Ideen gibt es viele, doch die wenigsten werden am Ende zu einem Produkt, das sich am Markt behauptet und für andere einen Nutzen bringt. Wiener Betriebe, denen dieser Sprung glückt, holt die Wirtschaftskammer Wien (WKW) einmal im Jahr mit dem Mercur Innovationspreis ins Rampenlicht. Die Auszeichnung soll das Zusammenspiel aus technologischer Entwicklung, wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Mehrwert würdigen und ging auch heuer wieder an vier Unternehmen.
87 Einreichungen in vier Kategorien
Vergeben wird die Auszeichnung bereits seit 1987 an die innovativsten Betriebe der Stadt und zählt seither rund 245 Preisträger:innen. Einreichen können Wiener Unternehmen sowohl Produkt- als auch Prozessinnovationen, vorausgesetzt, das Projekt ist bereits auf dem Markt oder die wirtschaftliche Verwertung steht unmittelbar bevor. "Wien ist ein Standort, der Innovation ermöglicht. Unsere Unternehmen nutzen dieses Umfeld, um Lösungen mit internationaler Strahlkraft zu entwickeln. Das beweisen die Gewinner:innen des Mercur jedes Jahr aufs Neue", so Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.
Insgesamt gab es für den diesjährigen Durchgang 87 Einreichungen in den vier Kategorien Kreativität, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Wie schon in den Vorjahren bewertete das Industriewissenschaftliche Institut die Projekte anhand eines wissenschaftlichen Systems und ermittelte daraus die stärksten Einreichungen. Die Sieger:innen dürfen sich jeweils über ein Preisgeld von 8.000 Euro freuen.
Die Preisträger:innen des Mercur 2026
In der Kategorie Kreativität überzeugte die Mass Tech Innovations GmbH mit einer nur 19 Millimeter flachen, ausfahrbaren Steckdose, die sich erstmals bündig in dünne Oberflächen wie Möbel oder Tischplatten integrieren lässt.
Der Preis in der Kategorie Gesundheit ging an die nagene GmbH, deren DNA-Syntheseplattform lange und hochkomplexe Gensequenzen schneller, zuverlässiger und in höherer Qualität herstellbar macht. In der Kategorie Nachhaltigkeit setzte sich die Wohnio GmbH durch, die die Heizanlagen mehrgeschossiger Wohnbauten mit KI und IoT direkt im Heizkeller optimiert und die Heizkosten so um bis zu 30 Prozent senkt. Für die Kategorie Digitalisierung wurde die Nejo FlexCo ausgezeichnet, die mit einem KI-Kompass den verborgenen Stellenmarkt sichtbar macht, der auf klassischen Jobportalen sonst unentdeckt bleibt.
Mehr Informationen zu den diesjährigen Siegerprojekten finden Sie in unserer Infobox.
www.wko.at/wien
Die Preisträger:innen des Mercur 2026
Kategorie Kreativität: Mass Tech Innovations GmbH | "Mass Tech Innovations – Redefining the Socket Standard"
Die Bauweise von Steckdosen blieb über Jahrzehnte hinweg weitgehend unverändert. Mass Tech Innovations durchbrach dieses Muster und ermöglichte einen Paradigmenwechsel. Die ausfahrbare, flächenbündig integrierte Steckdose hat eine Einbautiefe von nur 19 Millimeter und kann erstmals in dünne Oberflächen wie Möbel oder Tischplatten integriert werden.
Kategorie Gesundheit: nagene GmbH | "Next-Generation DNA Synthesis Platform for Complex Genes and GMP Applications"
Die Herstellung synthetischer DNA ist eine Schlüsseltechnologie der modernen Biotechnologie und hat ihre Tücken. Die neuartige Plattform ist gezielt auf lange und hochkomplexe DNA-Sequenzen ausgerichtet. Dadurch können komplexe Gene schneller, zuverlässiger und in höherer Qualität hergestellt werden. Das eröffnet neue Perspektiven – etwa für mRNA- und DNA-Therapeutika, Zell- und Gentherapie sowie Impfstoffentwicklung.
Kategorie Nachhaltigkeit: Wohnio GmbH | "Wohnio: KI und IoT-basierte Heizoptimierung für den mehrgeschoßigen Wohnbau"
Rund 80 Prozent der Heizsysteme in mehrgeschossigen Wohnbauten laufen derzeit ineffizient, verursachen hohe Betriebskosten und belasten die Umwelt. Die Technologie kombiniert minimalinvasive IoT-Hardware, cloudbasierte Optimierung und einen digitalen Zwilling der Heizanlage. Gesteuert wird sie direkt im Heizkeller, ohne in Wohnungen oder den laufenden Betrieb einzugreifen. Mieter:innen profitieren von einer Heizkostenreduktion um bis zu 30 Prozent. Pro Gebäude werden rund 16 Tonnen CO₂ eingespart.
Kategorie Digitalisierung: Nejo FlexCo | "Nejo – der KI-Kompass für den österreichischen Arbeitsmarkt"
Derzeit bleibt der Großteil der offenen Stellen für Jobsuchende unsichtbar, da viele Positionen nicht auf klassischen Jobportalen veröffentlicht werden. Die Technologie kombiniert automatisiertes Crawling von Karriereseiten und Online-Quellen, einen Echtzeit-Index des Arbeitsmarktes und eine KI-gestützte Analyse und Verarbeitung der Stellenanzeigen. Damit wird der "Hidden Job Market" erstmals systematisch sichtbar und für Jobsuchende zugänglich und es entstehen Echtzeit-Einblicke in tatsächlich nachgefragte Skills.
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