Österreichweite Umfrage
Jedes fünfte Paar streitet häufig wegen Finanzen

| Larissa Bilovits 
| 11.02.2026

In einem Großteil der Beziehungen ist Geld zwar längst kein Tabuthema mehr – dennoch führen vor allem unterschiedliche finanzielle Einstellungen oft zu Konflikten oder gar zur Trennung. Besonders Männer verschweigen vermehrt finanzielle Details. 

Bei Geld hört die Freundschaft auf, besagt ein altes Sprichwort. Aber trifft das auch auf die Liebe zu? Tatsächlich führen Finanzfragen bei rund jedem fünften Paar regelmäßig zu Konflikten, wie eine aktuelle Umfrage der bank99 unter 400 Personen zeigt. Dabei berichten Frauen häufiger von Diskussionen oder Streit (20%) als Männer (16%). Zugleich scheint das Thema heutzutage immerhin kein Tabuthema mehr in Beziehungen zu sein – so sprechen 66 Prozent der Befragten sehr offen mit ihrem:ihrer Partner:in über Geld. Personen mit Matura tun dies sogar noch deutlich öfter (75%).

Finanzielle Unabhängigkeit, aber gemeinsame Entscheidungen

Insgesamt findet eine deutliche Mehrheit der Österreicher:innen, konkret 85 Prozent, es (sehr) wichtig, dass jede:r in einer Beziehung finanzielle Unabhängigkeit bewahrt. Trotzdem legen knapp zwei Drittel (64%) Wert darauf, ihre:n Partner:in bei finanziellen Entscheidungen miteinzubeziehen, sofern es einen konkreten Anlass gibt. 57 Prozent gehen sogar noch einen Schritt weiter und tauschen sich regelmäßig über ihre Finanzen aus und planen diese auch gemeinsam. 

"Geld ist in vielen Beziehungen nach wie vor ein sensibles Thema. Unsere Umfrage zeigt aber: Offene Kommunikation zahlt sich aus. Paare, die regelmäßig über ihre Finanzen sprechen, haben deutlich weniger Konflikte", fasst Bernhard Hohenegger, Vorstand Markt der bank99, die Studienergebnisse zusammen – und ergänzt: "Gerade zum Valentinstag wird klar: Es geht nicht darum, wie viel man ausgibt, sondern wie man gemeinsam mit Geld umgeht. Finanzielle Transparenz und gemeinsame Ziele schaffen Vertrauen – das ist eine gute Grundlage für eine stabile Beziehung."

Junge Paare setzen bei Konten eher auf Mischvariante

Wie wichtig den Österreicher:innen finanzielle Unabhängigkeit ist, zeigt sich auch daran, dass mehr als die Hälfte (56%) ausschließlich getrennte Konten führen und die Kosten systematisch oder spontan aufteilen. Lediglich 28 Prozent organisieren sich über ein gemeinsames Konto. Dabei zeigen sich allerdings starke Unterschiede hinsichtlich Alter und Wohnort: So setzen ältere Paare über 49 Jahren am häufigsten auf ein gemeinsames Konto, während Unter-30-Jährige eine Mischvariante – sprich getrennte Konten für persönliche Ausgaben und ein gemeinsames Konto für Fixkosten – bevorzugen. Zugleich ist die systematische Aufteilung der Kosten oder die Aufteilung nach Einkommen in Städten deutlich beliebter, während in ländlichen Regionen häufiger spontan aufgeteilt wird oder ein gemeinsames Konto existiert. 

"So individuell wie Beziehungen ist auch die Aufteilung gemeinsamer Kosten. Ein Gemeinschaftskonto, wie auch wir es bei der bank99 an-bieten, kann dazu beitragen, Transparenz zu schaffen. So haben alle in einer Beziehung die Ausgaben im Blick", erklärt Hohenegger.

Attraktivitätsboost oder Trennungsgrund

Ebenfalls belegt die Umfrage überraschenderweise ein gängiges Klischee, denn drei Viertel der Befragten stimmen der Aussage "Geld macht sexy" zu und geben somit an, dass finanzielle Unabhängigkeit und Stabilität als attraktiv empfunden wird. Dem stimmen vor allem Frauen (79%), aber auch ein Großteil der Männer (67%) zu. 

Dennoch kann das Thema Geld eine Beziehung auch belasten – beispielsweise dann, wenn beide Parteien hier unterschiedliche Einstellungen pflegen, wie rund drei Viertel der Befragten (77%) angeben. Hoher Konsum, aber auch ein starkes Sparverhalten, werden in der Umfrage als häufiger Trennungsgrund genannt. Die größte Herausforderung für Beziehungen in puncto Finanzen besteht dementsprechend darin, die Balance zwischen finanzieller Sicherheit und Lebensgenuss zu finden. Und obwohl eine gewisse Offenheit hier essenziell wäre, verschweigen 33 Prozent der Männer in ihrer Beziehung finanzielle Details, und damit deutlich häufiger als Frauen (26%). Eine Beziehung ausschließlich wegen des Geldes aufrechtzuerhalten, lehnen nicht zuletzt 78 Prozent ab. 

Erlebnisse wichtiger als materielle Dinge

In Hinblick auf den herannahenden Valentinstag zeigt die Umfrage, dass gemeinsame Erlebnisse in einer Beziehung von einer großen Mehrheit als deutlich wichtiger empfunden werden als teure Geschenke. Dem stimmen vor allem Personen über 49 Jahren zu. Jüngere Menschen unter 30 Jahren zeigen hingegen ein stärkeres Interesse an materiellen Aspekten sowie gemeinsamen finanziellen Zielen. 

www.bank99.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV