Von 17. bis 20. Februar 2026 veranstalten die Landesinnungen Mechatronik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik der Wirtschaftskammer Wien im Westfield Donau Zentrum das Berufsorientierungsevent "Techniker:innen von Morgen". Die Initiative findet bereits zum vierten Mal statt und richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Erwartet werden rund 1.200 Teilnehmer:innen.
Ziel sei es, technische Lehrberufe praxisnah vorzustellen und den direkten Kontakt zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben zu ermöglichen.
"Wir wollen jungen Menschen greifbare Eindrücke aus unserer Arbeitswelt mitgeben und zeigen: Technik ist vielseitig, zukunftsweisend und voller Chancen", sagte Peter Merten, Wiener Landesinnungsmeister Mechatronik und fügte hinzu: "Chancen, die auch junge Frauen nutzen sollten – denn von ihnen gibt es noch viel zu wenige bei uns. 'Techniker:innen von Morgen' soll durch das direkte Erlebnis vor Ort auch mögliche Barrieren und Vorbehalte in den Köpfen abbauen."
Mitmach-Stationen geben Einblick in den Berufsalltag
Im Zentrum der Veranstaltung stehen interaktive Stationen, die von Lehrlingen betreut werden. Die Jugendlichen sollen dort typische Tätigkeiten aus den jeweiligen Berufsfeldern selbst ausprobieren können und Einblicke in den Arbeitsalltag erhalten. Zahlreiche Wiener Unternehmen, darunter SEW Eurodrive, ÖBB, Rejlek GmbH, Erwin Reumüller TEWA GmbH, Pirker Kühlung, Innotec, MA48, Repa-Rad-Tur, Frühwald, PPJ, Merten GmbH, Wittka, Senft und Gebrauchtbikes.at begleiten das Event und präsentieren bei der Gelegenheit ihre Ausbildungsangebote.
"Wenn Jugendliche zum ersten Mal ein Werkstück in den Händen halten, selbst schrauben, bohren oder löten, entsteht ein unmittelbares Verständnis dafür, wie viel Präzision und Kreativität hinter diesem Prozess stecken", sagt Christian Adamovic, Wiener Landesinnungsmeister der Metalltechnik und ergänzt: "Solche direkten Erfahrungen bleiben nachhaltig im Gedächtnis, stärken das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und öffnen oft ganz neue Perspektiven für die spätere Berufs- und Ausbildungswahl."
Im Bereich Mechatronik können Besucher:innen unter anderem Elektromotoren wickeln, Reparaturen durchführen oder die Entstehung von Bauteilen im Spritzgussverfahren erleben. In der Metalltechnik wird ein Werkstück gefertigt und veredelt, in der Fahrzeugtechnik stehen Tätigkeiten wie Reifenwechsel, Bremsen- und Lenkungschecks oder Karosseriearbeiten auf dem Programm.
Ein besonderes Angebot ist das Testen eines Exoskeletts, das nach Anmeldung vor Ort ausprobiert werden kann.
Emin Yilmaz, Wiener Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik, unterstreicht die Bedeutung der dualen Ausbildung: "Lehre ist kein Plan B, sondern ein klarer Weg mit Zukunftsperspektive." Er ergänzt: "Gerade in der Technik zeigt sich, wie die Lehrlingsausbildung von heute aussieht – modern und digital, aber gleichzeitig auch bodenständig und handwerklich. Wer diesen Weg einschlägt, bekommt vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und echte Karrierechancen in einer Branche, die aktiv an der Zukunft mitarbeitet."
Technische Ausbildung mit Struktur und Perspektive
Die vorgestellten Lehrberufe sind modular aufgebaut. In der Mechatronik folgt auf ein zweijähriges Grundmodul eine 1,5-jährige Spezialisierung, ergänzt durch ein optionales Spezialmodul. 2025 absolvierten in Wien rund 450 Jugendliche eine Lehre in diesem Bereich.
Auch die Metalltechnik ist als Modullehrberuf organisiert und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Zusätzliche Spezialisierungen können die Ausbildungszeit verlängern. Im Jahr 2025 wurden rund 450 Lehrlinge in Wien gezählt. In der Fahrzeugtechnik umfassen die Ausbildungswege rund 3,5 Jahre. 2025 befanden sich in Wien etwa 1.400 Lehrlinge in Ausbildung.
Kathrin Gaál, Wiener Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen – die erst kürzlich ihren Rückzug bekannt gegeben hat (LEADERSNET berichtete) –, hebt die Bedeutung von Chancengleichheit hervor: "Wien ist die Stadt der Mädchen und Frauen. Dazu gehört es, überholte Rollenbilder zu überwinden, Chancen aufzuzeigen und neue Wege zu ermöglichen." Sie betont weiter: "Frauen sind in technischen Berufen stark unterrepräsentiert. Deswegen ist es umso wichtiger, das Interesse der Mädchen für technische Zukunftsjobs durch einen praxisnahen Zugang zu wecken. Dieses gemeinsame Ziel müssen wir als Stadt Wien mit den Sozialpartnern und den Wiener Betrieben verfolgen. Denn wirtschaftliche Unabhängigkeit ist die Voraussetzung für gesellschaftliche Gleichberechtigung."
Fachkräftebedarf und Nachwuchsförderung
Angesichts des anhaltenden Fachkräftebedarfs wird die Förderung junger Talente als strategisch relevant angesehen. "Für uns in der Mechatronik ist klar: Mehr Fachkräfte sind der Schlüssel zur technologischen Zukunft." Sie ergänzt: "Mit einer technischen Lehre sind Jugendliche bestens für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes gerüstet, denn das Know-how in diesem Bereich wird auch in vielen Jahren noch gefragt sein. Das schafft nicht nur vielfältige Karrieremöglichkeiten, sondern ebenso zukunftssichere Jobs", so Sonja Reumüller, Wiener Landesinnungsmeister-Stellvertreterin Mechatronik.
Auch ehemalige Lehrlinge berichten von ihren Erfahrungen. Vanessa Schöbinger, früher Mechatronik-Lehrling bei der Merten-Gruppe, sagt: "Ich hätte mir früher nicht gedacht, wie vielseitig und spannend eine technische Lehre sein kann" und fügt hinzu: "Meine Lehre hat mir nicht nur fachliches Know-how vermittelt, sondern auch mein Selbstvertrauen gestärkt. Gerade für Mädchen lohnt es sich, Technik einfach einmal auszuprobieren – oft entdeckt man dabei Fähigkeiten, die man sich vorher gar nicht zugetraut hätte."
Peter Merten betont abschließend die langfristige Zielsetzung der Initiative: "Technik steht für die Zukunft – und diese wird von jungen Menschen gestaltet. Es ist unsere Aufgabe, die nächste Generation dabei zu fördern, die technischen Herausforderungen von morgen zu lösen."
Auch auf Bezirksebene wird das Engagement unterstützt. Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher von Wien-Donaustadt, erklärt: "Allein in Wien-Donaustadt haben wir über 50 Lehrbetriebe in der Mechatronik, Metall- und Fahrzeugtechnik. Veranstaltungen wie 'Techniker:innen von Morgen' vermitteln nicht nur konkrete Berufsfelder, sondern ermöglichen jungen Menschen auch direkt in Berufe hineinzuschnuppern. Das weckt Begeisterung und eröffnet attraktive Zukunftsperspektiven."
LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Einen Eindruck können Sie sich hier machen.
www.mechatronik.at
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