Karlheinz Kopf, Generalsekretär der WKO, erklärt die Investitionsprämie

Mittels Investitionen stellen sich Betriebe zukunftsfit auf. 


Die Corona-Pandemie hat die Investitionen massiv einbrechen lassen. Das muss die Alarmglocken läuten lassen. Denn mittels Investitionen stellen sich Betriebe zukunftsfit auf, sie sind eine wesentliche Säule für unseren Wohlstand von morgen. Weniger Investitionen – das bedeutet auch weniger Wachstum.

Laut WIFO liegen die Bruttoanlageinvestitionen 2020 um 6,5 Prozent unter dem Niveau von 2019. Um diesem Trend aktiv entgegenzusteuern, hat die Bundesregierung unter anderem die neue Investitionsprämie zur Verfügung gestellt. Dies ist ein nicht rückzahlbarer, steuerfreier Zuschuss, den Unternehmen für Neuinvestitionen beim aws beantragen können.

Wenn Betriebe diese Prämie nutzen und die Investitionen dadurch wieder ins Laufen kommen, ist das eine effektive Sicherung von Betriebsstätten und Jobs und auch eine Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe.

Damit hilft die Prämie, den Wirtschaftsmotor wieder in Gang zu bekommen. Mit diesem Modell dreht die Bundesregierung aber darüber hinaus auch noch an den richtigen Stellschrauben in Richtung Zukunft: Denn es gibt einen besonderen Schwerpunkt auf Investitionen in den Zukunftsbereichen Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheit ("Life Science"). Unternehmen, die in diesen Bereichen investieren, kommen in den Genuss der verdoppelten Investitionsprämie, also 14 Prozent.

Das umfasst Investitionen in
• Ökologisierung: etwa für thermische Sanierung von Betriebsgebäuden, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Energieeffizienz in der Produktion, Wassersparen oder Förderung der Kreislaufwirtschaft
• Digitalisierung: digitale Infrastruktur und Technologien wie künstliche Intelligenz, Cloud-
Computing, 3D-Druck, Blockchain und Big Data
• Life Science und Gesundheit: etwa für die Herstellung von Produkten, die in Pandemien von strategischer Bedeutung sind.
Genau definierte klimaschädliche Investitionen sind von der Prämie übrigens ausgenommen.

Das Ankurbeln von Investitionen ist damit auch ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Gerade für die Energie- und Mobilitätswende braucht es große Investitionen etwa in die Infrastruktur. Einziger Wermutstropfen des Modells ist, dass die Transportwirtschaft nicht in gleichem Ausmaß wie viele andere Branchen profitieren kann. Denn Investitionen in fossile Energieträger sind von der Prämie insgesamt ausgenommen. Damit sind selbst die modernen, besonders umweltfreundlichen Euro 6-Fahrzeuge nicht förderfähig.

Fest steht, die Investitionen müssen rasch erfolgen. Aus diesem Grund gilt es auch, Verfahren zu beschleunigen. Denn über mehrere Jahre dauernde UVP-Prüfungen, die für klimarelevante Vorhaben wie etwa Investitionen in die Schieneninfrastruktur oder in Windparks notwendig sind, stehen der Erreichung der Klimaziele im Wege.

Die Investitionsprämie bringt somit einen wichtigen Schub auch fürs Klima, weitere Maßnahmen wie Verfahrensbeschleunigungen müssen folgen.

wko.at


 

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