Covid-19: Führungskräfte ab auf die Kommandobrücke!

Ricardo-José Vybiral, Vorstand des KSV1870, teilt seine Gedanken zur aktuellen Situation mit der LEADERSNET-Community.

In den letzten Tagen fragen mich GeschäftspartnerInnen, FreundInnen, KollegInnen und JournalistInnen: "Wie wird die Welt nach der Krise aussehen?" Die einzige "altkluge" Antwort die mir bislang dazu einfällt: "Anders! Zumindest mittelfristig." Manche Zukunftsforscher sprechen ja schon von einer kompletten Veränderung unseres Miteinanders und unserer Umwelt. Ehrlich gesagt, bin ich mir da nicht so sicher. Ich würde es mir zwar wünschen, aber die Menschen sind kurzfristig, wenn der Leidensdruck besonders hoch ist, sehr anpassungsfähig. Kaum lässt der aber nach, verfallen sie wieder in alte Muster.

Aufgrund der aktuellen Veränderungen stellen wir uns ganz viele Fragen. Vor allem mit einer beschäftigt sich auch mein Unternehmen – der KSV1870 - ganz besonders intensiv:

Welche Unternehmen werden diese Krise überleben?

Viele machen es sich zu leicht und beurteilen die Überlebenswahrscheinlichkeit der Unternehmen nach Branchen – Gastronomie, Tourismus, stationärer Handel vs. Onlinehandel: ja – nein! Diese Antworten sind aber viel zu einfach gedacht, eindimensional und schlichtweg falsch. Ich habe da einen ganz anderen Zugang: Ich glaube nämlich ganz fest daran, dass die Aktiven, die Kreativen, die Innovatoren und auch die Schnellen die größte Chance haben, sich nach diesem Virentsunami wieder zu erholen. Es geht eben nicht um die Branchen oder um die Unternehmensgrößen. Es geht um die Flexiblen, die heute schon darüber nachdenken, wie sie nach der Krise agieren werden. Jene, die sich in diesem Moment auf die Post-Krise vorbereiten.

Und es gibt noch einen weiteren ganz entscheidenden Überlebensfaktor: die UnternehmerInnen und ManagerInnen dieses Landes müssen ganz schnell zurück auf die Kommandobrücke. Sie müssen Ihre Boote oder ihre Schiffe durch den Sturm manövrieren und nicht in eine Krisenlethargie verfallen. Führungskräfte haben die Verpflichtung – gerade jetzt – hart gegen den Wind zu segeln. Koste was es wolle!

Unsere Regierung hat gerade in diesem Ausnahmezustand pfeilschnell reagiert – Chapeau! Sie sagt richtig: Aktuell geht es ums Überleben, um dann nach der Krise voll durchstarten zu können. Oder wie unser berühmter Nationalphilosoph Hans Krankl es (der Situation angepasst) ausdrücken würde: "Wir müssen überleben, alles andere ist primär."

Wir dürfen uns eben auch nicht alleine auf einen Rettungsschirm der Regierung verlassen. Die Führungskräfte des Landes müssen jetzt mehr denn je, die unternehmerische Verantwortung in ihren Unternehmen übernehmen und alles daran setzen den Kurs in Richtung einer stabilen Geschäftslage nach der Krise zu halten. Wir werden unsere MitarbeiterInnen durch eine unsichere Zeit der Kurzarbeit führen und sie als unsere Team-Mitglieder immer wieder aufs Neue an Bord holen müssen. Wir werden uns alle intensiv über alternative Prozesse und Geschäftsmodelle Gedanken machen müssen. Und es wird noch wichtiger werden möglichst nahe am Kunden und an den Geschäftspartnern zu sein.

All das bedeutet notwendigerweise Transformation, die ganz sicher nicht ohne Transpiration machbar ist. Es wird viel Schweiß und Herzblut notwendig sein um unseren Wirtschaftsstandort wieder dort hinzubekommen, wo er noch vor ein paar wenigen Wochen war. Und vielleicht schaffen wir es sogar noch besser zu werden, indem wir es einfach anders machen.

Als Optimist glaube ich ganz fest daran.

Glück auf und bleiben Sie gesund!

Ihr Ricardo-José Vybiral

www.ksv.at


Herr Vybiral hat seine Gedanken exklusiv mit LEADERSNET geteilt und wir veröffentlichen diese unverändert als seinen persönlichen Beitrag für unsere Leser. Hierbei handelt es sich um einen autonomen Gastbeitrag und nicht um ein Werk der LEADERSNET-Redaktion.

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