Glücksspielbranche und KI – das Thema Sicherheit steht im Fokus
Zu den wirtschaftlichen Gewinnern der letzten Jahre gehört das Online Casino, denn es wurde 2021 in Deutschland legalisiert. Die iGaming-Branche ist bekannt dafür, sich offen gegenüber neuer Technologien zu positionieren und so kann und wird auch das Thema KI hier nicht vermeidbar sein. Eine Frage ist dabei, welche Bereiche von künstlicher Intelligenz wirklich optimierbar sind. Hier ist daran zu denken, die spielerischen Inhalte noch persönlicher auf die Bedürfnisse des Spielers abzustimmen. Jede Person hat ihre eigenen Vorlieben und Abneigungen, die KI-Systeme auf Basis von Datenanalysen erkennen. So wäre künftig denkbar, dass dem Spieler vor allem solche Spiele vorgeschlagen werden, die zu seinen Interessen passen.
Generative KIs wie ChatGPT könnten außerdem zur Optimierung des Kundensupports genutzt werden. Sind die Systeme auf die Beantwortung von Fragen trainiert, können sie einen hohen Anteil an Kundenfragen selbstständig beantworten, und das ohne humane Ressourcen. Die Weiterleitung an menschliche Supporter muss nur noch dann erfolgen, wenn die Beantwortung einer Frage nicht ausreicht.
Von ganz besonderer Bedeutung ist allerdings ein anderes Thema, das die Glücksspielbranche seit jeher bewegt. Der Glücksspielstaatsvertrag wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, Menschen besser vor den Gefahren der Spielsucht und des Geldverlusts zu schützen. Theoretisch ist das möglich, schon jetzt arbeiten die Anbieter mit Spielersperren und Überwachung des Spielverhaltens. Künstliche Intelligenz könnte diese Arbeit in Zukunft zuverlässig übernehmen, da sie Anomalitäten im Verhalten schneller und besser erfasst als Menschen. Herausfordernd dabei ist, dass die menschliche Psyche nicht immer nach Algorithmen funktioniert. Die KI kann somit zwar typische Verhaltensmuster erkennen und dabei sogar schneller als der Mensch arbeiten, ihr fehlt aber das Feingespür für Abweichungen, die dennoch Gefahr bedeuten können.
Ob und in welchem Umfang die KI künftig Einfluss auf den Gamblingsektor nimmt, ist bislang nicht vollständig klar. Es ist jedoch zu erwarten, dass redundante Aufgaben, Support und auch die Erkennung von Gefahren zum Arbeitsgebiet der künstlichen Intelligenz gehören werden.
KI im Finanzsektor – wenn ein System über die Kreditvergabe entscheidet
Ratenkredite spielen eine große Rolle im Privatkundengeschäft. Finanzierungen im Online-Shop sind ein Teil der Wirtschaft und im Hintergrund arbeiten Banken, um solche Geschäfte abzuwickeln oder zu unterbinden. Nicht jeder Konsument hat die Chance, seine Rechnungen auf Raten zu zahlen oder einen Kredit bei der Bank aufzunehmen. Stimmen Bonität und Einkommen nicht, wird die Anfrage abgelehnt und es muss auf andere Zahlungsmethoden ausgewichen werden. Hinter den Entscheidungen stecken schon heute in den meisten Fällen keine echten Menschen mehr.
Wer bei einem großen Versandhändler „Ratenzahlung“ auswählt, erfährt innerhalb von Sekunden, ob die Zahlungsmethode akzeptiert wurde oder nicht. Das hat sich verändert, denn noch vor einigen Jahren wurde oft Tage nach der Bestellung eine E-Mail versandt, dass die Zahlung in Raten in Ordnung ist. Die Arbeitsweise der Menschen hat sich nicht verändert, die Blitzentscheidung wird durch künstliche Intelligenz getroffen.
Der künstlichen Intelligenz werden Prozesse und Kriterien vorgegeben, die sie bei der Antragstellung kontrollieren muss. Anhand dieser Analysen wird dann entschieden, ob ein Kunde als kreditwürdig eingestuft werden kann. Die BaFin kritisiert das Vorgehen, da es Endkunden oft gar nicht bewusst ist, dass sie ihre Daten an eine „Maschine“ übermittelt. Anders sieht es bei der künstlich-intelligenten Portfolioverwaltung aus, die im Finanzleben ebenfalls eine Rolle spielt. Hier entscheiden sich Endkunden selbstständig dafür, dass KI-Systeme beraten und optimieren dürfen.
Die BaFin hat den Einsatz von KI im Finanzsektor genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass es vor allem der Privatkundenbereich ist, wo längst Maschinen das Sagen haben. Geht es hingegen um Baufinanzierungen, wurden bislang keine automatisierten Entscheidungsprozesse ermittelt. Ebenso sieht es bei der Vergabe von Firmenkrediten aus, die ohne menschliche Entscheidungen bis heute nicht durchführbar sind.
Im Marketing ist KI weit mehr als nur ChatGPT – Daten als wertvolles Machtmittel
Wer an Marketing in Verbindung mit KI denkt, hat ChatGPT als Ersteller von Werbetexten und Social-Media-Content im Hinterkopf. Tatsächlich gibt es auch in diesem Sektor deutlich mehr Einsatzbereiche für die KI, um die eigenen Erfolge zu optimieren. Das größte Talent der KI ist, dass sie innerhalb von kürzester Zeit unstrukturierte und große Datenmengen verarbeiten kann. Anders als menschliche Analysten kann sie so in Echtzeit Muster erkennen und Lösungen liefern. Im Marketing sind solche Einsatzbereiche wichtig, da sich die Zielgruppe optimal analysieren lässt. Indem die KI Bedürfnisse möglicher Kunden kennt, kann sie Vorschläge für optimierte Marketingkampagnen machen. Die müssen dann zwar immer noch von menschlicher Hand umgesetzt werden, die Erfolgsquoten sind aber höher.
Eine Rolle spielen dabei auch prognostische Vorhersagen, da die KI das Verhalten von Konsumenten deuten und prognostizieren kann. Entsprechend lassen sich Marketingkampagnen anpassen und erstellen, die für eine verringerte Kundenabwanderungsrate sorgen. Bei allen Einsatzbereichen der künstlichen Intelligenz im Marketing spielt das Thema „Zielgruppe“ eine Hauptrolle. Je genauer die Zielgruppe (durch die KI) ermittelt wurde, desto passgenauer kann die Marketingagentur arbeiten. Das reduziert Streuverluste, sorgt für persönlichere Ansprache und kann Erfolge deutlich steigern. Die Angst vor Jobverlusten in dieser Branche ist groß, aber unnötig. Mitarbeiter werden durch maschinelles Lernen zwar deutlich entlastet, die KI übernimmt aber primär analytische und routinierte Aufgaben. Für die kreative Arbeit braucht es nach wie vor den menschlichen Input.
Fazit: KI ist weit mehr als nur ein sympathischer Chatbot in Gesprächslaune
ChatGPT erzählt Witze, schreibt Gedichte und verfasst auf Wunsch sogar einen Liebesbrief für die Gattin. Ein hilfreiches Werkzeug in vielen Bereichen, insbesondere da das System auf (fast) jede Frage eine Antwort kennt. Künstliche Intelligenz ist aber deutlich tiefgründiger als das, was die Menschen derzeit durch den Bot wahrnehmen. Maschinelles Lernen ermöglicht mehr als das Schreiben von Hausaufgaben und die Suche nach Lösungen im Netz. Algorithmen und Muster spielen dabei eine entscheidende Rolle. KI-Systeme werden künftig in nahezu allen Branchen erwartet, von der Finanzwelt angefangen, bis hin zur Medizin.