Aus für Cebit: Weltgrößte Computermesse ist Geschichte

Nach massiv rückläufigen Besucherzahlen wird es 2019 nach 33 Jahren keine weitere Edition der IT-Messe mehr geben.

Die deutsche Messe bereinigt ihr Veranstaltungsportfolio und stellt die Cebit angesichts des akut schwindenden Interesses an der einst weltgrößten Messe ihrer Art schon mit dem Jahr 2019 ein. Die "industrienahen Themen" der Cebit sollen in der Hannover Messe weitergeführt werden, während man die übrigen Themenfelder zukünftig in inhaltlich spitzen Fachveranstaltungen abdecken möchte, erklärten die Veranstalter in einer Aussendung. Auf der Homepage der Cebit titelt man "Danke für 33 Jahre: Die Cebit in Hannover wird abgesagt".

Von 800.000 auf 120.000 Besucher

Im Sommer 2018 ging die Cebit nach rückläufigen Zahlen sowohl seitens Besuchern als auch bei den Flächenbuchungen im Vorfeld mit dem Versuch einer Neupositionierung in die Offensive. Man wollte sich als "Europas führendes Digitalevent" mit Konferenz- und "Festivalcharakter" neu ausrichten. Insgesamt lockte die Cebit in neuem Gewand allerdings nur 120.000 Besucher auf das Messegelände – noch einmal deutlich weniger als die 200.000 Besucher von 2017.

Den Hauptgrund für diese Entwicklung verortet man bei der deutschen Messe in der allumfassenden Digitalisierung, die keine Branche unberührt lasse und für eine Horizontalmesse wie die Cebit nun schließlich den langsamen Tod bedeutete. Die Messepolitik der Unternehmen, die die klassischen Kernaussteller der Cebit bildeten, richte sich zunehmend auf die Branchenmessen der Anwender als Plattform für Geschäftsanbahnung aus.

Deutscher Messe-Vorstand Frese gab Rücktritt bekannt

Der für die Cebit hauptverantwortliche Deutsche Messe AG-Vorstand Oliver Frese bat das Aufsichtsratpräsidium um Entbindung von seinen Aufgaben zum Jahresende. Noch im Sommer hatten die Cebit-Macher ein positives Fazit für ihr neues Konzept gezogen, Frese sagte damals, alle Ziele seien erreicht worden. Die Cebit war einst weltweit die größte Messe ihrer Art. Zu besten Zeiten um die Jahrtausendwende hatte die Veranstaltung bis zu 800.000 Besucher gezählt, dann ging die Kurve kontinuierlich nach unten.

"Schlag ins Kontor" für deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft betrauert die Einstellung der Cebit. "Das ist ein Schlag ins Kontor für den Messestandort Hannover und damit für den gesamten Wirtschaftsstandort Niedersachsen“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall und betonte: "Die Cebit war für drei Jahrzehnte ein echtes Aushängeschild und hat maßgeblich zum Renommee der gesamten deutschen Informations- und Kommunikations-Wirtschaft beigetragen."

Das Vermächtnis der Cebit lebt, wenn auch in anderer Form, weiter: Die Deutsche Messe gab bekannt, dass die Marke Cebit bei den Veranstaltungen im Ausland weiter genutzt werden soll. (rb)

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