Biennale 2026
Radikal feministisch und nass: Florentina Holzinger taucht in Venedig ab

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 20.01.2026

Mit "Seaworld Venice" vertritt die Performance-Künstlerin Österreich bei der Kunstbiennale 2026 und verspricht ein immersives Wassererlebnis.

Der österreichische Beitrag zur 61. Kunstbiennale in Venedig 2026 steht fest: Florentina Holzinger wird den Pavillon gestalten. Die Entscheidung, die Kunst- und Kulturminister Werner Kogler am 9. Januar 2025 verkündete, ist ein klares Statement für zeitgenössische Performance-Kunst mit feministischer Haltung.

Wasser als künstlerisches Medium

Unter dem Arbeitstitel "Seaworld Venice" entwickelt die 1986 in Wien geborene Künstlerin ein Projekt, das den traditionellen Ausstellungsraum erweitert. Holzinger plant nicht nur eine Installation im österreichischen Pavillon, sondern auch partizipatorische Aktionen in der venezianischen Lagune. Ihr Versprechen an das Publikum: "Die Menschen werden nass werden."

Die Künstlerin knüpft damit an ihre Étüden-Serie an – site-spezifische Aktionen im öffentlichen Raum, bei denen häufig das Verhältnis von Mensch, Maschine und Wasser im Mittelpunkt steht. Für Venedig entwickelt sie diese Forschung weiter und lässt Wasserwesen aus mythologischen Erzählungen in eine mögliche Zukunft der Lagunenstadt eintauchen.

Provokation als Programm

Florentina Holzingers Werk ist bekannt für seine kompromisslose Ästhetik. In ihren spektakulären Projekten verbindet sie Elemente aus Tanz, Theater, Wiener Aktionismus und Zirkus. Sie dekonstruiert Weiblichkeitsbilder, testet körperliche Grenzen und schafft dabei poetische wie verstörende Bildwelten. Ihre jüngste Opernproduktion "Sancta" sorgte 2024 für Kontroversen – genau jene Art von Diskurs, den Holzinger sucht und liebt.

Mit Blick auf die unsichere politische Lage in Österreich und eine möglicherweise rechtskonservative Regierung äußerte sich die Künstlerin selbstbewusst: "Das ist eine enorm coole Situation, mit einer radikal feministischen Arbeit 2026 Österreich zu vertreten. Ich suche und liebe, Kommunikation und Konfrontation." Die unabhängige Fachjury wählte Holzingers Einreichung aus 54 eingereichten Projekten aus. Die Begründung würdigt sowohl die aktuelle Relevanz ihrer Fragestellungen – vom Umgang mit der Ressource Wasser bis zu existenziellen körperlichen Erfahrungen – als auch die innovative Umsetzung in unterschiedlichen Formaten.

www.labiennale.org

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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