Österreichs Automarkt hat seinen positiven Trend auch im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. Laut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria wurden von Jänner bis Juni 164.529 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent beziehungsweise 21.478 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
"Der Aufwärtstrend bei den Pkw-Neuzulassungen hält seit mittlerweile einem ganzen Jahr an und gewann im Juni 2026 weiter an Dynamik", sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria. Im Juni allein lag das Plus gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres bei 22,9 Prozent.
Zu berücksichtigen sei allerdings, dass ein Teil der Juni-Neuzulassungen vorgezogen worden sein dürfte. Hintergrund ist eine gesetzliche Änderung, wonach neu zugelassene Fahrzeuge ab 7. Juli 2026 über zusätzliche Assistenzsysteme verfügen müssen (LEADERSNET berichtete). Passend dazu zeigt sich auch Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg (PHS), optimistisch. Nach einem starken ersten Halbjahr steuere der heimische Automarkt auf deutlich mehr als 300.000 Pkw-Neuzulassungen im Gesamtjahr zu. Der Juni sei zwar auch von vorgezogenen Zulassungen im Zusammenhang mit auslaufenden EU-Typgenehmigungen geprägt gewesen, insgesamt sei die Entwicklung jedoch positiv zu bewerten und gebe der Branche in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Zuversicht.
Alternative Antriebe dominieren den Markt
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Antriebstechnologien. Bereits 65,5 Prozent aller neu zugelassenen Pkw verfügten im ersten Halbjahr über ein alternatives Antriebssystem. Insgesamt wurden 107.836 entsprechende Fahrzeuge neu zugelassen – ein Plus von 27,1 Prozent.
Den größten Zuwachs verzeichneten dabei Benzin-Hybride, deren Neuzulassungen um 33,5 Prozent auf 60.910 Fahrzeuge anstiegen. Auch reine Elektroautos legten kräftig zu und kamen mit 40.060 Neuzulassungen auf ein Plus von 27 Prozent.
Während alternative Antriebe weiter zulegten, entwickelten sich klassische Antriebsformen deutlich verhaltener. Benziner stagnierten mit 40.509 Neuzulassungen praktisch auf Vorjahresniveau, Dieselautos gingen um 8,3 Prozent auf 16.184 Fahrzeuge zurück.
VW verteidigt Platz eins
An der Spitze des Markenrankings änderte sich auch im ersten Halbjahr 2026 nichts. Volkswagen blieb mit 22.939 Neuzulassungen beziehungsweise 13,9 Prozent Marktanteil die mit Abstand erfolgreichste Automarke Österreichs. Dahinter behauptete Skoda mit 17.602 Fahrzeugen und 10,7 Prozent Marktanteil souverän Rang zwei. Platz drei sicherte sich diesmal Audi mit 10.920 Neuzulassungen, womit die Ingolstädter BMW knapp überholen konnten.
Bemerkenswert ist vor allem die Stärke des Volkswagen-Konzerns. Über alle Konzernmarken hinweg wurden im ersten Halbjahr 66.419 Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 12,5 Prozent sowie einem Marktanteil von 40,4 Prozent. "Der Wettbewerb am heimischen Neuwagenmarkt hat durch den Markteintritt der chinesischen Mitbewerber nochmals an Intensität dazugewonnen", sagt Hans Peter Schützinger. Dank attraktiver Modelle und einer starken Vertriebsorganisation sei es dennoch gelungen, neue Kund:innen zu gewinnen und die führende Marktstellung weiter auszubauen.
Unter den größten Marken sorgte vor allem BYD für Aufsehen. Der chinesische Hersteller steigerte seine Pkw-Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr um 77 Prozent und schob sich mit 5.804 Fahrzeugen bereits auf Rang acht des Markenrankings vor.
Ebenfalls über dem Marktdurchschnitt entwickelten sich Seat (+19,5 Prozent), Mercedes (+17,3 Prozent), Skoda (+16,6 Prozent), Audi (+14 Prozent) und Volkswagen (+13,7 Prozent). Rückgänge mussten hingegen Dacia, Toyota, Cupra und BMW hinnehmen.
| Rang |
Marke |
Neuzulassungen |
| 1 |
Volkswagen |
22.939 |
| 2 |
Skoda |
17.602 |
| 3 |
Audi |
10.920 |
| 4 |
BMW |
10.297 |
| 5 |
Seat |
7.791 |
| 6 |
Mercedes |
7.484 |
| 7 |
Cupra |
6.371 |
| 8 |
BYD |
5.804 |
| 9 |
Dacia |
5.797 |
| 10 |
Toyota |
5.444 |
| 11 |
Hyundai |
5.429 |
| 12 |
Peugeot |
5.400 |
| 13 |
Opel |
4.998 |
| 14 |
Renault |
4.672 |
| 15 |
Ford |
4.372 |
| 16 |
Tesla |
4.265 |
| 17 |
Kia |
4.187 |
| 18 |
Mazda |
3.638 |
| 19 |
MG |
3.585 |
| 20 |
Citroën |
3.481 |
Auch Stellantis Austria blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. Markus Wildeis, Managing Director des Unternehmens, sieht den Hersteller auf Wachstumskurs. Getragen werde die Entwicklung von der Breite des Markenportfolios – von Abarth, Alfa Romeo und Citroën über Fiat, Jeep, Opel und Peugeot bis hin zur jungen Elektromarke Leapmotor. Zudem hätten die österreichischen Händlerpartner einen wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung. "Wir sind mit dem Erreichen des wichtigen strategischen Meilensteins von 15,1 Prozent Marktanteil weiter auf unserem Zielpfad zu Wachstum", so Wildeis.
Golf bisher Österreichs Bestseller
Bei den einzelnen Modellen verteidigte der VW Golf mit 4.608 Neuzulassungen seine Spitzenposition und blieb damit auch im ersten Halbjahr 2026 das meistverkaufte Auto Österreichs. Auf Rang zwei folgte der Skoda Octavia mit 3.801 Zulassungen, während sich das Tesla Model Y mit 3.090 Fahrzeugen erneut als erfolgreichstes Elektroauto des Landes den dritten Platz im Gesamtranking sicherte.
Dahinter reihten sich mit dem BMW X1, dem Seat Ibiza, dem VW Polo und dem Toyota Yaris weitere etablierte Bestseller ein. Besonders stark präsentierte sich einmal mehr Skoda: Neben dem Octavia schafften auch Fabia, Karoq, Enyaq und der neue Elroq den Sprung unter die 20 meistverkauften Modelle.
Für Aufmerksamkeit sorgte zudem BYD, dessen Seal mit 2.201 Neuzulassungen bereits Rang zwölf belegte. Auch der neue Dacia Bigster schaffte es mit 1.914 Zulassungen auf Anhieb unter die Top 20.
| Rang |
Modell |
Neuzulassungen |
| 1 |
VW Golf |
4.608 |
| 2 |
Skoda Octavia |
3.801 |
| 3 |
Tesla Model Y |
3.090 |
| 4 |
BMW X1 |
2.880 |
| 5 |
Seat Ibiza |
2.631 |
| 6 |
VW Polo |
2.563 |
| 7 |
Toyota Yaris |
2.411 |
| 8 |
Skoda Fabia |
2.312 |
| 9 |
Skoda Karoq |
2.267 |
| 10 |
BMW X3 |
2.265 |
| 11 |
Seat Leon |
2.220 |
| 12 |
BYD Seal |
2.201 |
| 13 |
VW Tiguan |
2.148 |
| 14 |
Skoda Enyaq |
2.102 |
| 15 |
Skoda Elroq |
2.092 |
| 16 |
Hyundai Tucson |
2.092 |
| 17 |
Audi Q3 |
2.090 |
| 18 |
Dacia Sandero |
2.049 |
| 19 |
VW Bus |
2.045 |
| 20 |
Dacia Bigster |
1.914 |
Tesla bleibt bei Elektroautos vorne
Bei den rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen behauptete Tesla trotz rückläufiger Gesamtzulassungen mit einem Marktanteil von 10,6 Prozent die Spitzenposition. Der Vorsprung auf Skoda fiel allerdings denkbar knapp aus: Die tschechische Marke erreichte bereits 10,5 Prozent Marktanteil und lag damit nahezu gleichauf.
Auf den weiteren Plätzen folgten BMW (9,9 Prozent), BYD (9,8 Prozent) und Volkswagen (8,8 Prozent). Besonders dynamisch entwickelten sich laut Statistik Austria Kia, Skoda und Mercedes, die ihre Elektro-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern konnten.
Bei den einzelnen Modellen führte klarerweise das Tesla Model Y das Elektro-Ranking klar an. Dahinter folgten der Skoda Enyaq und der neue Skoda Elroq, die nahezu gleich viele Neuzulassungen erreichten. Auf den weiteren Plätzen landeten der BYD Sealion, der VW ID.3, der BYD Atto, der BMW iX1, der BMW iX3, der Cupra Born sowie der VW ID.7.
| Rang |
Modell |
Neuzulassungen |
| 1 |
Tesla Model Y |
3.090 |
| 2 |
Skoda Enyaq |
2.102 |
| 3 |
Skoda Elroq |
2.092 |
| 4 |
BYD Sealion |
1.249 |
| 5 |
VW ID.3 |
1.234 |
| 6 |
BYD Atto |
1.184 |
| 7 |
BMW iX1 |
1.176 |
| 8 |
BMW iX3 |
1.153 |
| 9 |
Cupra Born |
1.152 |
| 10 |
VW ID.7 |
1.140 |
Für den PHS-Chef zeigt die Entwicklung der vergangenen Monate vor allem eines: "Der Neuwagenmarkt in Österreich zeigt klar und deutlich, die Zukunft der Mobilität ist elektrisch", so Schützinger. Mit einem Elektro-Anteil von 24,3 Prozent liege Österreich deutlich über dem europäischen Durchschnitt und zähle trotz seiner vergleichsweise geringen Größe zu den Treibern der E-Mobilität. Positiv sei zudem, dass sich zunehmend auch Privatkund:innen für Elektrofahrzeuge entscheiden würden.
Als wesentliche Gründe für den starken Anstieg nennt Schützinger neben zahlreichen neuen Modellen auch die zuletzt hohen Kraftstoffpreise. Ob sich das Wachstum in diesem Tempo fortsetze, werde sich allerdings erst anhand der Auftragseingänge im Herbst zeigen. Die Richtung stimme jedenfalls.
www.statistik.at
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