Auf der Spanischen Treppe sitzen ist jetzt strafbar

Rom zieht Konsequenzen aus Massentourismus und ahndet Touristen mit bis zu 400 Euro.


Nach Venedig, das nun "Eintritt" verlangt, setzt die nächste italienische Stadt Maßnahmen gegen den Massentourismus: ab sofort ist es nicht mehr gestattet, auf der spanischen Treppe zu sitzen. Die berühmte Treppe war 2016 renoviert worden, weil sie durch Kaugummis, Rotwein- und Kaffeeflecken verunreinigt war. Zum Schutz des Kulturerbes gehen die Behörden dagegen jetzt vor.

Polizisten vertrieben am Dienstag mit Trillerpfeifen Besucher, die sich auf den berühmten Marmorstufen im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt ausruhen wollten. Der Stadtrat hatte im Sommer einen Erlass verabschiedet, der es untersagt, sich auf Monumente zu setzen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen von bis zu 400 Euro.

Verboten wurden auch weitere Verhaltensweisen, die den Stadtverantwortlichen ein Dorn im Auge sind – etwa das Baden in Brunnen und das Spazierengehen ohne T-Shirt oder Hemd. Auch das ratternde Rollkoffer-Ziehen treppab und treppauf ist verboten. Rom will damit die Auswirkungen des Massentourismus unter Kontrolle bringen.

Treppe in Mitleidenschaft gezogen

Die im 18. Jahrhundert errichtete Spanische Treppe, die zur Kirche Trinita dei Monti führt, ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen Roms. 2016 wurden sie für 1,5 Millionen Euro renoviert. Die Freitreppe war nicht nur durch Luftverschmutzung, sondern auch durch Kaugummis, Kaffee- und Rotweinflecken in Mitleidenschaft gezogen worden.

Auch andere italienische Städten versuchen mit strengeren Regeln, des Touristenansturms Herr zu werden. In Venedig beschloss der Stadtrat im Mai strikte Maßnahmen, um die UNESCO-Welterbestadt besser zu schützen. Das bekamen kürzlich zwei deutsche Touristen zu spüren: Sie mussten 950 Euro Strafe zahlen, weil sie an der berühmten Rialtobrücke Kaffee kochten. (red)

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