Neuer WKW-Spartenobmann
Gerhard Komarek will Wiener Gewerbe und Handwerk stärken

| Larissa Bilovits 
| 27.04.2026

Seit Kurzem steht ein neuer Obmann an der Spitze der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Wien. Inhaltlich will er vor allem Entlastung für Betriebe, weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Fachkräften vorantreiben.

Mit Gerhard Komarek steht seit Jänner ein neuer Obmann an der Spitze der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Wien (WKW). Der Geschäftsführer der Sigron Handels- und SchulungsgmbH und langjährige Innungsmeister der Wiener Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger übernimmt die Funktion in einer Phase, in der viele Betriebe mit hohen Kosten, wachsender Bürokratie, Fachkräftemangel und digitalem Anpassungsdruck konfrontiert sind. Sein Anspruch sei es, "Klarheit, Verlässlichkeit und eine starke Stimme für unsere Betriebe" zu bieten, wie er selbst in einem Interview zum Amtsantritt formulierte.

Mehr Spielraum für Betriebe

Die Sparte Gewerbe und Handwerk zählt mit rund 64.000 Betrieben, 145.000 Mitarbeitenden und etwa 5.000 Lehrlingen zur größten Sparte innerhalb der Wirtschaftskammer Wien. Komarek sieht die Branche dementsprechend als zentralen Pfeiler des Standorts, der Arbeitsplätze schafft, junge Menschen ausbildet und mit seinen Leistungen den Alltag in der Stadt mitträgt.

Gleichzeitig ortet der neue Spartenobmann steigenden Druck auf viele Unternehmen. "Hohe Kosten, zunehmende Bürokratie, Fachkräftemangel und der ständige Anpassungsdruck durch neue Technologien fordern viele Unternehmen bis an die Grenze", so Komarek. Besonders groß sei der Handlungsbedarf bei Fachkräften, Bürokratie und Wettbewerbsfähigkeit. Viele Betriebe müssten ihr Tagesgeschäft bewältigen und gleichzeitig in Ausbildung, Digitalisierung und neue Prozesse investieren. Dafür brauche es bessere Rahmenbedingungen und mehr unternehmerischen Spielraum.

Von der Politik erwartet sich Komarek daher ein klares Bekenntnis zum Unternehmertum. Statt zusätzlicher Belastungen brauche es weniger Bürokratie, bessere Ausbildungsbedingungen sowie gezielte Unterstützung bei Qualifizierung und Digitalisierung.

Ausbildung als Zukunftsfrage

Besonders stark will Komarek das Thema Fachkräftesicherung in den Mittelpunkt rücken, denn der Kampf um Fachkräfte werde "nicht mit Appellen allein gewonnen". Entscheidend sei, dass Unternehmen selbst ausbilden und dabei besser unterstützt werden. Viele Fachgruppen würden hier bereits hervorragende Arbeit leisten, darauf wolle er aufbauen.

Damit noch mehr Betriebe Lehrlinge ausbilden können, brauche es vor allem Entlastung und Praxisnähe. "Ausbildung darf nicht an bürokratischen Hürden scheitern", ist Komarek überzeugt. Unterstützung müsse im Alltag tatsächlich ankommen, also unbürokratisch, planbar und wirksam sein. Zugleich wolle die Sparte gute Beispiele sichtbar machen, Anliegen bündeln und den Austausch innerhalb der Branche stärken.

Seine Aufgabe fasst der neue Spartenobmann entsprechend klar zusammen: Es gehe darum, die Wiener Gewerbe- und Handwerksbetriebe "in einer herausfordernden Zeit zu stärken – mit klarer Interessenvertretung, mehr Unterstützung für Ausbildung und einem starken gemeinsamen Auftritt nach innen und außen".

www.wko.at/wien

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