Netzwerktreffen in Wien
Powerfrauen diskutierten über mehr Sichtbarkeit in der Energiebranche

| Larissa Bilovits 
| 11.03.2026

Auf Einladung von Oesterreichs Energie und den Wiener Netzen trafen sich am Montag zahlreiche Branchenvertreterinnen zum "Powerfrauen Netzwerktreffen". Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Frauen ihre Rolle in einem traditionell männlich geprägten Umfeld stärken und sichtbarer machen können.

Frauen sind in der Energiebranche nach wie vor deutlich unterrepräsentiert – insbesondere in Führungspositionen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Vernetzung, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung entscheidende Faktoren sind, um langfristig Veränderungen anzustoßen. Vor diesem Hintergrund versammelten sich am Montag, dem 9. März, auf Einladung von Oesterreichs Energie zahlreiche Vertreterinnen der Branche am Smart Campus der Wiener Netze in Wien zum "Powerfrauen Netzwerktreffen". Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen persönliche Karrierewege, aktuelle Entwicklungen in der Energiebranche sowie die Frage, wie Frauen ihre Rolle in einem traditionell männlich geprägten Umfeld stärken und künftig noch aktiver mitgestalten können. Dabei wurde deutlich, dass es neben strukturellen Veränderungen auch Mut, Präsenz und gegenseitige Unterstützung braucht, um neue Perspektiven und Chancen sichtbar zu machen.

Männerdomäne Energiewirtschaft

Begrüßt wurden die zahlreich erschienenen Gäste von Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. Sie verwies auf aktuelle Zahlen zur geringen Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen: In österreichischen börsennotierten Unternehmen gibt es weiterhin keine weibliche CEO, und auch in der Energiewirtschaft liegt der Frauenanteil insgesamt bei nur rund einem Viertel, in Führungspositionen sogar gerade einmal bei etwa zehn Prozent. Frauennetzwerke seien daher ein wichtiges Instrument, um Frauen sichtbarer zu machen, Erfahrungen auszutauschen und sie zu ermutigen, Führungsrollen sowie Funktionen in Gremien und Interessenvertretungen stärker wahrzunehmen.

Vom Lehrling zur Unternehmensspitze

Im anschließenden Gespräch gab Ilse Hirt, Geschäftsführerin der Wiener Netze, Einblicke in ihren beruflichen Werdegang und ihren Führungsstil. Sie schilderte, dass ihre Karriere mit einer Lehre begonnen habe und sie sich über unterschiedliche Stationen im Konzern – von operativen Aufgaben bis hin zur strategischen Arbeit – schrittweise weiterentwickelt habe. Gerade dieser Weg zeige, dass nicht nur akademische Laufbahnen, sondern auch praktische Erfahrung und kontinuierliche Weiterbildung zu Führungspositionen führen können.

In ihrer Rolle als Geschäftsführerin setze sie bewusst auf Teamarbeit, transparente Kommunikation und eine offene Informationskultur. Entscheidungen würden gemeinsam vorbereitet, Informationen im Team geteilt und Verantwortung bewusst verteilt, um das Unternehmen wirksam weiterzuentwickeln. Zugleich ermutigte sie Frauen, sich in männerdominierten Branchen nicht zurückzunehmen, sondern ihre Positionen klar zu vertreten und Chancen aktiv zu ergreifen. Präsenz zu zeigen und den eigenen Beitrag sichtbar zu machen sei entscheidend, um langfristig Veränderungen in der Branche voranzutreiben.

Kommunikationsexpertin gab Tipps für bewusstes Auftreten

Ebenfalls auf dem Programm stand zudem eine Keynote von Moderatorin und Kommunikationsexpertin Daniela Soykan-Tober, die sich um ihre Erfahrungen als Frau in einer lange stark männlich geprägten Medienbranche drehte. Sie erzählte von ihrem Einstieg in die Sportredaktion des ORF im Jahr 2011, wo sie in einem Team mit rund 80 Mitarbeitenden nur eine von wenigen Frauen war. Anhand persönlicher Beispiele schilderte sie, wie stark Rollenbilder und der sogenannte "Male Gaze" ihren beruflichen Alltag prägten – von Kommentaren über Aussehen und Kleidung bis hin zu strukturellen Ungleichheiten wie geringerer Sichtbarkeit von Frauensport oder ungleichen Karrierechancen. Gleichzeitig erinnerte sie an Pionierinnen im österreichischen Sportjournalismus, die bereits Jahrzehnte zuvor den Weg in diese Redaktion geebnet hatten.

Darüber hinaus leitete sie aus diesen Erfahrungen praktische Tipps für mehr Sichtbarkeit und Selbstbewusstsein in männerdominierten Umfeldern ab. Sie betonte die Bedeutung von Körpersprache, klarer Kommunikation und einer selbstbewussten Präsenz – etwa durch bewusstes Raumnehmen, eine stabile Körperhaltung oder eine klare "Headline" in Gesprächen. Auch das Impostor-Syndrom, das viele Frauen davon abhält, ihre Ideen laut zu äußern, sprach sie offen an. Ihr Fazit: Wer seine Wirkung – von Stimme über Auftreten bis zur Struktur von Botschaften – aktiv gestaltet, kann sich auch in traditionellen Strukturen besser Gehör verschaffen und langfristig Veränderungen anstoßen.

Networking zum Ausklang

Nach dem offiziellen Programm bot sich den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen über das Gesagte sowie ihre eigenen Erfahrungen auszutauschen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. 

www.oesterreichsenergie.at

www.wienernetze.at

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