Teil 2 der großen Studie
Thalia und MediaMarkt führen das Reputationsranking in zwei Handelssegmenten an

Die aktuelle IMWF-Reputationsanalyse des Handels beleuchtet die Branchen Bücher & Schreibwaren sowie Computer & Elektro. Während im Buchhandel vor allem Strukturwandel und Konsolidierung im Fokus stehen, prägen im Elektronikhandel Serviceangebote und Nachhaltigkeit die Wahrnehmung. 

Nachdem im ersten Teil unserer Studie die Bereiche Sport & Freizeit, Bekleidung & Schuhe sowie Heimwerken & Garten im Fokus standen, (KEYaccount/LEADERSNET berichtete hier), stehen im zweiten Teil unserer Reputations-Serie die Kategorien Bücher & Schreibwaren sowie Computer & Elektro im Fokus. 

Für die Studie analysierte das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) insgesamt 114 Handelsunternehmen auf Basis von 176.021 Aussagen aus Medien, Websites und sozialen Netzwerken im Zeitraum von Jänner bis Dezember 2025. Die Bewertung erfolgte dabei entlang von sechs Dimensionen: Produkte & Service, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Management, Arbeitgeber und Innovation. "Gerade im Handel zeigt sich, wie stark Reputation durch konkrete Maßnahmen sichtbar wird – von Filialentscheidungen bis hin zu Serviceangeboten", erklärt Axel Maireder, Geschäftsführer und Studienleiter beim IMWF Austria. "Unternehmen werden zunehmend daran gemessen, wie sie auf strukturelle Veränderungen reagieren und welchen Mehrwert sie für Kundinnen und Kunden schaffen."

Wer dominiert im Elektrohandel?

Im Segment Computer & Elektro wird die Reputation stark durch Serviceangebote, Preiswahrnehmung und Nachhaltigkeitsinitiativen geprägt. MediaMarkt liegt an der Spitze und wird besonders breit über alle Reputationsdimensionen hinweg wahrgenommen. Neben wirtschaftlichen Themen wie Übernahmegerüchten stehen Serviceangebote im Fokus – etwa die „Geräte-Retter-Prämie“, bei der Reparaturkosten teilweise übernommen werden. Ergänzt wird das Bild durch Nachhaltigkeitsinitiativen wie Recyclingkampagnen sowie Diskussionen rund um Arbeitnehmervertretung und Managementwechsel.

Red Zac punktet vor allem durch regionale Verankerung und Serviceorientierung. Die Analyse hebt die Rolle der Filialen als stabile Fixpunkte im lokalen Handel hervor, ergänzt durch Aktivitäten wie Reparaturservices, Photovoltaiklösungen und kontinuierliche Lehrlingsausbildung. Auch regionale Marketingaktionen tragen zur Sichtbarkeit bei.

Hartlauer wird differenziert wahrgenommen: Einerseits durch starke Markenpräsenz und Kooperationen mit Herstellern, andererseits durch Diskussionen rund um Preisstrategien. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf lokale Initiativen und Serviceangebote, etwa im Gesundheitsbereich, die zur Reputation beitragen.

Expert profiliert sich über Nähe zur Kundschaft und regionale Strukturen. Kooperationen wie Energieberatung direkt in der Filiale, Gutscheinaktionen sowie Investitionen in Ausbildung und Generationswechsel im Management prägen das Bild eines serviceorientierten Verbundsystems.

Das sind die Top-Player bei Büchern & Schreibwaren

Die Kategorie Bücher & Schreibwarenist stark von Konsolidierung, Filialentscheidungen und strategischen Neuausrichtungen geprägt. Thalia führt das Ranking und wird in der Analyse insbesondere über Expansion und wirtschaftliche Entwicklung sichtbar. Die Übernahme der Spielwarenketten Krömer und Toysino sowie ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro unterstreichen zuletzt die Marktposition. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf neue Zielgruppen mit Mangas und Gaming und bringt sich mit Forderungen nach Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte aktiv in Branchendebatten ein.

Pagro folgt auf Platz zwei und wird vor allem über Produkt- und Serviceaspekte sowie soziale Initiativen wahrgenommen. Preisvergleiche bestätigen Bestpreise bei Schulstart-Sets, während Kooperationen mit der Caritas gezielte Unterstützung für einkommensschwache Haushalte bieten. Parallel setzt das Unternehmen auf Expansion und plant laut Analyse eine strategische Zusammenführung von Pagro- und Libro-Strukturen.

Morawa positioniert sich über Managemententscheidungen und Standortpolitik. Die Übernahme der Buchhandlung Alex in Linz dient der Standortsicherung, während Investitionen in bestehende Filialen sowie ein Fokus auf kuratierte Inhalte – bewusst als Gegenmodell zu KI-generierten Büchern – die Markenstrategie prägen.

Libro steht hingegen exemplarisch für den strukturellen Druck der Branche. Die Schließung von Standorten und Unsicherheiten für Mitarbeiter:innen dominieren die öffentliche Wahrnehmung. Gleichzeitig zeigt sich ein strategischer Schwenk hin zu einem stärker auf Schreibwaren fokussierten Sortiment.

Konsolidierungen, Service, Beratung

Die IMWF-Analyse zeigt deutlich: Während der Buch- und Papierwarenhandel stark von strukturellen Veränderungen und Marktkonsolidierung geprägt ist, positioniert sich der Elektronikhandel zunehmend über Service, Beratung und Zusatzleistungen. "Reputation entsteht im Handel dort, wo Unternehmen konkrete Antworten auf Marktveränderungen liefern – sei es durch Expansion, Spezialisierung oder neue Services“, so Maireder.

Die vollständige Studie kann beim IMWF Austria online bezogen werden. Zur Bestellung geht es hier.

www.mediamarkt.at

www.redzac.at

www.hartlauer.at

www.expert.at

www.thalia.at

www.pagro.at

www.morawa.at

www.pagro.at

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