Karrierestudie von PwC
Österreicher üben sich bei Gehaltsforderungen in Zurückhaltung

| Tobias Seifried 
| 12.11.2025

Die wirtschaftliche Unsicherheit dämpft den Wunsch nach höheren Löhnen spürbar. In Zeiten wie diesen rücken bei den heimischen Arbeitnehmer:innen Jobsicherheit, Werte und ein gutes Arbeitsumfeld in den Vordergrund.

PwC hat am Mittwoch die Ergebnisse der Hopes and Fears Global Workforce Survey 2025 (siehe Infobox) veröffentlicht. Laut der Studie legen Beschäftigte in Österreich größeren Wert auf Sicherheit und Stabilität als auf Gehaltssteigerungen oder Aufstiegsmöglichkeiten. 82 Prozent nennen einen sicheren Arbeitsplatz als wichtigsten Faktor für Zufriedenheit im Job, gefolgt von der Übereinstimmung mit den eigenen Werten (79 Prozent) und einem guten Verhältnis zu Kolleg:innen (76 Prozent).

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten überwiegt der Befragung zufolge eine grundsätzlich positive Stimmung: Drei Viertel der österreichischen Arbeitnehmenden sind überzeugt, dass ihre Fähigkeiten auch in Zukunft relevant bleiben. Künstliche Intelligenz (KI) werde dabei weniger als Bedrohung, sondern zunehmend als Unterstützung gesehen – rund 19 Prozent nutzen sie bereits täglich (2024: 9 Prozent).

Zurückhaltung bei Gehaltsverhandlungen

Die angespannte Wirtschaftslage wirkt sich spürbar auf das Verhalten am Arbeitsmarkt aus. Nur 27 Prozent der Befragten planen, 2026 aktiv eine Gehaltserhöhung zu verhandeln (2024: 38 Prozent), 19 Prozent streben eine Beförderung oder einen Jobwechsel an (2024: 27 Prozent). Gleichzeitig können lediglich 38 Prozent ihre laufenden Kosten decken und zugleich sparen oder sich Extras leisten – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (44 Prozent).

Im internationalen Vergleich zeigt sich Österreich verhaltener: 28 Prozent erhielten im vergangenen Jahr eine Gehaltserhöhung, sieben Prozent eine Beförderung. Weltweit liegen diese Werte bei 43 bzw. 17 Prozent. Sophie Landsteiner, Workforce Transformation Lead bei PwC Österreich, erklärt: "Nach Jahren, in denen Beschäftigte eine starke Verhandlungsposition hatten, sind nun vielfach wieder die Arbeitgeber am Zug. Viele wissen, dass die wirtschaftliche Lage nur begrenzten Spielraum lässt, und passen ihre Erwartungen entsprechend an."

Jüngere Generationen häufiger erschöpft

Während die Generation Z (18–28 Jahre) mit 76 Prozent zwar eine hohe Jobzufriedenheit angibt, berichten mehr als die Hälfte (54 Prozent) von Erschöpfung. Auch Gefühle von Überforderung und Langeweile treten deutlich häufiger auf als bei älteren Beschäftigten. Bei den Babyboomern (61–79 Jahre) überwiegt dagegen Zufriedenheit: 80 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Fast die Hälfte von ihnen (48 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten zusätzliche Fähigkeiten erworben – ein Zeichen ihrer hohen Lernbereitschaft.

KI eröffnet neue Chancen

Neue Technologien verändern die Arbeitswelt deutlich. Personen, die KI regelmäßig einsetzen, berichten häufiger von höherer Produktivität (59 Prozent), besserer Arbeitsqualität (59 Prozent) und mehr Kreativität (53 Prozent). Fast jede:r Zweite erhält dafür laut eigenen Angaben Unterstützung durch Vorgesetzte, was sowohl Kompetenzen als auch Selbstvertrauen stärke.

Laut Landsteiner entfaltet "generative KI ihr volles Potenzial erst, wenn sie Teil des Arbeitsalltags wird". Führungskräfte müssten daher gezielt Rahmenbedingungen schaffen, um den sicheren und sinnvollen Einsatz zu fördern.

www.pwc.at

Über die Studie

PwC befragte für die "Hopes & Fears Survey 2025" 49.843 erwerbstätige Personen in 48 Ländern und 28 Sektoren, darunter 850 Österreicher:innen. Die Befragung wurde so konzipiert, dass sie eine Reihe von Branchen, demografischen Merkmalen und Arbeitsmustern widerspiegelt.

Weitere Informationen finden Sie hier

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PwC befragte für die "Hopes & Fears Survey 2025" 49.843 erwerbstätige Personen in 48 Ländern und 28 Sektoren, darunter 850 Österreicher:innen. Die Befragung wurde so konzipiert, dass sie eine Reihe von Branchen, demografischen Merkmalen und Arbeitsmustern widerspiegelt.

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