Geht nach 30 Jahren in Pension
Toni Faber nimmt als Dompfarrer den Hut

Nach seinem 30-jährigen Jubiläum als Pfarrer des Wiener Stephansdoms geht der polarisierende Geistliche im kommenden Jahr in den Ruhestand. Wir blicken auf seine Veranstaltungsauftritte und LEADERSNET-Besuche der letzten Jahre zurück.

In der Wiener Society und der kirchlichen Landschaft zeichnet sich eine historische Zäsur ab: Mit Sommer 2027 wird die Wiener Dompfarre neu besetzt. Wie der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal bestätigte, wird Dompfarrer Anton "Toni" Faber nach dann genau 30 Jahren im Amt in den Ruhestand gehen. Damit verabschiedet sich der wohl bekannteste Geistliche des Landes aus seiner aktuellen Funktion, um Platz für eine Neuaufstellung zu machen.

Ein historischer Rekord am Stephansplatz

Toni Faber wurde 1997 zum Dompfarrer von St. Stephan ernannt. Mit seiner drei Jahrzehnte andauernden Amtszeit habe er laut Erzbischof Josef Grünwidl "einen Rekord aufgestellt". Niemand vor ihm habe dieses prestigeträchtige Amt bisher so lange ausgeübt, weshalb ein geordneter Wechsel aus Sicht der Kirchenleitung nun naheliege. Die Dompfarre soll Mitte 2027 auf neue Säulen gebaut werden.

Der Schritt erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem Faber sein 65. Lebensjahr vollendet und damit das Pensionsalter erreicht. Obwohl es in der katholischen Kirche aufgrund des akuten Mangels an Geistlichen durchaus üblich ist, dass etliche Priester weit über dieses Alter hinaus im Dienst bleiben, stellen sich die Weichen für den prominenten Seelsorger nun auf Pension. Noch Anfang der Woche hatte er selbst im Standard erklärt, dass er sich – entgegen seiner ursprünglichen Haltung – einen Übergang in den Ruhestand als Dompfarrer vorstellen könne.

Diskussionen im Vorfeld, Blick in die Zukunft

Dem offiziellen Rückzug waren in den vergangenen Tagen bereits mediale Spekulationen über eine vorzeitige Absetzung vorausgegangen. Innerkirchlich war Toni Faber zuletzt vermehrt in die Kritik geraten. Grund dafür war sein öffentliches Auftreten in Begleitung einer Frau. Auch seine ausgeprägte Präsenz in Society-Kreisen sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen und gilt in der Erzdiözese als Teil der Gesamtsituation rund um die finale Entscheidung.

Faber ist bei unterschiedlichsten Veranstaltungen ein gern gesehener Gast. Auch bei vielen LEADERSNET-Events, wie etwa beim heurigen Neujahrsempfang schaute er vorbei: 

Aus der Welt ist der umtriebige Geistliche für die Wiener Prominenz, Wirtschaft und Kultur mit dem Abschied aber keineswegs. In der Seelsorge soll er der Kirche auch nach dem Erreichen des Pensionsalters erhalten bleiben. Derzeit befinde er sich mit Grünwidl in intensiven Gesprächen "über die Zukunft" und seine künftige Rolle.

Faber will der Kirche treu bleiben

Gegenüber dem ORF betonte der scheidende Dompfarrer, dass er seine Zukunft auch weiterhin im kirchlichen Dienst sehe. Er wolle seine "vermittelnde Brückenfunktion zwischen Kirche, Glaube, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kunst, Kultur“ fortsetzen. Als eine mögliche künftige Aufgabe brachte Toni Faber in diesem Zusammenhang bereits die Cityseelsorge ins Spiel. Für Erzbischof Josef Grünwidl steht nach "guten Gesprächen" jedenfalls fest, dass nach 30 Jahren eine "gute Zeit" für eine Neubesetzung gekommen sei. Welche Aufgaben auf die zukünftigen Leiter:innen der Dompfarre warten, wird sich bis Mitte 2027 weisen.

In den angefügten Galerien sehen Sie eine kleine, aber feine Auswahl an Veranstaltungen, die der Dompfarrer in den vergangenen Jahren besucht hat. Zudem haben wir zwei Videos von "Peter & Paul"-Folgen angehängt, bei denen Toni Faber (anlässlich Weihnachten) zu Gast war.

www.stephansdom.at

www.erzdioezese-wien.at

Sollten Sie das Video nicht abspielen können, klicken Sie bitte hier!
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