Erster EASA-Industriegipfel
Weniger Bürokratie, mehr Innovation: Österreich startet Luftfahrt-Offensive

| Redaktion 
| 09.07.2026

Beim ersten EASA-Industriegipfel haben Minister Hanke, die europäische Luftfahrtbehörde und Branchenriesen wie AUA, FACC und Frequentis eine engere Allianz geschmiedet. Ziel ist es, Zulassungsverfahren zu beschleunigen und den Standort zu stärken.

Beim ersten österreichischen EASA-Industriegipfel im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sind erstmals hochrangige Vertreter:innen der European Union Aviation Safety Agency (EASA), der österreichischen Luftfahrtindustrie sowie der österreichischen Zivilluftfahrtbehörden (OZB und Austro Control) zu einem gemeinsamen Austausch zusammengekommen. Zu den teilnehmenden Unternehmen zählten unter anderem Austrian Airlines, FACC, Frequentis und der Flughafen Wien. Im Fokus des Treffens stand das gemeinsame Bekenntnis, die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Industrie künftig auf eine strukturierte und langfristige Basis zu stellen. 

"Die Zukunft der europäischen Luftfahrt können wir nur gemeinsam gestalten. Deshalb verstehen wir uns als verlässlicher Partner – sowohl gegenüber der EASA als auch der heimischen Industrie. Es geht darum, Brücken zu bauen: zwischen Behörden und Unternehmen, zwischen Sicherheit und Innovation, zwischen europäischem Anspruch und österreichischer Stärke. Gute Regulierung entsteht dort, wo einander zugehört wird, wo Herausforderungen frühzeitig erkannt und Lösungen gemeinsam entwickelt werden. Genau diesen Rahmen schaffen wir mit dem heutigen Gipfel", sagte Bundesminister Peter Hanke.

Sicherheit und Innovation gemeinsam stärken

Nach Angaben des Ministeriums soll der intensivere Austausch dazu beitragen, Genehmigungs- und Zertifizierungsverfahren einfacher, schneller und gleichzeitig verlässlich zu gestalten. Neue Technologien sollen dadurch rascher in die Praxis gelangen, ohne Abstriche bei den hohen Sicherheitsstandards der europäischen Luftfahrt zu machen. Der Gipfel folgte dabei dem Grundsatz, dass technischer Fortschritt und Sicherheit nur gemeinsam gedacht werden können. 

In diesem Zusammenhang engagiert sich Österreich auch im EASA Simplification Board. Dort wird daran gearbeitet, regulatorische Vorgaben dort zu vereinfachen, wo dies keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn bringt. Gleichzeitig sollen die hohen europäischen Sicherheitsstandards gewahrt bleiben. Ein weiterer Schwerpunkt ist das neue Regelwerk für Informationssicherheit (Part-IS), das die Cyber-Resilienz der Luftfahrt stärken und damit auch einen Beitrag zur digitalen Souveränität des Standorts leisten soll. 

Auftakt für einen dauerhaften Austausch

Der EASA-Industriegipfel soll den Beginn eines regelmäßigen und strukturierten Dialogs zwischen Behörden und den Akteuren der Luftfahrtbranche markieren. Im Fokus stehe die Weiterentwicklung und Umsetzung der österreichischen Luftfahrtstrategie mit den Schwerpunkten Sicherheit, Resilienz, Nachhaltigkeit, Soziales, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. 

Darüber hinaus wollen sich die Beteiligten künftig intensiver über nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) austauschen. Dabei sollen auch internationale Initiativen wie ACT-SAF berücksichtigt werden. Weitere Themen sind Möglichkeiten einer vereinfachten Regulierung, um Innovationen schneller zur Marktreife zu bringen, sowie die Prüfung sogenannter Regulatory Sandboxes, in denen neue Technologien unter geeigneten regulatorischen Rahmenbedingungen erprobt werden können.

Ebenso vorgesehen seien ein wissenschaftlicher und technischer Austausch zu den Nicht-CO₂-Effekten der Luftfahrt sowie ein verstärkter Wissenstransfer zwischen Industrie, Regulierungsbehörden und Praxis. 

www.bmimi.gv.at

www.easa.europa.eu

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