Die strukturellen Veränderungen im internationalen Brief- und Paketmarkt prägten auch das Geschäftsjahr 2025 der Österreichischen Post. Die fortschreitende Digitalisierung sowie zunehmender Kostendruck bei privaten und öffentlichen Kund:innen führten zu sinkenden Brief- und Werbemengen, während der Paketmarkt weiterhin von starkem Wettbewerb gekennzeichnet war.
Dienstleistungsangebot wurde ausgebaut
Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen sein Dienstleistungsangebot weiter ausgebaut. In Österreich stehen Postservices mittlerweile an nahezu 3.000 Standorten zur Verfügung, so das Unternehmen. International ergänzen rund 14.400 zusätzliche Out-of-Home-Standorte das Netzwerk. Zudem bereitet sich das Unternehmen darauf vor, im April 2026 mit der eigenen Mobilfunkmarke Yelllow an den Markt zu gehen (LEADERSNET berichtete).
Auch im internationalen Paketgeschäft setzte die Post weitere Schritte und übernahm einen Paketdienstleister in Ungarn sowie einen E-Commerce-Dienstleister in der Region CEE/SEE (LEADERSNET berichtete).
"Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und der positiven Sondereffekte im Vorjahr zeigte die Österreichische Post im Geschäftsjahr 2025 eine solide operative Entwicklung", sagte Walter Oblin, Generaldirektor der Österreichischen Post und fügte hinzu: "In Österreich haben wir unser Paketwachstum auch 2025 fortgesetzt und wir konnten unsere führende Marktposition erfolgreich behaupten. Mit einem Anteil von 63 Prozent am Privatkund:innen-Paketmarkt bleibt die Post klare Marktführerin und zentrale Partnerin im heimischen E Commerce."
Umsatz über Niveau von 2023
Die Österreichische Post setzt ihre Transformation im Rahmen der Strategie LEAD 2030 weiter fort. Nach dem deutlichen Umsatzanstieg im Jahr 2024 (LEADERSNET berichtete) entwickelte sich das Geschäft im Jahr 2025 vor dem Hintergrund anspruchsvoller makroökonomischer Rahmenbedingungen solide. Der Umsatz lag mit 3.043,3 Millionen Euro um 2,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, jedoch um 11,0 Prozent über dem Niveau von 2023.
In der Division Brief & Werbepost verzeichnete das Unternehmen gegenüber 2024 einen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent. Gründe dafür sind laut der Post vor allem der strukturelle Rückgang adressierter Briefvolumen durch elektronische Kommunikation sowie das Ausbleiben der positiven Sondereffekte des Vorjahres. Zusätzlich wirkten sich ein zurückhaltendes Investitionsklima, Effizienzmaßnahmen und geringere Werbeausgaben von Unternehmen aus.
Die Division Paket & Logistik entwickelte sich hingegen positiv. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent und lagen um 21,4 Prozent über dem Niveau von 2023. Besonders in Österreich verzeichnete das Paketgeschäft ein Wachstum von 5,8 Prozent.
In Südost- und Osteuropa gingen die Umsätze nach dem starken Wachstum im Vorjahr zurück, das vor allem durch hohe Paketmengen aus Asien im ersten Halbjahr 2024 geprägt gewesen war. Das Geschäft in der Türkei blieb weiterhin von hoher Inflation und Wechselkursschwankungen der türkischen Lira beeinflusst. Zusätzlich wirkten sich im vierten Quartal temporäre Kapazitätseinschränkungen aus.
In der Division Filiale & Bank sank der Umsatz gegenüber 2024 um 8,8 Prozent. Hauptgrund dafür war das Ende der Telekom-Vertriebskooperation. Auch im Finanzdienstleistungsgeschäft führte das gesunkene EZB-Leitzinsniveau zu geringeren Erlösen.
Ergebnis leicht unter Vorjahr
Die Ergebnisentwicklung folgte im Gesamtjahr dem Trend der ersten neun Monate. Das EBITDA sank im Vergleich zu 2024 um 2,2 Prozent auf 413,3 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um 5,0 Prozent auf 196,9 Millionen Euro. Beide Werte liegen jedoch weiterhin über dem Niveau von 2023.
Während im Briefgeschäft ein Ergebnisrückgang sowie eine geringere Profitabilität in Südost- und Osteuropa und in der Türkei verzeichnet wurden, verbesserte sich das Ergebnis in der Division Filiale & Bank, so das Unternehmen.
Die 2020 gegründete bank99 leistete mit rund 300.000 Kund:innen einen positiven Beitrag zum Gesamtergebnis. Insgesamt erzielte die Österreichische Post 2025 ein Periodenergebnis von 134,0 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,96 Euro nach 2,04 Euro im Jahr zuvor.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 15. April 2026 eine Dividende auf Vorjahresniveau von 1,83 Euro je Aktie vor. Das entspricht einer Dividendenrendite von 5,9 Prozent auf Basis des Schlusskurses vom 31. Dezember 2025.
Ausblick auf das Jahr 2026
Die grundlegenden Trends in den internationalen Brief- und Paketmärkten werden nach Einschätzung des Unternehmens auch 2026 bestehen bleiben. Für das laufende Jahr rechne die Österreichische Post mit einem leichten Umsatzanstieg, gleichzeitig jedoch weiterhin mit inflationsbedingten Kostensteigerungen.
Um die Ergebnisentwicklung zu stabilisieren, setzt der Konzern verschiedene Maßnahmen zur Absicherung des Ergebnisniveaus um. Insgesamt wird für 2026 eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung in der Größenordnung der vergangenen Jahre erwartet.
Einen positiven Beitrag soll weiterhin die bank99 leisten, auch durch den Wegfall der bereits erfolgten Kernbankenmigration. Beim Jahresverlauf rechnet das Unternehmen mit einem schwächeren ersten und einem stärkeren zweiten Halbjahr.
Das erste Quartal 2026 wird unter anderem durch die Umstellung der bisherigen Telekom-Vertriebskooperation auf die neue Mobilfunkmarke Yelllow beeinflusst. Zusätzlich wirken sich ein herausforderndes Marktumfeld in Südost- und Osteuropa sowie regulatorisch bedingt reduzierte Paketmengen aus Asien in der Türkei auf das Geschäft aus.
"Dass wir Top-Qualität bieten, verdanken wir vor allem unseren Mitarbeiterinnen, die Tag für Tag mit großer Leistungsbereitschaft und Professionalität arbeiten. Ihnen gilt unser besonderer Dank. Gemeinsam werden wir unsere Position als bevorzugte Partnerin unserer Kundinnen weiter stärken", so Oblin abschließend.
www.post.at
Fakten auf einen Blick (Stand: März 2026)
Umsatz 2025: 3.043,3 Mio EUR (–2,6 % vs. 2024 / +11,0 % vs. 2023).
Ergebnis: EBITDA 413,3 Mio EUR (–2,2 %), EBIT 196,9 Mio EUR (–5,0 %), Periodenergebnis 134 Mio EUR (–8,1 %), Ergebnis je Aktie 1,96 EUR.
Segmente: Brief & Werbepost 1.155,2 Mio EUR (–6,8 % / –3,0 %); Paket & Logistik 1.719,9 Mio EUR (+1,2 % bereinigt / +21,4 %); Filiale & Bank 183,8 Mio EUR (–8,8 % / +9,0 %).
Cashflow/Bilanz: Operativer Free Cashflow 280,1 Mio EUR (+10,3 %), Eigenkapital 767,6 Mio EUR (+0,8 %).
Dividende: Vorschlag 1,83 EUR je Aktie (Rendite 5,9 %).
Marktumfeld: Rückgang Briefmengen, heterogene Paketmärkte, Inflation, Wechselkurseffekte; Paketmarktanteil 63 % in Österreich.
Strategie/Transaktionen: Vorbereitung Mobilfunkmarke YELLLOW ab April 2026; zwei Akquisitionen im internationalen Paketgeschäft.
Ausblick 2026: Leichter Umsatzanstieg, stabile Ergebnisentwicklung, schwächeres 1. und stärkeres 2. Halbjahr erwartet.
Kommentar veröffentlichen