Neues Hotelprojekt
Eigeninvestment als Schlüssel: The Companion Vienna startet 2026 am Westbahnhof

| Julia Weninger 
| 14.01.2026

Das Hotelprojekt zeigt, wie Immobilienentwicklung, eigenes Investment und Nutzungskonzept zusammenspielen können. Eröffnung ist im März 2026. 

Mit The Companion Vienna wird ein lange ungenutzter Standort am Wiener Westbahnhof neu aktiviert. Direkt an der Mariahilfer Straße 127a eröffnet im März 2026 ein Hotel mit 138 Zimmern, Restaurant und Bar. Entwickelt wurde das Projekt von den vier Hoteliers Kai Hollmann, Florian Kollenz, Christian Lainer und Michael Todt, die bereits mit der Superbude Wien und dem NENI am Prater Akzente in der Wiener Hotellandschaft gesetzt haben.

Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht ist das Projekt vor allem wegen seiner Entstehungsgeschichte bemerkenswert. Das Gebäude war ursprünglich als Budget-Kettenhotel konzipiert, blieb jedoch nach der Pandemie jahrelang leer. Erst durch eine grundlegende Neuausrichtung  wie flexible Zimmergrundrisse, eine starke gastronomische Nutzung und eigenes finanzielles Engagement der Betreiber wurde ein tragfähiger Business Case möglich. "Wir investieren selbst in die Immobilie. Das ist heute nicht selbstverständlich, macht aber den Unterschied", sagt Kai Hollmann.

"Wir machen das, weil wir die Hotellerie lieben"

The Companion Vienna versteht sich bewusst als Alternative zu standardisierten Hotelprodukten. Statt anonymer Kettenstrukturen setzen die Entwickler auf ein klar positioniertes Nutzungskonzept, das Nähe, Aufenthaltsqualität und lokale Verankerung in den Mittelpunkt stellt. "Wir sind nicht getrieben von Expansion oder Aktionären. Wir machen das, weil wir die Hotellerie lieben", so Christian Lainer. Ergänzend betont Hollmann: "Hospitality bedeutet für uns menschlicher Kontakt. Orte, an denen man zusammenkommt und bleibt."

Gestalterisch wurde das Projekt vom Berliner Innenarchitekturbüro weStudio unter der Leitung von Piotr Wiśniewski umgesetzt. Der Entwurf verbindet historischen Altbestand mit zeitgenössischem Design und greift Elemente der Wiener Werkstätte auf. Freiliegende Strukturen, handgefertigtes Holz, Terrazzo und polierte Steinflächen prägen die öffentlichen Bereiche. "Wir lesen jede Immobilie genau und entwickeln daraus ein individuelles Produkt – kein Konzept von der Stange", erklärt Florian Kollenz.

Die 138 Zimmer sind kompakt geplant, hochwertig ausgestattet und als bewusste Rückzugsorte konzipiert. Natursteinbäder, Vollholzparkett, übergroße Handtücher und eine neu interpretierte Minibar unterstreichen den Qualitätsanspruch. "Wir machen die Zimmer kleiner und leisten uns dafür Dinge, die echte Gastfreundschaft ausmachen", sagt Michael Todt.

Öffnung des Hauses zur Stadt

Ein wesentlicher Bestandteil der Immobilienstrategie ist die Öffnung des Hauses zur Stadt. Das mediterrane Restaurant Boca sowie die Bar Calypso sind nicht nur für Hotelgäste gedacht, sondern richten sich gezielt auch an Wiener:innen. Boca setzt auf mediterrane Küche mit Einflüssen aus Spanien, Italien und Südfrankreich, entwickelt gemeinsam mit Köchin Lauryn Therin. "Es soll leicht, verständlich und teilbar sein. Ein Ort, an dem das Leben gefeiert wird", so Todt.

Die Bar Calypso verfügt über einen eigenen Eingang vom Gürtel und fungiert als eigenständiger Treffpunkt. Gedimmtes Licht, Samt, roter Marmor und eine kuratierte Musikauswahl prägen das Ambiente. "Man kommt auf einen Drink – und bleibt hängen", sagen die Betreiber.

www.companion-hotels.com

leadersnet.TV