Auf dem Gelände der ehemaligen Wehrle-Klinik im Salzburger Andräviertel entsteht ein neuer Standort der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS). Vorgesehen ist ein Gebäude, das Beratungsangebote, Verwaltungsbereiche und ein Gesundheitszentrum unter einem Dach vereinen soll. "Es entsteht ein zeitgemäßes, funktionales und zentrales Gebäude. Unsere 100.000 Versicherten aus Salzburg erhalten eine Anlaufstelle für alle Anliegen zur sozialen Sicherheit", sagte SVS-Obmann Peter Lehner bei einem Pressegespräch. Zudem werde damit ein traditionsreicher Standort neu belebt: "Wir erfüllen ein altes Traditionshaus mit neuem Leben", so Lehner.
Zentrale Serviceeinheit und moderne Arbeitsplätze
Am neuen Standort sollen Arbeitsplätze für 260 Mitarbeiter:innen geschaffen werden. Diese sollen in Zukunft sowohl die Salzburger Versicherten als auch bundesweite Aufgaben betreuen. Zudem werde die gesamte österreichweite Telefonie der SVS künftig in Salzburg gebündelt.
Vor Ort ist ein Servicecenter vorgesehen. Trotz digitaler Angebote wie der SVS-Go-App, Chatbot und Website bleibe der persönliche Kontakt wesentlich. "Den SVS-Versicherten wird vor Ort ein Servicecenter zur Verfügung stehen. Auch wenn wir in der SVS ein Digital-First-Mindset verfolgen und ein umfassendes Angebot mit SVS-Go-App, Chatbot und Website haben, braucht es gerade bei wichtigen und komplexen Fragen persönliche Beratung", erklärte Lehner.
Gesundheitszentrum mit Schwerpunkt Vorsorge
Auf rund 1.400 Quadratmetern entsteht zusätzlich ein SVS-Gesundheitszentrum. Wirtschaftskammerpräsident Peter Buchmüller sieht darin einen wichtigen Schritt: "Das Gesundheitszentrum ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung der Selbständigen in Salzburg. Das umfassende Angebot wird perfekt auf die Bedürfnisse der Unternehmer angepasst: mit Spitzenmedizin, einem umfangreichen Vorsorgeangebot und großzügigen Öffnungszeiten."
Er verwies zudem auf die Standortentwicklung im Viertel: "Das neue Zentrum wird das Stadtviertel aufwerten. Wenn die Wirtschaftskammer Salzburg, das Wifi, die SVS-Landesstelle und das Gesundheitszentrum hier untergebracht sind, entsteht ein regelrechter Campus für Unternehmer:innen", so Buchmüller.
Auch Landwirtschaftskammerpräsident Rupert Quehenberger unterstrich die Relevanz für den ländlichen Bereich: "Die Tätigkeiten in der Salzburger Land- und Forstwirtschaft sind vielfältig, ebenso vielfältig sind die Krankheitsgefahren. Das Gesundheitszentrum wird diesen Anforderungen Rechnung tragen. Dazu werden die Bäuerinnen und Bauern von der geographischen Nähe und den kurzen Wartezeiten profitieren."
Das Gesundheitszentrum folge dem bereits in Wien etablierten Modell, das seit 2019 besteht. Im Jahr 2025 wurden dort 110.000 Behandlungen durchgeführt. Weitere Standorte werden derzeit in Linz und Graz fertiggestellt. Laut Lehner handelt es sich um "ein One-Stop-Shop" mit Facharztzentrum, Diagnosezentrum, Therapiezentrum und Beratungszentrum mit telemedizinischer Begleitung. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei auf der Vorsorge. Zudem würden die Öffnungszeiten Termine auch an Tagesrandzeiten ermöglichen. Das sei gerade für die Selbständigen entscheidend, ist sich der Landwirtschaftskammerpräsident sicher.
Das medizinische Angebot umfasst unter anderem Innere Medizin, Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Neurologie, Orthopädie, Urologie sowie Zahnheilkunde. Ergänzend werden unter anderem Erwerbsunfähigkeits-Untersuchungen, Knochendichtemessungen, Ultraschall, EKG, Lungenfunktionstests, Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen, Blutbefunde, Gastroskopien und Koloskopien sowie Ergo- und Physiotherapie, Schmerztherapie und Wundmanagement angeboten.
Architekturwettbewerb und Zeitplan
Nach Abschluss des Kaufprozesses starten Ausschreibungen und Detailplanungen. Geplant ist eine fünfgeschossige Bebauung, wobei das Gesundheitszentrum im Erdgeschoss und im ersten Stock untergebracht werden soll. Teile des bestehenden Gebäudes bleiben erhalten und sollen umfassend saniert werden. "Ein Teil des Altbestandes wird generalsaniert und mit einem Neubau architektonisch verbunden", so Lehner. Zudem werde man "sehr eng mit der Altstadtkommission zusammenarbeiten und für das Projekt einen Architekturwettbewerb ausschreiben", sagt der SVS-Obmann abschließend.
Der Baubeginn ist für 2028/29 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2030/31. Die SVS plant für das Projekt Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe.
www.svs.at
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