Die Unternehmensgeschichte des größten Österreichischen Tabakunternehmens geht hierzulande bis zum Habsburger-Kaiser Josef II. zurück, der im 18. Jahrhundert die "Österreichische Tabakregie" gegründet hat. Vorausschauendes und umsichtiges Handeln, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, war die oberste Prämisse bei JTI Austria, als mit Auslaufen der Ausgangsbeschränkungen zum 1. Mai 2020 die ersten Schritte gesetzt wurden, um die Standorte wieder hochzufahren. Nun zieht Ralf-Wolfgang Lothert, Director Corporate Affairs & Communication, ein erstes Resümee.
LEADERSNET: Wie gestaltete sich der Weg zurück ins Office? Wie sieht das "neue Arbeiten" aus?
Lothert: Das Krisenteam, das weiterhin alle Schritte plant und die Lage bewertet, hat ein Zwei-Schichten-Modell für die jeweiligen Teams und Abteilungen entwickelt. Es arbeitet jeweils eine Schicht für eine Woche im Büro und die andere eine Woche im Homeoffice. Dabei haben die Kollegen in der "Büro-Schicht" die Möglichkeit, in dieser Woche trotzdem von zu Hause zu arbeiten – sei es tages- oder auch nur stundenweise.
LEADERSNET: Das klingt nach enorm viel Flexibilität?
Lothert: Ja, das ist richtig. Die Flexibilität, die unsere Mitarbeiter während des Shutdowns gezeigt haben, zeigen nun wir als Arbeitgeber. Die Vor- und Nachteile des Homeoffice werden individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen. Viele haben es in den letzten Wochen schätzen gelernt. Daher haben wir uns dazu entschieden, diese Option flexibel anzubieten.
LEADERSNET: Gibt es beim Kommen und Gehen besondere Regeln?
Lothert: Während sich die Krankheitszahlen in Österreich glücklicherweise sehr gut entwickeln, hat der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter selbstverständlich weiterhin oberste Priorität. Wir lassen beim Betreten des Büros immer noch die Körpertemperatur kontrollieren. Für diejenigen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, bieten wir an, anfallende Parkgebühren zu übernehmen, wenn sie lieber mit dem Auto fahren möchten.
LEADERSNET: Welche Maßnahmen setzen Sie noch?
Lothert: Neben dem nun wieder vorhandenen Kantinenangebot haben wir auch einen Lieferservice für die Mittagspause eingerichtet.
Schutzmaterial – Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Schutz – ist ausreichend vorhanden. Wir haben uns selber einen Mindestabstand von zwei Metern verordnet um wirklich auf Nummer sicher zu gehen. Besprechungen und Meetings können über die Sommermonate auch im Freien auf einer der Terrassen stattfinden.
LEADERSNET: Stichwort Meetings: Wie wichtig ist das persönliche Miteinander?
Lothert: In jedem Fall ist es sehr positiv, die ersten Meetings wieder persönlich abzuhalten und die Gesichter der Kollegen nicht nur auf dem Bildschirm zu sehen. Natürlich hätten wir uns all diese Erfahrungen in Anbetracht der weltweiten, viel Leid bringenden Ereignisse erspart. Dennoch: Als Team sind wir in der Ferne noch mehr zusammengewachsen und wir wissen, dass wir gemeinsam sehr viel schaffen können. Es zeigt aber auch, dass eine rein „virtuelle Welt“ nicht zu der Corporate Culture und dem Teamgeist führt, wie man sie als führendes Unternehmen haben möchte. Dazu bedarf es auch das persönliche Miteinander.
LEADERSNET: Was konnten Sie aus der Krise lernen?
Lothert: Aus der Krise den Schluss zu ziehen, man müsse nur das Homeoffice ausweiten und damit wäre alles erledigt, ist ein Trugschluss. Es bedarf hier ausgeklügelter Konzepte, um die Vorteile des Homeoffice zu nutzen und gleichzeitig eine effektive, gerechte, teamorientierte und unternehmensverbundene Kultur zu bilden und zu fördern.
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