Antrittsbesuch von Fisher bei Hattmannsdorfer
Wirtschaftsminister warnte bei Treffen mit US-Botschafter vor Zollspirale

| Tobias Seifried 
| 18.02.2026

Wolfgang Hattmannsdorfer hat Arthur Graham Fisher zum Antrittsbesuch empfangen. Im Fokus standen die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen und die aktuelle Zolldebatte. 2025 sind Österreichs Exporte in die USA eingebrochen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat in dieser Woche den neuen US-Botschafter in Österreich, Arthur Graham Fisher, zu dessen Antrittsbesuch empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen, aktuelle handelspolitische Entwicklungen sowie Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und Investitionssicherheit.

Zollkrieg bringe niemandem etwas

Hattmannsdorfer betonte, ein Zollkrieg bringe "niemandem etwas". Die Vereinigte Staaten seien für Österreich ein zentraler strategischer Wirtschaftspartner und nach Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauche es "mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit, nicht weniger". Offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und Planbarkeit seien aus seiner Sicht die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantiks.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen in den USA über eine mögliche Überprüfung einzelner Stahl- und Aluminiumzölle verwies der Minister auf die Sensibilität handelspolitischer Maßnahmen. Diese hätten direkte Auswirkungen auf Lieferketten, Investitionen und Verbraucherpreise. Zölle und Handelsbarrieren seien kein geeignetes Instrument für wirtschaftlichen Aufschwung, erklärte Hattmannsdorfer, vielmehr müssten fairer Marktzugang und ein regelbasierter internationaler Handel das gemeinsame Ziel sein.

Exportzahlen eingebrochen

Die jüngsten Exportzahlen unterstreichen die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen. Von Jänner bis November 2025 beliefen sich die österreichischen Warenexporte in die USA laut dem Wirtschaftsministerium auf 11,85 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 21,4 Prozent entspreche. Die USA halten dennoch einen Anteil von 6,8 Prozent an den gesamten Exporten und bleiben demnach die zweitwichtigste Exportdestination. Österreichische Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten belaufen sich den Angaben zufolge auf 23,9 Milliarden Euro und sichern mehr als 70.000 Arbeitsplätze, während US-Unternehmen in Österreich rund 18.870 Mitarbeiter:innen beschäftigen.

Hattmannsdorfer bekräftigte, Österreich setze im Rahmen der Industriestrategie 2035 auf Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Innovationskraft. Zugleich bekannte sich der Wirtschaftsminister zu einer engen transatlantischen Abstimmung, etwa in den Bereichen Energie, Zukunftstechnologien und Exportkontrollen. Österreich stehe für Verlässlichkeit und langfristige Partnerschaften, erklärte Hattmannsdorfer und hob abschließend die Bedeutung von Offenheit und gegenseitigem Vertrauen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung hervor.

www.bmwet.gv.at

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