"Kein Smartphone-Hersteller der Welt kennt die Senioren so gut wie wir"

Eveline Pupeter zieht im großen Interview Resümee über 30 Jahre emporia.


emporia Telecom, gegründet 1991 und einziger europäischer Handyhersteller, entwickelt, designt und produziert einfach zu bedienende Smartphones, Apps und Tastenhandys und ist Technologieführer in diesem Bereich. Dazu entwickelt emporia Trainings- und Schulungsprogramme speziell für Senioren.  emporia beschäftigt 110 Mitarbeiter:innen und exportiert seine Produkte in mehr als 30 Länder. Der Firmenhauptsitz ist in Linz. Weitere Standorte sind Brüssel, Frankfurt, London, Mailand, Paris und Shenzhen. LEADERSNET hat Alleineigentümerin und Geschäftsführerin Eveline Pupeter zum Interview gebeten.

LEADERSNET: emporia feiert 30 Geburtstag – ist emporia jetzt jung oder alt?

Pupeter: emporia ist jung, weil wir uns laufend neu erfinden, weil wir täglich daran arbeiten innovative, einfach zu bedienende Smartphones und andere intelligente Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Andererseits, wer sich in der heiß umkämpften Telekom-Branche drei Jahrzehnte lang erfolgreich behaupten kann, darf zumindest als "erwachsen" bezeichnet werden.

LEADERSNET: Von der Garage in mehr als 30 Länder der Welt, mehr als 15 Millionen verkaufte Smartphones und Handys. Was waren die größten Tops und Flops?

Pupeter: Top war das weltweit erste Tastenhandy speziell für Senioren, das emporia erfunden hat. Und natürlich das erste emporia Smartphone vor fünf Jahren. Ein Flop war der Versuch, mit emporia-Handys Amerika zu erobern.

LEADERSNET: Welche Mission verfolgen Sie?

Pupeter: 52 Millionen Senioren in der EU besitzen kein Smartphone. In Österreich sind es mehr als eine Million. Sie sind abgeschnitten vom digitalen Grünen Pass, vom Online-Banking, sie können kein ermäßigtes ÖBB-Zugticket kaufen oder einen Parkschein lösen. Während des Lockdowns waren viele ältere Menschen isoliert. Sie konnten ihre Kinder und Enkelkinder nicht sehen, weil sie kein WhatsApp und kein Zoom haben. Das war eine echte Tragödie.

Meine Vision und meine Mission ist es, diese 52 Millionen Senioren mit einfach zu bedienenden Smartphones und Trainings in die digitale Welt zu begleiten.

LEADERSNET: Warum ist der digitale Spalt zwischen Jung und Alt immer noch so groß?

Pupeter: Viele ältere Menschen haben ganz einfach Angst, etwas falsch oder „kaputt“ zu machen. Das ist der größte Hemmschuh, was die Nutzung von Smartphones oder Computern betrifft. Wir von emporia versuchen, ihnen diese Angst zu nehmen.

LEADERSNET: Wie ist es gelungen, als Nischenplayer erfolgreich gegen Weltkonzerne wie Samsung und Apple zu punkten?

Pupeter: emporia ist weltweit das einzige Unternehmen, das mit seniorentauglichen Geräten, Schulungskonzepten und einem umfassenden Trainingsbuch in Papierform ein Gesamtkonzept für die Zielgruppe der älteren Menschen anbietet.

Wir machen Grundlagenarbeit. Wir laden die Senioren zu uns ins Unternehmen ein und diskutieren mit ihnen, was sie sich von einem Smartphone erwarten. Wir schauen ihnen über die Schulter, um zu sehen, wo Schwierigkeiten in der Bedienung liegen. Kein Handyhersteller der Welt kennt die Zielgruppe der Senioren so gut wie wir. Das ist die Basis für unseren Erfolg.

LEADERSNET: Mit welchen Vorurteilen haben Sie zu kämpfen?

Pupeter: Viele glauben, dass ein einfach zu bedienendes Smartphone technisch hinterherhinkt. Das ist ein Trugschluss. Unser Flaggschiff emporiaSMART.5 kann alles, was handelsübliche Smartphones können, und noch manches mehr. Es glänzt mit Dreifach-Kamera für schöne Bilder, pfeilschnellem Oktacore-Prozessor und einem intelligentem Smartcover, mit dem sich viele Funktionen des Smartphones auch bei geschlossenem Zustand bedienen lassen.

LEADERSNET: Wie haben sich die Ansprüche älterer Menschen verändert?

Pupeter: Ich würde sagen, sie sind selbstbewusster geworden. Wenn Sie ein Smartphone besitzen, dann wollen sie damit nicht nur telefonieren, sondern auch whatsappen, streamen, im Internet surfen, fotografieren etc. Was sie allerdings erwarten sind Geräte, die sie gut bedienen können. Aber wollen wir das in Wahrheit nicht alle?

LEADERSNET: Kürzlich sind Sie als österreichischer Leitbetrieb ausgezeichnet worden. Was bedeutet dies für Sie?

Pupeter: Das ist eine große Auszeichnung für mich und für das gesamte emporia-Team. Wir sind uns auch der Verantwortung bewusst, die diese Auszeichnung mit sich bringt, da man als Leitbetrieb eine Vorbildrolle übernimmt und damit in der Auslage steht.

LEADERSNET: Welche Produktneuheiten kommen in naher Zukunft auf den Markt?

Pupeter: Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie hat emporia das Sortiment um Produkte im Gesundheitsbereich aufgestockt. Im nächsten Schritt wird emporia die Gesundheitsprodukte mit einer eigens entwickelten App verknüpfen und so die Konnektivität zwischen emporia-Smartphone und Gesundheitsprodukt herstellen. Damit können die Senioren die Daten unkompliziert auch an den Hausarzt weiterleiten,  und zwar so, wie sie es von emporia gewohnt sind: Einfach, sicher und verlässlich.

LEADERSNET: Was schätzen Sie in Ihrem Beruf am meisten?

Pupeter: Ich sehe, dass ich mit meinem Unternehmen etwas bewegen kann. Unsere Expertise zu einfacher Kommunikation ist international gefragt. Ich bin in der privilegierten Lage, die Zukunft mitzugestalten.

LEADERSNET: Worauf sind Sie besonders stolz?

Pupeter: Auf mein Unternehmen. Mein großartiges Team und ich haben es geschafft, die Marke emporia als Technologieführer für einfach zu bedienende Smartphones, Apps und Tastenhandys international zu etablieren.

LEADERSNET: Was macht Sie glücklich?

Pupeter: Wenn ich im Zug sitze und einen emporia-Klingelton höre. (red)

www.emporia.at

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