Das Zukunftsforum Oberösterreich 2026 im Linzer Oberbank Donau-Forum versammelte mehr als 580 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung und Politik, um Strategien für den Wirtschaftsstandort zu entwickeln. Unter dem Leitmotiv, trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf "Aufwind" zu setzen, wurde die zentrale Bedeutung von Kooperation und rascher Umsetzung betont.
Landeshauptmann Thomas Stelzer hob hervor, dass in Oberösterreich die Zusammenarbeit zwischen Politik, Sozialpartnern und Unternehmen im Vordergrund stehe, wenn es um zukunftsfitte Lösungen gehe. "Bei uns wird aber nicht nur geredet, sondern es wird dann auch rasch umgesetzt", so Stelzer. Insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sieht er großes Potenzial: Man halte mit dem vorhandenen Know-how eine Saat in Händen, aus der es nun etwas zu machen gelte.
KI als Turbo für den Wettbewerb
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner bezeichnete KI als entscheidende Schlüsseltechnologie der Strategie "upperVISION2030". Ziel sei es, diese mit hohem Tempo in die Unternehmen zu bringen. Dem stimmte auch Microsoft-Manager Harald Leitenmüller zu, der dazu aufrief, den Menschen die Angst vor der Technologie zu nehmen. Wer keine Angst vor der Zukunft habe, gestalte sie. Zukünftig werde jede:r Beschäftigte zu einem "Agent Boss", der verschiedene KI-Tools orchestriere. Auch Christoph Knogler (KEBA Group) mahnte eine nüchterne Betrachtung an: KI sei ein Werkzeug zur Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.
Strukturelle Reformen und Investitionen
Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria, forderte in ihrem Statement klare strukturelle Reformen ein. Sie gab zu bedenken, dass die Auswirkungen auf das Budget nicht allein durch Krisen wie Corona oder Kriege entstanden seien, sondern auch durch die Demografie, die den Arbeitsmarkt schwäche. Dass Investitionen das "Knochenmark des Wirtschaftswachstums" seien, unterstrich Christoph Schneider (Economica GmbH). Ein praktisches Beispiel für ein erfolgreiches Comeback lieferte Robert Machtlinger (FACC AG). Sein Unternehmen habe trotz massiver Einbrüche konsequent in Forschung investiert. Seine Devise laute nun: "Die Industriestrategie des Bundes gibt die Richtung vor, jetzt müssen wir umsetzen. Ärmel hoch und los!"
Qualifizierung und lebenslanges Lernen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Aus- und Weiterbildung. Sozialforscherin Eva Zeglovits legte dar, dass eine Erstausbildung heute selten für ein gesamtes Berufsleben reiche. Zufriedenheit mit betrieblicher Weiterbildung steigere zudem die berufliche Produktivität. In einer Podiumsdiskussion mit AK-Präsident Andreas Stangl, Lukas Fliesser (Bilfinger), Uta Stockbauer (Miba) und Ursula Schöneborn-Siligan (MIC Holding) herrschte Einigkeit darüber, dass lebenslanges Lernen an Bedeutung gewinne und Arbeitnehmer:innen bei der Gestaltung dieser Konzepte eingebunden werden sollten.
Optimismus als Leitmotiv
Trotz der Herausforderungen plädierten die Teilnehmer:innen für eine positive Grundhaltung. Joachim Haindl-Grutsch (IV OÖ) und WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer betonten die Dynamik im Land. Laut Hummer fungiere die Sorge, den Anschluss zu verlieren, oft als "Turbo" für neue Initiativen. Thomas Bründl (IV OÖ) ergänzte, dass es eine offene Fehlerkultur und Mut zum Ausprobieren brauche.
Organisiert wurde das Forum von der Standortagentur Business Upper Austria. Deren Geschäftsführer Werner Pamminger zog ein sportliches Resümee: Ein Skispringer könne den Wind zwar nicht beeinflussen, müsse aber wissen, wie er damit umgehe. In Oberösterreich gehe es nun darum, diesen Aufwind aktiv zu gestalten.
LEADERSNET war beim Zukunftsforum. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.
www.zukunfts-forum.at
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