Keine Sanierung
Drei Signa-Gesellschaften konkursgerichtlich geschlossen

| Tobias Seifried 
| 11.03.2024

Am Montag fanden am Handelsgericht Wien die allgemeinen Prüfungstagsatzungen in drei Verfahren der insolventen Signa-Gruppe statt. Im Konkursverfahren von René Benko geht es derweil um dessen sämtliches Privatvermögen - auch um etwaiges im Ausland.

Zum Wochenstart gingen am Handelsgericht Wien einmal mehr allgemeine Prüfungstagsatzungen rund um die insolvente Signa-Gruppe statt. Konkret fanden Konkursverfahren der Signa RAM Transactions GmbH, der Signa Hospility GmbH sowie der Burgenland Jagdpachtgesellschaft m.b.H. statt.

Forderungen 

Dabei zeigte sich, dass im Insolvenzverfahren über das Vermögen der REM Transactions GmbH bislang 22 Gläubiger:innen Forderungen in der Höhe von rund 4,9 Millionen Euro zur Anmeldung gebracht haben. Die abschließende Prüfung der Forderungen war in dem kurzen Zeitraum zwischen Verfahrenseröffnung und Prüfungstagsatzung nicht möglich. Daher hat der Insolvenzverwalter vorerst lediglich rund 557.000 Euro anerkannt. Bei der Jagd­pacht­ge­sell­schaft haben bislang (Stand 11. März) neun Gläubiger:innen Forderungen in der Höhe von rund 566.000 abgemeldet, von denen derzeit rund 43.000 Euro anerkannt wurden. Auch hier war eine abschließende Prüfung noch nicht möglich. Bei der Hospility GmbH betragen die Forderungen von zehn Gläubiger:innen rund 610.000 Euro. Der Insolvenzverwalter hat hiervon bislang 123.000 Euro als zu Recht bestehend anerkannt.

Konkursgerichtlich geschlossen

"Im Unterschied zu den Insolvenzen der Signa Holding GmbH, Prime Selection AG und Development Selection AG werden diese Verfahren nicht in einem Sanierungsverfahren, sondern konkursmäßig abgewickelt.", so Alexander Greifeneder vom KSV1870. Die schuldnerischen Unternehmen sind bereits konkursgerichtlich geschlossen. Eine Fortführung bzw. Sanierung der Unternehmen wurde nicht angestrebt. Die Haupttätigkeit der jeweiligen Insolvenzverwalter liege daher in der Liquidation der Unternehmen und der Verwertung vorhandener Vermögensgegenstände.

René Benko

Nachdem das Landesgericht Innsbruck in der Vorwoche ein Konkursverfahren über das Vermögen des René Benko eröffnet hat (LEADERSNET berichtete), steht mittlerweile fest, dass es dabei ums Eingemachte geht. Die Wirkung des Konkursverfahrens bezieht sich laut dem Kreditschutzverband auf das Beratungsunternehmen und sämtliches Privatvermögen des Signa-Gründers. Gleichzeitig erstrecke sich die Wirkung eines in Österreich eröffneten Insolvenzverfahrens auch auf etwaiges im Ausland gelegenes Vermögen. "Kurz zusammengefasst geht es nun um das gesamte Vermögen des René Benko", so Klaus Schaller, Regionalleiter West des KSV1870.

Der weitere Verlauf des Konkursverfahrens des Signa-Gründers sei dem Experten zufolge derzeit völlig offen. Der Insolvenzverwalter hat einen gesetzlichen Verwertungsauftrag – damit ist es seine Aufgabe, das gesamte Vermögen des Schuldners zu veräußern. Benko hat aber in jeder Phase des Konkursverfahrens die Möglichkeit einen Entschuldungsantrag bei Gericht einzubringen.

www.ksv.at

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