René Benko will Ötzi ein neues Zuhause spendieren

Investor schlägt einen futuristischen Neubau in Bozen vor – Kaufleute gegen Pläne des Unternehmers.

Die Entdeckung der Gletscherleiche Ötzi im Jahr 1991 war eine Sensation. Seit März 1998 wird die über 5.000 Jahre alte Gletschermumie im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt. Jährlich wollen rund 300.000 Besucher einen Blick auf Ötzi erhaschen. Ein Ansturm den das Museum im Gebäude der altösterreichischen Nationalbank nicht mehr bewältigen kann.

Die Südtiroler Landesregierung hat deshalb beschlossen, das die Mumie ein neues Zuhause braucht. Eine Kommission soll einen günstigen Standort ermitteln, an dem auch das Natur- und das Stadtmuseum untergebracht werden sollen, berichtet Der Standard. Bei den hohen Grundstücks- und Mietpreisen in Bozen sei dies jedoch kein einfaches Unterfangen. Die Kaufleute appellieren an die Landesregierung, die Attraktion in der Altstadt zu belassen, da sie sonst um ihr Geschäft fürchten.

Ötzi im "Glaspool"

Die Umsiedlungspläne für Ötzi haben auch den österreichischen Investor René Benko auf den Plan gerufen. Benko besitzt in der Südtiroler Hauptstadt etliche Immobilien und Areale. Er hat dem Land jetzt einen Baugrund für das Museum angeboten. Er liegt auf dem Virgl, einem Hügel oberhalb des Eisackufers. Benko schwebt ein "futuristischen Museumsquartier, das rasch Weltruf erlangen wird", vor.

 Südtiroler Archäologiemuseums © Südtiroler Archäologiemuseum/foto-dpi.com

Das vom norwegischen Architektenteam Snohetta vorgelegte Projekt verbindet das Museum mit einem Restaurant, einer Konzertarena und der Bergstation einer Seilbahn, mit der das Museumsquartier in knapp zwei Minuten erreichbar sei. Autos sollen ausgesperrt werden. Das neue Museumsquartier mit 12.000 Quadratmeter Fläche könne "in rund 25 Monaten verwirklicht werden und zu einer Attraktion für ganz Italien" werden. Ötzi selbst soll in einer Art "Glaspool" ausgestellt werden.

Mächtige Gegner

Ein Vorschlag, der den Kaufleuten nicht schmeckt: "Die Besucherströme müssen in die Städte geleitet werden und nicht in die Peripherie." Zur Anti-Benko-Front gehört auch Michl Ebner, Chef des mächtigen Medienkonzerns Athesia. Der langjährige SVP-Parlamentarier und Handelskammer-Präsident hat dem Land zudem ein eigenes Angebot unterbreitet.

Heinz Peter Hager, Benkos Statthalter in Bozen, kann den Sorgen Ebners und der Kaufleute jedoch nichts abgewinnen. Die Behauptung der Kaufleute, die Verlegung der berühmten Gletschermumie werde sich "sehr negativ auf die Entwicklung der Altstadt auswirken", treffe laut Hager nicht zu. Entschieden werden soll übers Ötzi Zukunft in den kommenden Wochen. (as)

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