gesamte Region setzt. Die geplante Entwicklung durch Nachverdichtung, Erweiterung sowie Bildungs- und Wohnnutzungen in einer nachhaltigen Mischung wird als bedeutender Entwicklungsschritt für die Stadt Hainburg gesehen.
LEADERSNET war beim Spatenstich. Einen Eindruck können Sie sich hier machen.
www.noe.gv.at
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