"Trong-Dong-Stadion"
Vietnam will größtes Stadion der Welt bauen

| Larissa Bilovits 
| 01.03.2026

Mit geplanten 135.000 Sitzplätzen und einem Budget von rund 32 Milliarden Euro soll sich das "Trong-Dong-Stadion" südlich der Hauptstadt Hanoi die Spitzenposition unter den spektakulärsten Sportbauten rund um den Globus sichern. 

Gigantische Bauprojekte sind seit jeher Ausdruck politischer Ambition, wirtschaftlicher Stärke und nationaler Selbstvergewisserung. Ob Wolkenkratzer, Flughäfen oder Stadien – sie sollen nicht nur funktional sein, sondern vor allem ein Zeichen setzen: nach innen als Symbol des Fortschritts, nach außen als Botschaft an die Welt. Je größer das Vorhaben, desto deutlicher die Inszenierung von Zukunft, Macht und Vision.

Genau ein solches Signal will nun Medienberichten zufolge Vietnam setzen. Im Süden der Hauptstadt Hanoi, in der Gemeinde Thuong Phuc, soll mit dem geplanten "Trong-Dong-Stadion" eine Arena der Superlative entstehen: Rund 135.000 Sitzplätze und ein Investitionsvolumen von etwa 32 Milliarden Euro machen das Projekt zu einer der ambitioniertesten Sportbauten weltweit. Die Regierung gab bereits im Dezember 2025 grünes Licht, der Baustart folgte unmittelbar darauf. Geplant ist zudem nicht nur das Stadion, sondern eine gesamte olympische Sportstadt – architektonisch inspiriert von der historischen Dong-Son-Trommel, einem zentralen Kultursymbol des asiatischen Landes.

Auch technisch setzt das Stadion neue Maßstäbe. Die Spielfläche soll sich innerhalb von sechs bis zehn Stunden komplett austauschen lassen. Vernetzte Sitzplätze mit 5G-Technologie und Echtzeit-Sicherheitsmonitoring sind ebenso vorgesehen wie ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept: Rund 70 Prozent des Wassers sollen wiederverwertet werden, während UV-Schutz und natürliche Belüftungssysteme den Bedarf an energieintensiver Kühlung spürbar senken sollen. Für hochrangige internationale Gäste ist zudem ein speziell geplanter VIP-Bereich vorgesehen.

Ambitioniertes Vorhaben mit strategischem Hintergrund

Initiator des Milliardenprojekts ist der Mischkonzern Vingroup. An dessen Spitze steht Pham Nhat Vuong, mit einem geschätzten Vermögen von 26,1 Milliarden US-Dollar der wohlhabendste Mann Vietnams. Doch die geplante Arena soll nicht nur als dessen Machtsymbol dienen, sondern eine langfristige strategische Rolle einnehmen. Denn Vietnam möchte sich langfristig als Gastgeber für Weltmeisterschaften, Olympische Spiele und bedeutende kontinentale Wettbewerbe positionieren.

Die Eröffnung der Arena ist für August 2028 vorgesehen. Das umfassende Gesamtprojekt – inklusive Verkehrsanbindung, neu entwickeltem Stadtquartier und sämtlicher ergänzender Einrichtungen – soll bis spätestens 2035 vollständig realisiert sein.

Das Rennen um den größten Sporttempel der Welt

Aktuell führt das nordkoreanische Stadion Erster Mai in Pjöngjang mit einer Kapazität von 114.000 Zuschauer:innen die Rangliste der größten Fußball- und Leichtathletikstadien an. In Marokko entsteht nahe Casablanca mit dem Hassan-II.-Stadion bereits der nächste Anwärter auf diesen Titel – ausgelegt auf 115.000 Plätze. Und selbst das Narendra-Modi-Stadion im indischen Ahmedabad, das mit 132.000 Sitzplätzen als größte reine Cricket-Arena der Welt gilt, würde im direkten Vergleich vom vietnamesischen Mammutprojekt übertroffen werden.

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