Einnahmen stabil, Absatz rückläufig
Tabaksteuer als Budgetfaktor: Was neue Regeln für Markt & Trafikanten bedeuten

| Tobias Seifried 
| 07.01.2026

Raucher:innen bleiben für die Republik eine stabile Einnahmequelle, während der Markt selbst rückläufige Volumina verzeichnet. Neue Regulierungen, ein erweitertes Tabakmonopol und steuerpolitische Maßnahmen prägen den heimischen Markt 2026.

Geopolitische Spannungen und eine nur verhaltene Konjunktur prägen auch den österreichischen Tabakmarkt. Die Bundesregierung setzt auf Budgetkonsolidierung – die Tabaksteuer zählt dabei zu den verlässlich wachsenden Positionen. Parallel verändern neue gesetzliche Maßnahmen Marktstruktur und Vertrieb.

Steuer stabil, Absatz rückläufig

Nach Angaben von JTI Austria ist das Volumen versteuerter Zigaretten 2025 gesunken, während die Einnahmen aus der Tabaksteuer weiter zulegten. Nemanja Pucarevic, General Manager JTI Austria, hält fest: "Mit einem Plus von rund fünfzig Millionen Euro sind die Steuereinnahmen aus der Tabaksteuer 2025 weiter gestiegen. Mit insgesamt rund 2,18 Milliarden Euro beziehungsweise rund 2,9 Milliarden Euro inklusive Mehrwertsteuer macht die Tabaksteuer etwas mehr als zwei Prozent der Einnahmen des Gesamtbudgets aus."

Das neue, dreijährige Tabak- und Nikotinsteuermodell ab 2026 solle, so wird betont, weitere Steigerungen sicherstellen. Auch wenn die Strukturierung nicht in allen Bereichen ausgewogen erscheine, dürfte dieses Paket für eine stabile Entwicklung des Marktes stehen.

Tabaksteuereinnahmen 2025© JTI Austria

Erweiterung des Monopols

Ein zentrales Element ist die Erweiterung des Tabakmonopols. Tabakfreie Nikotinbeutel sind künftig integriert und tragen bereits merklich zum Einkommen der Trafikant:innen bei. Silvia Polan, Director Corporate Affairs, erklärt: "Mit der Aufnahme von tabakfreien Nikotinbeuteln ins Tabakmonopol, die bereits jetzt robust zum Einkommen der österreichischen Tabaktrafikant:innen beitragen, werden die gesetzlich festgelegten Margenerträge weiter steigen."

Gleichzeitig werde der Vertrieb stärker reguliert. Während E-Zigaretten bislang keiner fixen Handelsspanne unterliegen, sollen sie künftig schrittweise nur noch im lizenzierten Handel und in Trafiken erhältlich sein – was das Einkommen der Trafikant:innen zusätzlich stärke.

Die fiskalischen Maßnahmen zeigen jedoch Nebenwirkungen. Zusätzliche Tabaksteuererhöhungen sowie die Aussetzung der Senkung des wertabhängigen Steueranteils hätten, so die Einschätzung des Unternehmens, zum Rückgang des Volumens versteuerter Zigaretten beigetragen. Zugleich wird für 2025 ein Anstieg nicht im Inland versteuerter Zigaretten. "Dieser Anteil ist um 1,3 Prozentpunkte auf rund dreizehn Prozent angestiegen", heißt es von den JTI-Verantwortlichen. Damit gehen demnach Steuerausfälle und Belastungen für Produzent:innen wie Handel einher.

Spannungsfeld 

Insgesamt bleibt der Markt stark reguliert: Trafikant:innen profitieren von klar definierten Handelsspannen, während der gewichtete Durchschnittspreis und der Steueranteil hoch sind. Das Ergebnis ist ein Spannungsfeld zwischen fiskalischen Zielen, Regulierung und veränderten Konsumstrukturen, das — so die Branche — mit Augenmaß ausgestaltet werden müsse.

www.jti.com

Leider weiterhin noch deutlich zu gering besteuert...

Die Langzeitfolgen und die damit verbundenen Kosten für das Gesundheitswesen sollten ehrlicherweise mit einberechnet werden.

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