Rassismusgeschichten und Bewerbungssachen: "medianet"-Chefredakteur von Bewerberin als Chef verschmäht

Eine Bewerberin verlor aufgrund der Wurzeln von Dinko Fejzuli abrupt das Interesse an der offenen Stelle.

Im Bewerbungsdschungel haben sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer immer wieder mit Frusterlebnissen zu kämpfen: Rückmeldungen die lange auf sich warten lassen oder ganz ausbleiben, uneinsichtige Auswahlkriterien oder kuriose Vorstellungen was Qualifikation oder Gehalt betrifft. Eine Frau, die sich vor kurzem beim Branchenportal medianet  um die Stelle als Redakteurin beworben hatte, zog nun ihre Bewerbung bei Chefredakteur Dinko Fejzuli mit der Bitte um Löschung der Unterlagen zurück. Der Grund: seine "ausländische Herkunft".

"Sehr geehrter Herr Fejzuli, ich wusste nicht, dass ein Mann ausländischer Herkunft die Chefredaktion eines österreichischen Mediums über hat, sonst hätte ich mich bei Ihnen erst gar nicht beworben!" – so begann die Mail, die Fejzuli am Dienstag in seinem elektronischen Postfach vorfand. Die Dame, welche Ihre Mail mit der Berufsbezeichnung "Volksschullehrerin – Redakteurin" signierte, stieß sich offensichtlich so sehr an dem Gedanken, einem Vorgesetzten mit nicht-österreichischem Stammbaum unterstellt zu sein, dass sie Fejzuli in der Folge bat, Ihre Bewerbungsunterlagen zu löschen und Ihr Interesse an der Stelle zurückzog.

Empörung und Lederhosen

Der medianet-Chefredakteur reagierte dem Branchendiktus gemäß und suchte den Dialog mit der Öffentlichkeit: Er wandte sich mit einer anonymisierten Veröffentlichung der E-Mail via Twitter  an seine Social-Media-Gefolgschaft. Wie zu erwarten war, wurde der Beitrag mehrfach geteilt und kommentiert, wobei sich die Stimmung en gros gegen die Einstellung der Bewerberin richtete. "Und so etwas unterrichtet unsere Kinder. Läuft bei uns", so lautete einer der vielen Kommentare. 

Fejzuli indessen kam dem Wunsch der Dame nach, ließ es sich aber nicht nehmen, noch eine Antwortmail zu verfassen: Er konterte mit einem Foto von sich selbst in zünftiger Lederhose. (rb)

www.medianet.at

So sah die Antwortmail von Fejzuli aus, die er ebenfalls auf Social Media postete. © Dinko Fejzuli

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