24 Modelle im Wintertest
So schnell laden aktuelle E-Autos bei Kälte

| Tobias Seifried 
| 18.02.2026

Neben der Reichweite zählt bei Stromern die Ladegeschwindigkeit zu den wichtigsten Kaufkriterien. Wie sich 24 Modelle diesbezüglich im Winter schlagen, klärt ein Praxistest. Eins vorweg: Die Chinesen zeigen der Konkurrenz, wo der Hammer hängt.

Vor knapp zwei Wochen berichtete LEADERSNET über die Ergebnisse des aktuellen Elektroauto-Praxistests "El Prix". Bei extremen Bedingungen mit Temperaturen von bis zu minus 31 Grad Celsius zeigte sich beim weltweit größten Winter-Reichweitentest deutlich, wie stark Kälte die tatsächliche Reichweite von E-Autos beeinflusst: Keines der 24 getesteten Modelle erreichte die angegebenen WLTP-Werte. Die größten Abweichungen lagen rund 46 Prozent unter Norm. Im Schnitt blieben die Fahrzeuge um rund 38 Prozent unter ihrer offiziellen WLTP-Reichweite. Dennoch zeigen die Ergebnisse die mittlerweile hohe Alltagstauglichkeit von E-Autos. Selbst bei diesen Extremtemperaturen lagen die erzielten Reichweiten zwischen 224 und 520 Kilometern – alle Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Ladegeschwindigkeit nicht minder wichtig

Doch neben der Reichweite spielt für viele (potenzielle) Käufer:innen von Elektroautos auch die Ladegeschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Kein Wunder, schließlich hilft eine noch so hohe Reichweite wenig, wenn man dann bei einem Zwischenstopp auf der Langstrecke eine (gefühlte) Ewigkeit an der Ladesäule verbringen muss. Und auch hier spielen die Temperaturen eine entscheidende Rolle, denn bei Kälte verringert sich das Ladetempo von Akkus (allgemein) deutlich. Die Autobauer haben sich in den letzten Jahren aber einiges einfallen, um gegenzusteuern. So werden die großen E-Auto-Batterien bereits vor einem geplanten Ladestopp auf eine passende Temperatur gebracht – im Sommer gekühlt, im Winter aufgewärmt. Wie gut diese Systeme mittlerweile bei Kälte funktionieren, wurde heuer ebenfalls beim "El Prix" ermittelt.

Gute Ergebnisse beim Ladetest

Beim Aufladen erreichten 13 der 24 getesteten Fahrzeuge den gewünschten Ladestand von 80 Prozent in weniger als 30 Minuten. Sechs Fahrzeuge waren sogar schneller auf 80 Prozent als vom Hersteller angegeben. "Bei diesem Ladetest zeigte sich, wie wichtig eine gut temperierte Batterie für das Laden eines Elektrofahrzeuges ist. Trotz Temperaturen von minus zehn Grad Celsius an den Ladestationen haben die getesteten Fahrzeuge gut abgeschnitten", wird ÖAMTC-Techniker Florian Merker am Mittwoch in einer Aussendung zitiert. Der heimische Mobilitätsclub war heuer als Partnerorganisation seines norwegischen Pendants NAF zum siebten Mal beim weltweit größten Winter-Reichweitentest mit von der Partie.

E-Auto Ladegeschwindigkeit im WinterQuelle: NAF/ÖAMTC

Chinesische Hersteller vorne

Die mit Abstand höchste durchschnittliche Ladeleistung erzielte der XPeng X9 mit stolzen 384 kW, dessen Batterie in nur 12 Minuten wieder bei 80 Prozent war. Auch die 249 kW des Smart #5 sind beeindruckend und sorgen für eine kurzweilige Wartezeit von 16 Minuten. Der dritte Platz geht mit dem Zeekr 7X (231 kW/19 Minuten) ebenfalls nach China, womit die chinesischen Hersteller ihre technologische Vormachtstellung in diesem Bereich eindrucksvoll untermauern. Zum Vergleich: Bei den teuren Premium-SUVs BMW iX und Volvo EX90 dauert der Ladevorgang mit 37 bzw. 39 Minuten dreimal länger als beim Stromer von XPeng. Bei ihren neuen E-Autos wie etwa iX3 oder EX60 setzen aber auch BMW und Volvo auf moderne 800 Volt-Technik, die deutlich höhere Ladeleistungen erlaubt. Diese kommen aber erst heuer auf den Markt, während es den ähnlich großen Smart #5 bei uns bereits seit vorigem Sommer gibt.

Fazit

Laut der Erfahrung der Tester:innen, Branchenprofis und Autohändler:innen werden in Zukunft Ladegeschwindigkeit, Verbrauchseffizienz und Verfügbarkeit von Ladestationen wichtiger sein als die maximale Reichweite eines Elektrofahrzeuges.

www.oeamtc.at

www.naf.no

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