Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sowohl Konsument:innen als auch Unternehmen in Europa weiterhin vor große Herausforderungen. Das zeigt auch die Studie "Banking on Banks 2026" von Crif (siehe Infobox).
Angst nimmt rasant zu
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass finanzielle Sorgen weiter zunehmen. 78 Prozent der befragten Europäer:innen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit finanziellen Belastungen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 74 Prozent. Als wesentliche Ursache gelten gestiegene Lebenshaltungskosten, schwankende Energiepreise sowie geopolitische Unsicherheiten. Mehr als ein Drittel der Befragten (35 %) geht davon aus, am Monatsende weniger Geld zur Verfügung zu haben. Jede zweite Person (50 %) plant deshalb, ihre Ausgaben einzuschränken.
Auch auf Unternehmensseite bleibt die Lage laut der Studie angespannt. 81 Prozent berichten von erheblichen finanziellen Herausforderungen. 40 Prozent rechnen mit steigenden Betriebskosten, während 36 Prozent ihre Wachstumspläne bereits angepasst haben. Gleichzeitig setzen Unternehmen verstärkt auf technologische Unterstützung. Europaweit nutzen bereits 74 Prozent Künstliche Intelligenz zur Steigerung ihrer Effizienz, bei Großunternehmen sind es sogar 89 Prozent.
"Die aktuellen Zahlen spiegeln ein europäisches Umfeld wider, in dem viele Akteur:innen mit Unsicherheit umgehen müssen. Umso wichtiger ist es, dass Finanzdienstleister verlässliche Partner sind – mit klaren Informationen, passgenauen Produkten und einem Blick für die individuelle Situation ihrer Kund:innen", sagt Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von Crif Österreich.
Hohe Erwartungen an Finanzdienstleister
Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit genießt der Finanzsektor weiterhin großes Vertrauen. 61 Prozent der Konsument:innen sehen Finanzinstitutionen als wichtigen Motor für das Wirtschaftswachstum ihres Landes. Drei von vier Unternehmen (75 %) sind überzeugt, dass Finanzdienstleister wesentlich zur Stabilität und Entwicklung der europäischen Wirtschaft beitragen.
Vor allem digitale Banken und Fintech-Unternehmen werden von den Konsument:innen positiv bewertet. 38 Prozent nehmen wahr, dass sich deren Serviceangebot in den vergangenen drei Jahren verbessert hat.
Mit der wachsenden Bedeutung steigen allerdings auch die Erwartungen. So wünschen sich 57 Prozent der Befragten, dass Finanzanbieter gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten leistbare Produkte anbieten. Laut der Studie können datenbasierte Entscheidungsmodelle und eine frühzeitige Risikoerkennung dabei sowohl bei der Kreditvergabe als auch bei der Begleitung finanziell belasteter Haushalte und Unternehmen eine wichtige Rolle übernehmen.
"Der Finanzsektor ist gefragt wie selten zuvor. Wer heute in datenbasierte Lösungen und proaktive Kundenbegleitung investiert, schafft nicht nur Vertrauen – sondern auch einen messbaren Wettbewerbsvorteil", so Eisner-Schwarz.
Betrugsrisiko durch KI im Wandel
Besonders deutlich fällt der Anstieg der Sorge vor KI-gestützten Betrugsformen aus. Innerhalb eines Jahres ist der Anteil jener Europäer:innen, die darin eine Bedrohung sehen, von 25 auf 71 Prozent gestiegen. Auch auf Unternehmensseite ist die Verunsicherung groß. 64 Prozent befürchten, dass Künstliche Intelligenz in Zukunft für immer ausgefeiltere Betrugsangriffe genutzt wird. Insgesamt betrachten 64 Prozent der Konsument:innen Betrug als wachsende persönliche Bedrohung. Fast jedes zweite Unternehmen (49 %) berichtet zudem von einer Zunahme der Betrugsversuche.
KI unterstützt die Betrugsprävention
Neben Risiken eröffnet Künstliche Intelligenz auch neue Möglichkeiten im Kampf gegen Betrug. 37 Prozent jener Unternehmen, die KI bereits einsetzen oder deren Einsatz planen, nutzen die Technologie gezielt zur Betrugsprävention. Darüber hinaus sehen 76 Prozent der Unternehmensentscheider:innen Resilienz gegenüber Betrug und Cyberkriminalität als entscheidenden Erfolgsfaktor.
"KI ist in der Betrugsprävention längst operative Realität. Entscheidend ist, dass Technologie und menschliches Urteilsvermögen Hand in Hand gehen – nur so entstehen Lösungen, die sowohl zuverlässig als auch nachvollziehbar sind", betont Anca Eisner-Schwarz abschließend.
www.crif.at
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