Österreicher halten Wohneigentum für wirtschaftlich sinnvoller als Miete

VAV Wohnbarometer 2020: Bei der Finanzierbarkeit von Eigentum herrscht jedoch Skepsis.

Die Österreicher sehen das Wohnen im Eigentum als wirtschaftlich vorteilhaft an. 71 Prozent sind der Ansicht, dass Eigentum die wirtschaftlich sinnvollere Wohnform darstellt, lediglich 21 Prozent votieren für die Miete. Das geht aus dem aktuellen Wohnbarometer der VAV Versicherung hervor.

Starken Einfluss auf die Entscheidung üben der Bildungsstand und das Einkommen der Probanden aus. 78 Prozent der gut Verdienenden und 79 Prozent der Maturanten und Hochschulabsolventen sprechen sich pro Eigentum aus. Auch 53 Prozent der Mieter legen sich auf Eigentum fest.

Weniger Zustimmung in Wien

In Wien ist die Zustimmung mit 65 Prozent in Relation zu anderen Bundesländern gering. In Niederösterreich und dem Burgenland fällt sie mit 79 Prozent am höchsten aus. Die Werte blieben gegenüber dem Vorjahr stabil. Lediglich innerhalb der Bundesländer gab es Verschiebungen. Im Vorjahr waren Vorarlberg und Tirol mit einer Zustimmung von 84 Prozent Spitzenreiter.

"Bei dieser Einschätzung dürften die schon sehr lange bestehenden niedrigen Kreditzinsen auf der einen Seite und die deutlich gestiegenen Mieten in der Neuvermietung auf der anderen Seite eine wesentliche Rolle spielen", hält Sven Rabe, Vorsitzender des Vorstandes der VAV fest.

Finanzierbarkeit als Problem

Allerdings halten lediglich acht Prozent der Eigenheimbesitzer und drei Prozent der Mieter unter derzeitigen Voraussetzungen die Anschaffung von Wohneigentum für leicht finanzierbar. 46 Prozent der Eigentümer und 20 Prozent der Mieter sehen konsequentes Sparen als Voraussetzung und 36 bzw. 37 Prozent fürchten hohe Einschränkungen.

Für acht Prozent der Eigentümer und 39 Prozent der Mieter gilt Eigentum als unerschwinglich. Auffallend zuversichtlich sind Selbstständige und Freiberufler, von denen zwölf Prozent ein Eigenheimprojekt für leicht finanzierbar einschätzen und 46 Prozent bei konsequentem Sparen für leistbar.

54 Prozent der Probanden gaben an, bereits Wohneigentum zu besitzen, 46 Prozent wohnen zur Miete. Der Eigentumsanteil steigt mit dem Alter und dem Einkommen. Bei über 50-Jährigen beträgt der Eigentumsanteil 63 Prozent und bei den Gutverdienern 73 Prozent. Den niedrigsten Eigentumsanteil verzeichnet Wien mit 24 Prozent, den höchsten Tirol und Vorarlberg mit 67 Prozent. Rabe: "Diese Unterschiede stehen im engen Zusammenhang mit dem verfügbaren Angebot an Mietwohnraum, der in Wien historisch bedingt am größten ist."

Wunschadressen liegen im Grüngürtel

Bei einer vollkommen freien Wahl der Wohngegend würde sich ein Drittel für den Grüngürtel am Rand einer Stadt entscheiden, 20 Prozent bevorzugen das stadtnahe Land und 15 Prozent wünschen sich einen möglichst zentral gelegenen Wohnsitz in der Stadt. Mieter und unter 30-Jährige tendieren eher zur städtischen Wohnumgebung. Gut Verdienende und höher Gebildete bevorzugen eine grüne Wohnumgebung am Stadtrand oder in Stadtnähe.

41 Prozent und damit die Mehrheit der Befragten wendet bis zu 30 Prozent des Haushalteinkommens für die Miete auf, 25 Prozent bis zu 40 Prozent und neun Prozent sogar mehr als 40 Prozent. Fast jeder Fünfte gibt bis zu 20 Prozent für die Miete aus. Die höchsten Mieten finden sich wenig überraschend in Salzburg und Oberösterreich, wo 58 Prozent bis zu 30 Prozent ihres Haushalteinkommens für die Miete reservieren. (as)

www.vav.at

Über das Wohnbarometer der VAV

Für die Studie wurden vom österreichischen Gallup Institut 1.000 Probanden in ganz Österreich befragt. Befragungszeitraum war der November 2019. Die Ergebnisse sind über wohnbarometer.vav.at abrufbar.

leadersnet.TV

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie weitersurfen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind.
Weitere Informationen.