Die Digitalisierung hat Österreich während der Pandemie weit weniger durchdrungen als zuerst angenommen, der Pandemie-Effekt wurde bei Weitem überschätzt. Das ergab der vom Telekommunikationsanbieter Drei bei Arthur D. Little Austria und marketmind in Auftrag gegebene neue Digitalisierungsindex 2021 für Österreich.
Im Detail
Der Digitalisierungsindex errechnet sich aus fünf Einzelfaktoren – von der IT-Ausstattung und Vernetzung, über Online-Präsenz und -vertrieb bis zur Arbeitsweise. Auf einer Skala von eins bis hundert misst der Index den Digitalisierungsgrad des Unternehmens. Heimische Großbetriebe erreichten dabei zuletzt einen durchschnittlichen Fortschrittsgrad von 54 Zählern, um 11 Punkte mehr als noch 2019. Bei Kleinstunternehmen hat sich der Wert mit 34 Zählern kaum verändert. In Summe ist damit der Digitalisierungsindex für Unternehmen in Österreich 2021, gegenüber vor der Pandemie, nur marginal von 34 auf 35 Punkte gestiegen.
Vor allem Klein- und Kleinstbetriebe wurden von der Krise so massiv getroffen, dass an Digitalisierungsinvestitionen nicht zu denken war. Die Kluft zwischen Klein und Groß hat sich dadurch noch weiter vergrößert. Von den größten Unternehmen des Landes gaben in der aktuellen Befragung mehr als 90 Prozent an, dass Corona ihre Digitalisierung beschleunigt hat. Im Gesamtdurchschnitt über alle Unternehmenskategorien betrachtet hat jedoch kaum mehr als ein Drittel digitale Fortschritte erzielt.
"Zweifelsohne hat Corona in Österreich für einen Digitalisierungsschub gesorgt. Auch wenn es immer noch viel zu wenige sind, gab es unter den österreichischen Unternehmen noch nie so viele ‚digitale Champions‘. Die knapp 20 Prozent der Betriebe, die man in Österreich grundsätzlich als digitalisiert bezeichnen kann, sind aber mit wenigen Ausnahmen Großbetriebe. Vielen Klein- und Kleinstbetrieben hat die Pandemie schwer zugesetzt. Diesen Betrieben müssen wir jetzt besonders zur Seite stehen, damit wir auf dem Weg in die Zukunft niemanden zurücklassen", kommentiert Rudolf Schrefl, CEO von Drei.
Digitalisierungs-Boost in Großbetrieben verzerrt die Lage
Laut Stefan Schiel, Managing Partner von marketmind, haben mehr als die Hälfte der Großunternehmen im Zuge der Pandemie Home-Office oder Videokonferenztools eingeführt oder deren Einsatz verstärkt. Berücksichtigt man auch die kleinen Betriebe, geben aber gerade einmal 8 Prozent an, vermehrt videotelefoniert zu haben und nur sechs Prozent haben in Corona-Zeiten zum ersten Mal oder verstärkt im Home-Office gearbeitet.
In Summe wird Home-Office nun in vier von zehn Unternehmen genutzt. Fast die Hälfte der Betriebe arbeitet auch nach Corona weiterhin ohne Telefon-, Video- und Webkonferenzen und ohne Digitale Signatur. Cloud-Services nutzen überhaupt erst 39 Prozent der Betriebe.
Drei unterstützt die Kleineren
Um die Klein- und Mittelbetriebe zu unterstützen, hat Drei 2018 die Initiative "Drei Digitalimpuls" ins Leben gerufen, in deren Rahmen der Drei Digitalimpuls Award in diesem Jahr bereits zum dritten Mal an digitale Vorreiter in Österreich verliehen wird. Drei Österreich ist auch Teil der Regierungsinitiative Digital Team Österreich. Im Zuge dessen hat Drei in der Pandemie mehreren tausend Unternehmen einen leistungsstarken, gratis Internet-Zugang zur Verfügung gestellt.
Diese Branchen liegen vorne
Besonders betroffene Branchen zeigen auf, wohin die Reise geht: Vor allem Industrie, Tourismus, Bildung, Kultur und die Kommunikationswirtschaft haben im Digitalisierungsindex einen Sprung nach vorne gemacht. Die Bildung, wo Videokonferenztools erstmals eingeführt und sofort intensiv genutzt wurden, zählt nach Corona jetzt zu den Top 6 der Digitalisierung in Österreich. (jw)
www.drei.at
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