Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und die Industriellenvereinigung (IV) haben gemeinsam das Führungsprogramm "Zukunft.Frauen" ins Leben gerufen, um so mit konkreten Weiterbildungen und Unterstützung beim Aufbau eines Netzwerks weibliche Führungskräfte direkt und auf dem Weg an die Spitze zu fördern. Aus dieser Initiative ging auch der Zukunft.Frauen Alumnae Club (ZFAC) hervor, bei dem es sich um einen Verein von Absolventinnen handelt, der weiblichen Top-Führungskräften und Unternehmerinnen mit Sitz in Österreich eine Plattform zur internen und externen Vernetzung bietet. Ebendieser Club lud erst kürzlich zum Neujahrstalk in das Haus der Industrie. Im Fokus stand dabei die aktuelle Wirtschaftslage und die Frage, wie Österreich wieder zu mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit finden kann.
Strukturelle Reformen gefordert
Für den Eröffnungs-Impuls zeichnete sich dabei IV-Generalsekretär Christoph Neumayer verantwortlich. Er betonte, dass Wachstum kein Selbstläufer sei und ohne strukturelle Reformen, klare Umsetzungsschritte sowie spürbare Entlastungen gefährde man den Wohlstand des Landes. Deshalb sei es laut ihm wichtig, jetzt in die Umsetzung zu kommen und Innovation möglich zu machen. Dafür müsse man Herausforderungen in Chancen verwandeln und entschlossen handeln. "Das Erste, was wir brauchen, ist, dass wir den Druck auf Unternehmen nehmen. Das heißt, wir brauchen weniger Bürokratie, wir brauchen auch eine Kostenreduktion bei den Arbeitskosten und auch bei den Energiekosten", entgegnete Neumayer gegenüber LEADERSNET.tv. "Das Zweite, was wir auch brauchen, ist Zuversicht und wir müssen in die Zukunft investieren. Deswegen ist Forschung und Entwicklung auch ein wahnsinnig wichtiges Thema für uns alle. Das müssen wir auch gut dotieren und dann können wir gemeinsam das schaffen, was wir alle brauchen: nämlich wieder Wachstum für Österreich generieren."
ZFAC-Vorstandsvorsitzende Karen Fanto knüpfte an Neumayer an. "Der Zukunft.Frauen Alumnae Club – mittlerweile 420 Top-Frauen, Top-Entscheiderinnen in der Wirtschaft, unter anderem sind 22 Prozent von uns in Aufsichtsratspositionen, 82 Prozent in Geschäftsführungs- und Vorstandspositionen – hat erst kürzlich eine Umfrage gemacht, wo wir unsere 420 Mitglieder zur Innovation in Österreich befragt haben. Und da ist ein klarer Investitionswille sichtbar für Innovationen, aber auch klare Challenges in den Rahmenbedingungen", so Fanto, die weiter erklärte, dass 27 Prozent der Befragten die Bürokratie als größtes Risiko in der Wettbewerbsfrage sehen, 20 Prozent die geopolitischen Unsicherheiten und 18 Prozent den Fachkräftemangel. "Und die Rolle, die der Zukunft.Frauen Alumnae Club hier spielen kann, ist die Leistung der weiblichen Kompetenz herauszustreichen. Denn wir wissen alle, wir machen es nicht aus dem Selbstzweck, sondern weil Vielfalt bessere Entscheidungen ermöglicht und somit auch nachhaltige und profitabler wirtschaftliche Ergebnisse."
Das Vorbild Schweden
Die schwedische Botschafterin Annika Ben David unterstrich zudem in ihrer Keynote, wie entscheidend Innovationskraft, Risikokultur und ein starker Kapitalmarkt für den wirtschaftlichen Erfolg Schwedens sind. Wenn Innovation gemeinsam gedacht, der europäische Binnenmarkt gestärkt und Kapital für Zukunftsprojekte mobilisiert würde, könnten Österreich, Schweden und die anderen EU-Länder zusammen viel mehr erreichen als jeder für sich, so David. Schließlich sprach sie sich für einen vertieften innereuropäischen Austausch aus, um vor allem in Industriebereichen, die einander ergänzen, europäische und globale Wachstumschancen zu nutzen.
Nach der Keynote von Annika Ben David fand sich ein hochkarätig besetztes Podium ein – bestehend aus Axel Anderl (Partner Dorda Rechtsanwälte), Natascha Mißbach (CEO nagene GmbH), Christoph Neumayer (IV-Generalsekretär) sowie Beatrix Praeceptor (CEO Greiner Packaging) und unter der Moderation von Jutta Perfahl-Strilka (stv. Vorstandsvorsitzende ZFAC und CEO hokify) – das die in der Keynote angesprochenen Herausforderungen aus Industrie, Start-up, Finanzierungs- und Rechtsperspektive vertiefte. Diskutiert wurden etwa Lösungsansätze, die von einer modernen Fehler- und Innovationskultur über bessere Finanzierungs- und Risikokapitalstrukturen bis zu Fachkräftesicherung und Entbürokratisierung reichten.
Danach gefragt, wie es funktionieren kann, Innovation gemeinsam voranzutreiben, antwortete Jutta Perfahl-Strilka: "Im Kern ist es das Mindset, wie wir auf die Themen schauen. Und da glaube ich, dass uns Growth Mindset enorm helfen wird. Was bedeutet das? Das heißt, dass wir Erfolge suchen und nicht versuchen, Misserfolge zu meiden. Dass wir uns nicht auf Fehler konzentrieren als Schuldzuweisung, sondern aus Fehlern lernen und nach vorn blicken und die Zukunft positiv gestalten wollen. Also ein Growth Mindset für alle die Themen, die derzeit gesellschaftlich und wirtschaftlich anstehen."
Unter den Gästen
Unter den zahlreich erschienenen Gästen anzutreffen waren unter anderem Christoph Neumayer (IV-Generalsekretär), Annika Ben David (schwedische Botschafterin), Axel Anderl (Partner Dorda Rechtsanwälte), Beatrix Czipetits (ZFAC-Vorstandsmitglied und Co-Pilotin), Michaela Dietl-Drack (Bankhaus Spängler), Karen Fanto (ZFAC-Vorstandsvorsitzende und Division Managerin bei Berndorf Bäderbau), Gudrun Feucht (Bereichsleiterin IV), Monika Köppl-Turyna (Director at EcoAustria), Gerlinde Layr-Gizycki (Gründerin und Managing Director Inamera), Gerlinde Macho (IT-Unternehmerin), Eva Mandl (ZFAC-Vorstandsmitglied und GF Himmelhoch), Natascha Mißbach (Co-Founder und CEO nagene), Eva Mitsche (Executive Coach), Susanne Müller-Taborsky (ZFAC-Vorstandsmitglied und Managing Partner SMaRT), Jutta Perfahl-Strilka (stv. Vorstandsvorsitzende ZFAC und CEO hokify), Beatrix Praeceptor (CEO Greiner Packaging), Selma Prodanovic (Social Futurist), Maria Rauch-Kallat (Beraterin und Politikerin), Jana Streitmayer-Raith (IV), Gerlinde Tröstl-Katinger (ZFAC-Vorstandsmitglied und GF Metagro) sowie Eva Weissenberger (Gründerin und GF Storytime Media) und viele mehr.
Im Video zu sehen
LEADERSNET.tv holte neben Karen Fanto (ZFAC-Vorstandsvorsitzende und Division Managerin bei Berndorf Bäderbau), Christoph Neumayer (IV-Generalsekretär) und Jutta Perfahl-Strilka (stv. Vorstandsvorsitzende ZFAC und CEO hokify) auch Annika Ben David (Ambassador Schwedische Botschaft Wien), Axel Anderl (Managing Partner Dorida Rechtsanwälte) und Natascha Mißbach (Gründerin und Geschäftsführerin nagene GmbH) vor die Kamera.
Einen Eindruck vom Neujahrstalk können Sie sich zudem mittels Galerie verschaffen.
www.site.wko.at
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