"Es geht um Macht, Einfluss, Ansehen, Netzwerk und Eitelkeit"

Board Search-Chef Josef Fritz im Interview über die richtige Zusammensetzung in Aufsichtsräten.

Josef Fritz und sein Unternehmen Board Search haben sich darauf spezialisiert, nach qualifizierten Aufsichtsorganen im deutschsprachigen Raum zu suchen. Eingebunden in die Dr. Pendl & Dr. Piswanger Unternehmensgruppe mit 22 Büros in 15 Ländern in Ost- und Südeuropa sowie Asien sowie die Zugehörigkeit zur weltweit tätigen InterSearch Gruppe – mit mehr als 100 Büros Top 3 – verfügt Board Search über ein erstklassiges Netzwerk.

Eines der erklärten Ziele von Fritz ist, es die Qualität der heimischen Aufsichtsräte zu steigern. Aus diesem Grund hat das Board Search  den AREX (Award für AufsichtsRat EXzellenz) ins Leben gerufen, der "Exzellenz in Gremien" auszeichnet. Der AREX 2019 wird im Rahmen der Aufsichtsrats-Gala am 7. November 2019 im Grand Hotel Wien verliehen.

LEADERSNET hat sich jetzt schon mit Board Search-Managing Director und Forum Aufsichtsrat-Gründer Josef Fritz getroffen und sich mit ihm über die jüngsten Negativschlagzeilen beim Thema Aufsichtsräte, der sinkende Altersschnitt in Kontrollgremien, den positiven Einfluss von weiblichen Aufsichtsräten, wer die "immer gleichen Drei" sind und den AREX 2019 unterhalten.

LEADERSNET: Stichwort Stieglitz, Ortner, Pagitz, Berndt. Gleich mehrere Aufsichtsratsbestellungen staatsnaher Unternehmen sind in letzter Zeit in die Schlagzeilen geraten. Würden Sie sagen, dass die öffentliche Wahrnehmung von Aufsichtsräten aktuell nicht wirklich positiv ist?

Fritz: Grundsätzlich soll ein Aufsichtsrat nicht in den Schlagzeilen sein. Während einer Wahlkampfperiode stehen staatsnahe Unternehmen besonders im medialen Fokus. In Kombination mit dem bekannten Satz "only bad news are good news" kommt es zu einer speziellen Mischung, die dem Ansehen nicht förderlich ist. Positiv ist, dass man den Bestellmodus von Aufsichtsräten hinterfragt und deren Qualifikation, Eignung sowie – besonders wichtig – deren Unabhängigkeit in die Betrachtung einbindet.

LEADERSNET: Laut einer JKU-Studie, die die OÖ Nachrichten veröffentlicht haben, liegt in Österreich die durchschnittliche Vergütung für einen Aufsichtsrat zwischen 14.000 und 23.000 Euro brutto im Jahr. Ein Vorstandsmitglied in Österreich verdient hingegen das 24- bis 26-fache eines Aufsichtsratsmitglieds. Warum wollen gutbezahlte Manager dennoch unbedingt in Kontrollgremien?

Fritz: Es geht oft um Macht, Einfluss, Ansehen, Netzwerk, aber auch bei manchen auch um Eitelkeit. Die pekuniäre Seite steht in Österreich, im Aufsichtsrat, nicht im Vordergrund.

LEADERSNET: Weiter geht aus der Studie hervor, dass es kaum junge Aufsichtsratsmitglieder gibt. Gerade einmal drei Prozent sind unter 40 Jahren. Fehlt den Jungen noch die Erfahrung oder stehen diese einfach nicht zur Verfügung?

Fritz: Lange Zeit galt die charakteristische Beschreibung für den Aufsichtsrat: "männlich, weiß, 65+". Das hat sich erfreulicher Weise geändert. Der Altersdurchschnitt von Aufsichtsräten ist in den letzten Jahren erheblich gesunken. In Hamburg hat ein Unternehmen einen 29-jährigen in den Aufsichtsrat berufen, weil er besondere digitale Fähigkeiten einbringt. Das ist kein Einzelbeispiel. Immer mehr Jüngere interessieren sich für das Thema Aufsichtsrat und haben auch die Chance auf ein Mandat, wenn der Besteller ihre besondere Qualifikation benötigt. Erfahrung bringen die schon tätigen Aufsichtsräte ein. Auch die Frauenquote und vor allem die stärkere Präsenz von Frauen in Aufsichtsräten, hat der Altersstruktur gut getan.

LEADERSNET: Wie wichtig ist eine diverse Zusammensetzung aus Jungen, Älteren, Männern und Frauen im Aufsichtsrat?

Fritz: Studien in Deutschland, Österreich und der Schweiz weisen nach, dass fast immer nur die "gleichen Drei" im Aufsichtsrat vertreten sind: der Finanzexperte, der Betriebswirt und der Jurist. Das ist kein ausreichender Know-how-Mix. Heute weiß man, dass Vielfalt und Buntheit das Gremium Aufsichtsrat bereichern. Die Diversität in fünf Dimensionen – Alter, Geschlecht, Know-how, Internationalität und Herkunft – wird zu einem wichtigen Bestellkriterium. Gemischte Teams bewirken nachweislich bessere Entscheidungen.

LEADERSNET: AREX 2019 – es steht ein kleines Jubiläum an – was erwartet uns bei der fünften Aufsichtsratsgala am 7. November?

Fritz: Wir dürfen fünf exzellente Preisträger in den Kategorien "Börsennotierte Unternehmen", "Familienunternehmen", "Stiftungen", "Social-Profit-Organisationen" und "Journalismus" vor den Vorhang bitten. Darüber hinaus wird es Speed-Interviews mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden von RHI-Magnesita und der CEO von Zürich Versicherung geben. Ein Round-Table mit Experten der renommierten, internationalen Unternehmen avedos, Brainloop, Chubb, CMS und Comgest gehört ebenso zu den Highlights des Abends. Brainloop und Diligent haben das AREX-Buch 2019 produziert, das wiederum wertvolle Fachbeiträge, Glossare und Tipps auf über 270 Seiten enthält und unser Gastgeschenk ist. Für die AREX-Gala wird von VICEM wieder ein eigener Film produziert. Musikalischer Stargast der heurigen Gala ist Christiana Uikiza. Sie war unter anderem Opening Act bei Tom Jones und bereicherte in den letzten drei Jahren auch den Opernball musikalisch. Auf ihrer CD performt sie mit Musikgrößen des Jazz und Pop. Last but not least: Der AREX ist ein internationaler Event im Grand Hotel Wien, mit 300 handverlesenen Gästen – im Vorjahr aus Europa, Asien USA und Afrika – und hervorragenden Netzwerk-Möglichkeiten.

www.boardsearch.at

Über den AREX

Mit dem AREX wird Professionalität im Aufsichtsrat ausgezeichnet. Der Begriff Aufsichtsrat wird mit einem breiten Verständnis unterlegt: Aufsichtsrat, Beirat, Stiftungsvorstand, Gremien aller Art.

Der gläserne Award AREX steht für Transparenz (Glas) und Spitzenleistung (Form des Awards) und soll die Begriffe AufsichtsRat und EXzellenz abbilden. Der Preis wird im Rahmen einer großen Gala verliehen, die am 7. November 2019 im Grand Hotel Wien, stattfinden wird.

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