Heribert Kasper delogiert
"Mr. Ferrari" sucht nach 16 Jahren im Hotel ein neues Zuhause

| Larissa Bilovits 
| 14.04.2026

Was einst als kurzfristige Zwischenlösung begann, wurde für den bekannten Sportwagenhändler über viele Jahre zum festen Lebensmodell. Weil sein derzeitiges Hotel am Wienerberg umgebaut wird, muss sich Heribert Kasper nun bis Ende Juni eine neue Bleibe suchen.

Manche Menschen haben einen Stammplatz im Kaffeehaus, andere im Lieblingsrestaurant. Heribert Kasper hatte über viele Jahre hinweg vor allem eines: ein fixes Leben im Hotel. Insgesamt 16 Jahre lang wohnte der als "Mr. Ferrari" bekannte Sportwagenhändler in Wiener Häusern auf Zeit – zunächst zehn Jahre im Austria Trend Hotel Bosei, danach fast sechs Jahre im Arion Cityhotel Vienna am Wienerberg. Doch nun droht dem Daueraufenthalt ein unfreiwilliges Ende.

Vom Provisorium zum Dauerzustand

Ausgangspunkt dieser ungewöhnlichen Wohnform waren laut Kasper Einbrüche in seine damalige Wohnung Ende 2009. Was ursprünglich nur als vorübergehende Lösung gedacht war, entwickelte sich über die Jahre allerdings zu einem dauerhaften Arrangement.

In einer E-Mail an LEADERSNET schildert Kasper selbst, wie sehr ihm diese Lebensweise inzwischen zur Gewohnheit geworden sei. "Ich bin wirklich ein richtiger 'Hotelmensch' geworden", schreibt er. Zugleich verweist er darauf, dass ihm in Österreich kaum jemand bekannt sei, der ähnlich lange in einem Hotel gelebt habe. Lediglich in Deutschland gibt es mit Udo Lindenberg, der seit Mitte der 90er-Jahre im Hotel Atlantic Hamburg wohnt, ein prominentes Beispiel für diese ungewöhnliche Lebensform.

Frist bis Ende Juni

Nun soll dieses Kapitel für Kasper aber vorerst enden. Hintergrund ist ein Eigentümerwechsel der Liegenschaft, in deren Zuge das Arion Cityhotel Vienna umgebaut und renoviert werden soll. Kasper wurde nach eigenen Angaben gekündigt und könne nun noch bis 30. Juni 2026 in dem Haus bleiben, während die Umbauarbeiten bereits starten. "Seit Freitag wohne ich alleine im Hotel, welches 142 Zimmer besitzt. So ruhig am Abend und in der Nacht war's noch nie, etwas unheimlich, wirklich komisch und außergewöhnlich", so Kasper.

Mit Blick auf die kommenden Wochen verbindet der Unternehmer seine persönliche Wohnungsfrage nun auch mit einem öffentlichen Aufruf. Gesucht wird im Idealfall erneut ein Hotel im Süden Wiens, das ihm ein faires Angebot machen könnte. In seiner E-Mail formuliert er das mit einer Mischung aus Charme und Hoffnung: Vielleicht finde sich ja ein Haus, das sich freue, "den Kasper aufzunehmen", der "natürlich auch ein bisschen Werbung machen würde".

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