Die Wiener Ballsaison gilt weltweit als Inbegriff für Eleganz und glamouröse Tradition. Obwohl die rauschende Zeit mit dem Wiener Opernball traditionell ihren Höhepunkt gefunden hatte (LEADERSNET berichtete), zeigen sich die hiesigen Tanzflächen in den warmen Monaten noch immer von ihrer charmanten Seite. So auch am 22. Mai 2026, als der 126. Concordia Ball im Wiener Rathaus über die Bühne ging und zeigte, dass in Österreich nicht nur das Tanzbein geschwungen, sondern auch das freie Wort gefeiert wird.
Fest für freien Journalismus
Der inzwischen 126. Concordia Ball verstand sich als analoger Kontrapunkt zum digitalen Dauerrauschen. Petra Stuiber, Vizepräsidentin des Presseclub Concordia und stellvertretende Chefredakteurin von Der Standard, betonte im Rahmen des Events: "Unabhängiger Journalismus ist leider keine Selbstverständlichkeit. Aber er ist die unumstößliche Grundlage für eine funktionierende Demokratie." Weiter hieß es: "In der digitalen Informationsflut, in der nicht immer klar zwischen Fakt und Fake unterschieden wird, ist es wichtiger denn je, für Pressefreiheit und unabhängigen Journalismus einzustehen. Mit dem Concordia Ball wird dieses zentrale Element unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sichtbar gemacht und gefeiert."
Daniela Kraus, Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, ergänzte: "Der Concordia Ball pflegt seit 163 Jahren die Tradition und steht gleichzeitig für liberale demokratische Werte. Es ist der perfekte Rahmen, um unterschiedliche Perspektiven und Positionen zusammenzubringen und eine vielfältige Dialog- und Diskussionskultur zu feiern."
Gemeinsam für Demokratie
Als traditionelle Benefizveranstaltung widmet der Ball seine Einnahmen dem freien Journalismus. Heuer kommt der Erlös dem Rechtsdienst Journalismus zugute, der Medienschaffende bei rechtlichen Herausforderungen stärkt. Ziel ist es, Journalist:innen den Fokus auf ihre Kernaufgabe zu ermöglichen: die Vermittlung verlässlicher und kritischer Informationen als Basis unserer Demokratie.
Zudem greifen die Ballspenden des Concordia Balls traditionell das Zeitgeschehen auf – viele der historischen Stücke sind heute begehrte Sammlerobjekte. In diesem Jahr wurde die Tradition in Kooperation mit dem Satiremedium Die Tagespresse neu interpretiert. "In Zeiten des digitalen Dauerrauschens erinnert uns Satirejournalismus daran, wie wichtig kritisches Denken, Medienkompetenz und der offene gesellschaftliche Austausch sind – Werte, die auch der Presseclub Concordia vertritt", so Kraus. Gedruckt wurde die diesjährige Ballspende in hochwertiger und nachhaltiger Qualität von der Gutenberg Werbering GmbH.
Kreatives Statement mithilfe von KI
Als Beitrag zum analogen Diskurs gestaltete die Wiener Künstlerin Simone Bernert den handgefertigten Kopfschmuck der Debütantinnen. Die Motive – fantasievolle Tiermischwesen – wurden mithilfe von KI entworfen, von der Künstlerin manuell weiterentwickelt und mit zutiefst menschlichen Begriffen wie "Fantasie", "Empathie" oder "Humor" kontrastiert. Das Werk setzt ein sichtbares Zeichen dafür, dass Technologie kreative Prozesse zwar unterstützen, die menschliche Fantasie und Lebendigkeit jedoch niemals ersetzen kann.
Ballmeisterin Deborah Grumberg zeigte sich mit der Ballnacht sichtlich zufrieden. Sie betonte, es sei jedes Jahr aufs Neue beeindruckend zu erleben, mit wie viel Offenheit, Tanzbegeisterung und Wertschätzung für die Anliegen der Concordia die Gäste den Abend mittrügen. Genau diese Vielfalt habe die Ballnacht wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Eine Ballnacht getragen von Vielfalt und Wertschätzung
Die feierliche Eröffnung des 126. Concordia Balls im Festsaal des Wiener Rathauses stand ganz im Zeichen der Tradition. Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee zog das Publikum mit dem "Accelerationen-Walzer" von Johann Strauss in seinen Bann. Die Choreografie stammte auch dieses Jahr aus der Feder des Tanzmeister-Duos Chris Lachmuth und Sonja Hofstätter. Durch das feierliche Eröffnungsprogramm führte ORF III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher.
Ein weiteres musikalisches Highlight von Johann Strauss präsentierten die Wiener Comedian Harmonists bei ihrer Eröffnungseinlage. Das Werk "Perpetuum mobile" – einer utopischen Maschine gewidmet – parodiert als genialer musikalischer Scherz die Idee eines unendlich fortlaufenden Stücks. Das offizielle Startsignal für die Ballnacht fiel schließlich mit dem "Morgenblätter-Walzer". Dieses Werk reiht sich in jene zahlreichen Kompositionen ein, die Strauss eigens für den Concordia Ball schuf und dort auch persönlich uraufführte.
Im Anschluss an die Eröffnung im prunkvollen Festsaal lud der Concordia Ball zu einem vielseitigen Musikprogramm aus Walzer, Swing und Disco. Während im Festsaal das Wiener Opernball Orchester unter Oliver Ostermann und das pt art Orchester unter Norbert Hebertinger aufspielten, sorgte im Stadtsenatssitzungssaal das Charly Hloch Trio mit Boogie-Woogie, Blues, Rock ‘n‘ Roll und Swing für Unterhaltung. Der Wappensaal wurde als Günther-Schifter-Saal reaktiviert. Hier präsentierten die DJs Sandra & Axel rare Schellackplatten-Aufnahmen vom Swing bis zum frühen Jazz der 1920er- bis 1950er-Jahre. Den Dancefloor für die Sommernacht bot der Arkadenhof, wo DJane Colette (Martina Schwabenitzky) den Disco Floor anheizte und das Ensemble The Bad Powells samt Special Guest Andie Gabauer eine Disco-Show darbot. Nach der traditionellen Quadrille im Festsaal fand die Ballnacht dort bei klassischen Walzer-Klassikern ihr tanzendes Ende.
Unter den Gästen
Zu den Gästen des Concordia Balls 2026 zählten in Vertretung der Stadt Wien Vizebürgermeisterin Barbara Novak und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling sowie u. a. Botschafter Jan Braathu (OSZE-Beauftragter für Medienfreiheit), Gerald Grünberger (VÖZ), Anna Thalhammer (Chefredakteurin Profil), Stefan Apfl (Digitalverleger Hashtag.jetzt), Ingrid Brodnig (Digitalexpertin, Journalistin und Autorin), Edgar Weinzettl (Landesdirektor des ORF Wien), Meret Baumann (NZZ-Korrenspondentin und Präsidentin des Verbands der Auslandspresse), Walter Hämmerle (Kleine Zeitung) die Künstler:innen Alma Deutscher, Doron Rabinovici, Simone Bernert, Robert Menasse und Harald Sicheritz, Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung). Aus der Concordia waren neben Generalsekretärin Daniela Kraus und den Präsidiums-Mitgliedern Petra Stuiber (stv. Chefredakteurin Der Standard), Katharina Schell (stv. Chefredakteurin APA), Helmut Spudich (everythingmedia) und Wolfgang Sablatnig (Präsident des Presserats und Korrespondent Tiroler Tageszeitung) auch die Vorstandsmitglieder Dieter Bornemann (ORF Redaktionssprecher), Eva Linsinger (Sendungsverantwortliche ORF-Magazin Report) und Florian Skrabal (Dossier Herausgeber und Geschäftsführer) vertreten.
Einen Eindruck vom 126. Concordia Ball können Sie sich in Kürze mittels
Galerie verschaffen.
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