Für sein Hörbuch
Dalai Lama mit Grammy ausgezeichnet

| Larissa Bilovits 
| 02.02.2026

Für sein Meditations-Hörbuch erhielt das Glaubensoberhaupt des tibetischen Buddhismus am Sonntag in Los Angeles den wohl wichtigsten Musikpreis der Welt. China jedoch sieht in der Ehrung eine politische Manipulation. 

In der Nacht von Sonntag auf Montag ging in Los Angeles die alljährliche Grammy-Verleihung über die Bühne – und sorgte für so einige Überraschungsmomente. So etwa bei der Bekanntgabe des Siegers der Kategorie "Bestes gesprochenes Album". Dieser Preis ging im heurigen Jahr nämlich an den buddhistischen Mönch Tenzin Gyatso – besser bekannt als Dalai Lama

Award für Erzählung mit "tiefer Weisheit"

Konkret sicherte sich der 90-Jährige die Auszeichnung für sein Hörbuch "Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama". Laut Grammy-Homepage habe "die Erzählung des tibetischen spirituellen Führers" die Abstimmenden – sprich rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy – "mit ihrer tiefen Weisheit und ihrer sanften Vortragsweise" gefesselt und biete den Zuhörer:innen "eine tief meditative Erfahrung, die über das typische Hörbuchformat hinausgeht".

Mit seinem Sieg setzte sich der Dalai Lama unter anderem gegen Nominierte wie Ketanji Brown Jackson durch, die Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ist und für ihr Memoir "Lovely One" nominiert war. "Zum ersten Mal kann man sich bei einer Grammy-Niederlage an den Obersten Gerichtshof wenden", scherzte Grammy-Moderator Trevor Noah, der selbst in dieser Kategorie für sein Kinderbuch "Into the Uncut Grass" nominiert gewesen war, während der Verleihung.

Statement via Social Media

Da der Dalai Lama selbst nicht persönlich bei der Verleihung anwesend war, wurde der Award stellvertretend von Songwriter und Komponist Rufus Wainwright entgegengenommen. Später meldete sich der Preisträger aber via Social Media zu Wort und betonte, dass er die Auszeichnung mit "Dankbarkeit und Demut" annehme, er diese aber nicht als etwas Persönliches, sondern "als eine Anerkennung unserer gemeinsamen Verantwortung" betrachte. Zudem sei er als geistliches Oberhaupt der Tibeter davon überzeugt, "Frieden, Mitgefühl, Sorge um unsere Umwelt und ein Verständnis für die Einheit der Menschheit für das kollektive Wohlergehen aller acht Milliarden Menschen entscheidend" seien.

China sieht politische Manipulation

Deutlich weniger erfreut über die Tatsache, dass der Dalai Lama nun den wohl wichtigsten Musikpreis der Welt sein Eigen nennen darf, zeigte sich China. So erklärte der chinesische Außenamtssprecher Lin Jian in Peking den Dalai Lama zum politischen Exilant, der "antichinesische, separatistische Aktivitäten" unter dem Deckmantel der Religion betreibe. Kunstpreise als Werkzeug für politische Manipulation gegen China zu nutzen, lehne China laut Lin entschieden ab.

Hintergrund dessen ist, dass China Tibet zum chinesischen Staatsgebiet zählt und die Region seit den 1950er Jahren kontrolliert – damals war die chinesische Volksbefreiungsarmee in das bis dahin von den Tibeter:innen selbst als unabhängig erklärte Tibet einmarschiert. Laut China sei der Dalai Lama ein Separatist, auch weil das Glaubensoberhaupt des tibetischen Buddhismus als Sinnbild des Winderstands gilt. Bereits seit seiner Flucht ins Exil im Jahr 1959, infolge eines brutal niedergeschlagenen Aufstands, lebt der Dalai Lama als staatenloser Tibeter in Indien.

www.grammy.com

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