Sparbuch verliert an Boden
Fast jeder Dritte Österreicher setzt auf Wertpapiere

| Redaktion 
| 09.07.2026

Die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter ist in Österreich groß. Laut einer Studie befürchten 53 Prozent der Befragten Altersarmut, fast zwei Drittel zweifeln daran, dass ihr Geld im Ruhestand ausreichen wird. Gleichzeitig gewinnt die private Vorsorge an Bedeutung.

Die finanzielle Absicherung im Ruhestand beschäftigt viele Menschen in Österreich. Das zeigt eine Studie der bank99 (siehe Infobox). Demnach sorgen sich 62 Prozent der Befragten, dass ihr Geld im Alter nicht ausreichen könnte. 53 Prozent haben Angst vor Altersarmut. Bei Frauen ist diese Sorge mit 60 Prozent stärker ausgeprägt als bei Männern. Gleichzeitig geben 69 Prozent der Frauen und 55 Prozent der Männer an, unsicher zu sein, ob ihre finanziellen Mittel im Alter reichen werden.

Besonders verbreitet ist diese Sorge unter den 30- bis 49-Jährigen, von denen 68 Prozent entsprechende Bedenken äußern. Rund jede zweite Person (53 %) hat bereits konkrete Maßnahmen für die private Altersvorsorge gesetzt. Dennoch fühlt sich ebenfalls jede zweite Person von der Vielzahl an Vorsorgeprodukten überfordert. Für 42 Prozent ist das Thema noch zu abstrakt oder erscheint zeitlich zu weit entfernt. Weitere 44 Prozent sind der Meinung, mit der Vorsorge zu spät begonnen zu haben. Unter den 40- bis 49-Jährigen vertreten dies sogar 53 Prozent. 

Altersvorsorge zählt zu den wichtigsten Sparmotiven

Für rund ein Drittel der Befragten gehört die Altersvorsorge zu den wichtigsten Gründen, Geld zur Seite zu legen. Gleichzeitig legen die Österreicher:innen durchschnittlich 288 Euro pro Monat für den Ruhestand zurück. 

Bernhard Hohenegger, Vorstand Markt der bank99, sagte, die Studienergebnisse würden zeigen, dass sich die Menschen in Österreich intensiv mit ihrer Altersvorsorge beschäftigten. Unsicherheit und fehlendes Wissen stünden konkreten Entscheidungen jedoch häufig im Weg. Wer langfristig Vermögen aufbauen wolle, sollte möglichst früh mit der Vorsorge beginnen. Dafür brauche es leicht verständliche Angebote, niederschwellige Informationen und transparente Kosten.

Staatliche Pension bleibt wichtigste Säule

43 Prozent der Befragten verlassen sich in erster Linie auf die staatliche Pension. Allerdings gibt nur knapp die Hälfte (47 %) an, bereits eine klare Vorstellung davon zu haben, wie hoch die staatliche Pension später ausfallen wird.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Niederösterreich setzen 48 Prozent vor allem auf die staatliche Pension, in Kärnten und der Steiermark jeweils 46 Prozent. In Vorarlberg beträgt dieser Anteil hingegen 29 Prozent, im Burgenland 23 Prozent.  

Neben der staatlichen Pension spielen auch betriebliche und private Vorsorgeformen eine wichtige Rolle. Am häufigsten wird die betriebliche Pensionsvorsorge genutzt (38 %), gefolgt vom Sparbuch beziehungsweise Sparkonto (35 %). Bereits 29 Prozent investieren in Aktien, Fonds oder ETFs. Männer greifen mit 37 Prozent deutlich häufiger zu Wertpapieren als Frauen, bei denen dieser Anteil 21 Prozent beträgt. 

Jede zweite Person (50 %) geht außerdem davon aus, auch nach dem regulären Pensionsantritt weiterarbeiten zu müssen. Besonders häufig wird dies in Salzburg (62 %), Kärnten (57 %) und Wien (52 %) erwartet.

Frauen investieren seltener in die private Vorsorge

Während 58 Prozent der Männer bereits Maßnahmen für die private Altersvorsorge ergriffen haben, trifft dies auf 48 Prozent der Frauen zu. Frauen setzen häufiger auf klassische Sparformen wie Sparbuch oder Sparkonto (39 %). Männer investieren dagegen öfter in Wertpapiere (37 %), Gold oder Edelmetalle (21 % gegenüber 9 % bei Frauen), Immobilien (14 gegenüber 9 %) sowie Kryptowährungen (12 gegenüber 3 %).

Als größte Hürde für die private Vorsorge nennen 43 Prozent der Befragten ein zu niedriges Einkommen. Bei Frauen liegt dieser Anteil mit 48 Prozent höher als bei Männern (38 %). Weitere Hindernisse sind konkurrierende finanzielle Prioritäten wie Wohnen, Kinder und laufende Kosten (36 %) sowie wirtschaftliche Unsicherheit (29 %). 

Regionale Unterschiede beim Sparen für den Ruhestand

Für die Altersvorsorge werden durchschnittlich 288 Euro pro Monat zurückgelegt. Am höchsten ist der monatliche Sparbetrag in Vorarlberg mit durchschnittlich 422 Euro. Es folgen Wien mit 396 Euro und Oberösterreich mit 284 Euro. Am wenigsten sparen die Menschen in Salzburg (208 Euro) und Kärnten (177 Euro).

Von den bereits pensionierten Personen geben 69 Prozent an, mit ihrer Pension finanziell gut auszukommen und ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können. Besonders hoch ist dieser Anteil in der Steiermark (77 %), Kärnten (73 %) und Oberösterreich (71 %).

Dennoch bleibt die Unsicherheit bestehen: 48 Prozent der Pensionist:innen sorgen sich, ob ihre Bezüge auch langfristig ausreichen werden. Besonders ausgeprägt ist diese Angst im Burgenland (72 %), in Salzburg (58 %) und in Niederösterreich (50 %). Knapp jede fünfte Person (18 %) bessert die Pension durch Erwerbstätigkeit auf, weitere 15 Prozent sind auf finanzielle Unterstützung durch Familie oder Angehörige angewiesen.

www.bank99.at

Über die Studie

marketagent hat im Auftrag der bank99 im Zeitraum vom 16. bis 23. April 2026 1.500 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren zum Thema Pension & Vorsorge befragt. 

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Über die Studie

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