Förderungen für vier Großprojekte
Bund investiert hunderte Millionen Euro in grüne Wasserstoffoffensive

| Tobias Seifried 
| 22.02.2026

Mit insgesamt 275 Millionen Euro fördert die Regierung vier Wasserstoffprojekte. Allein 100 Millionen Euro fließen in ein Vorhaben von Verbund und AustroCel. Österreich soll zur europäischen Drehscheibe für grünen Wasserstoff werden.

Die Bundesregierung stellt für vier heimische Wasserstoffprojekte insgesamt 275 Millionen Euro bereit. 100 Millionen Euro entfallen dabei auf eine Kooperation zwischen Verbund und AustroCel Hallein zur Herstellung von e-Methanol am Standort Hallein.

Das Projekt sieht eine Elektrolyseleistung von 20 Megawatt vor. Künftig sollen dort rund 2.600 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produziert werden. Nach Angaben des Bundes würde dies die heimische Wasserstoffproduktion um etwa 60 Prozent erhöhen. Der erzeugte grüne Wasserstoff, sowie anfallendes CO₂ sollen weiterverarbeitet werden, um Bio-Methanol herzustellen, das sowohl als Treibstoff als auch in der chemischen Industrie eingesetzt werden kann.

Europäische Drehscheibe für grünen Wasserstoff

Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betonte, mit Projekten wie jenem in Hallein – "mit 20 MW Elektrolyse, rund 2.600 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und einer Erhöhung der heimischen Wasserstoffproduktion um etwa 60 Prozent" – stärke man den Industriestandort Österreich. Grüner Wasserstoff sei zentral für die Dekarbonisierung, weil er genau dort Emissionen senken könne, wo die direkte Elektrifizierung an Grenzen stoße, so der Minister.

Österreich solle sich damit als europäische Drehscheibe für grünen Wasserstoff positionieren, heißt es aus dem Wirtschaftsressort. Details zur konkreten Ausgestaltung des Projekts wurden vorerst nicht bekannt gegeben.

Auch Michael Strugl, CEO der Verbund AG, unterstrich in der Sonntagsausgabe der Kronen Zeitung die strategische Bedeutung: "Grüner Wasserstoff ist ein unverzichtbarer Baustein für die Transformation unseres Energiesystems." Das Vorhaben in Hallein sei ein weiterer Schritt, um industrielle Wertschöpfung und Klimaziele miteinander zu verbinden.

OMV baut Österreichs größte H2-Anlage

Mit der aktuellen Förderzusage setzt der Bund einen weiteren Impuls im Ausbau der heimischen Wasserstoffwirtschaft. Parallel dazu entsteht in Niederösterreich derzeit Österreichs größte Wasserstoffanlage: Die OMV errichtet dort eine großindustrielle Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff, die vor allem die Raffinerieprozesse des Konzerns dekarbonisieren soll. Das Projekt wird mit mehr als 120 Millionen Euro gefördert, der Baustart ist bereits erfolgt, die Inbetriebnahme ist in den kommenden Jahren vorgesehen (LEADERSNET berichtete).

www.verbund.com

www.bmwet.gv.at

www.austrocel.com

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