Vor nicht allzu langer Zeit war Unterhaltung übersichtlich organisiert. Fernsehen am Abend. Kino am Wochenende. So lief das lange. Heute sieht es anders aus. Streamingplattformen bringen neue Filme und Serien direkt ins Netz. Musiker veröffentlichen ihre Songs online. Manchmal ohne großes Label im Hintergrund. Games kauft man direkt bei "Steam". Sie erreichen so ein weltweites Publikum oft schon am Tag der Veröffentlichung. Ein paar Klicks genügen.
Mit dieser Entwicklung ist eine eigene Branche entstanden. Digitale Unterhaltung verbindet Inhalte, Technologie und Plattformökonomie. Plattformen sorgen dafür, dass Inhalte heute in Sekunden rund um den Globus verbreitet werden können. Diese Tatsache zieht Investitionen an wie ein Magnet.
Die digitale Unterhaltungsindustrie wächst nicht nur an einer Stelle
Mehrere Bereiche entwickeln sich parallel. Streamingplattformen für Serien und Filme. Videospiele und Games-Plattformen. Creator-Plattformen wie YouTube oder Twitch. Sie treiben das Wachstum immer weiter und es ist derzeit kein Ende in Sicht.
Streamingdienste investieren seit Jahren massiv in neue Inhalte. Serien werden längst nicht mehr nur für nationale Märkte produziert. Produktionen aus Europa finden heute Zuschauer in Nordamerika oder Asien.
Wenn man am Abend mit der Fernbedienung durch die Startseite seines Streamingdienstes scrollt, dann merkt man schnell, dass die Abstände der Veröffentlichungen immer kürzer werden.
Zu den stärksten Wachstumstreibern zählt auch die Branche der Online-Games und Videospiele. Laut einer Studie der Europäischen Kommission zum europäischen Videospielsektor erzielte der Markt in der EU zuletzt rund 23,5 Milliarden Euro Umsatz (Datenjahr 2022). Gleichzeitig arbeiten mehr als 74.000 Menschen in rund 5.000 Spieleentwicklungsstudios in Europa.
Ein weiterer Wandel betrifft den Vertrieb. Der Markt hat sich durch den digitalen Verkauf im Netz deutlich verändert. Laut offiziellen Daten von Video Games Europe stammen inzwischen circa 90 % der Umsätze aus Videospielen in Europa aus digitalen Verkäufen. Physische Datenträger - die spielen nur noch eine ganz kleine Nebenrolle.
Und dann gibt es noch einen Bereich, der lange kaum ernst genommen wurde - die Creator Economy. Einzelne Creator erreichen auf Plattformen wie YouTube, Twitch oder TikTok Zuschauerzahlen, die früher klassischen Fernsehsendern vorbehalten waren. Einnahmen entstehen über Werbung, Sponsoring oder Abonnements.
Ein großer Markt benötigt einen Orientierungspunkt
Mit der Größe des Marktes wächst ein anderes Problem: Übersicht.
Online-Informationsportale und Vergleichsportale können an dieser Stelle nützlich sein. Gerade im Bereich des Online-Glücksspiels entstehen solche Plattformen zunehmend. Wer etwa erfahren möchte, welches Casino ohne Einzahlung neu auf dem digitalen Markt ist, der stößt schnell auf Seiten, die Anbieter vergleichen und Bonusangeboten auf den Zahn fühlen. Internationale Datenbanken bewerten tausende Online-Casino-Seiten.
Je größer ein Markt, desto schwieriger wird es, Angebote selbst zu durchschauen. Genau an dieser Stelle setzen solche Informationsportale an. Sie stellen Infos zu wichtigen Aspekten der Glücksspiel-Dienstleistungen bereit. Lizenzen, Nutzerfeedbacks, rechtlicher Rahmen. All das lässt sich so in Erfahrung bringen.
Österreichs Kreativwirtschaft wächst stark im digitalen Sektor
In Österreich ist die digitale Unterhaltungswirtschaft größer, als man zunächst vermuten würde.
Die Wirtschaftskammer Österreich nennt in ihrem "Kreativwirtschaftsbericht" circa 80.200 Unternehmen. Etwa 214.000 Beschäftigte sind in diesem Bereich tätig. Zuletzt lag der Umsatz bei rund 31,3 Milliarden Euro.
Zur Kreativwirtschaft zählen:
- Film- und Fernsehproduktion
- Musikindustrie
- Gamesentwicklung
- Design- und Medienagenturen
- Digitale Plattformen, die Dienstleistungen anbieten
Das meiste davon findet inzwischen direkt online statt. Und es verlagert sich immer weiter in den digitalen Raum. Streamingproduktionen, Gamesentwicklung und verschiedene Creator-Formate gehören schon lange zur Branche.
Und wer über Medien redet, der darf Wien nicht vergessen. Kaum eine andere Stadt in Österreich hat sich in den letzten Jahren zu einem so wichtigen Standort für Medien- und Technologieunternehmen entwickelt.
Circa 20 % der österreichischen Start-ups sind laut dem "Austrian Startup Monitor 2023" in den Bereichen IT, Medien oder Plattformdienste tätig.
Das ist für globale Investoren ein sehr wichtiger Aspekt, denn digitale Inhalte lassen sich international skalieren. Ein erfolgreiches Game, ein Online-Format oder ein Kanal kann sehr schnell ein weltweites Publikum erreichen.
Europa entwickelt sich zu einem wichtigen Markt für digitale Inhalte
Europa wird auch deshalb interessant, weil mehrere Entwicklungen gleichzeitig stattfinden.
Streamingdienste investieren verstärkt in europäische Produktionen. Weltweit kann man jetzt Serien und Filme sehen, die in Spanien, Deutschland oder Skandinavien abgefilmt worden sind.
Der europäische Videostreamingmarkt konnte im Jahr 2024 rund 36,9 Milliarden US-Dollar generieren. Das belegen offizielle Marktdaten.
Parallel wächst die Gamesbranche weiter. Studios in Polen, Frankreich, Schweden oder Deutschland produzieren Titel, die international erfolgreich sind.
Einzelne Content-Creator erreichen dort Millionen Zuschauer. Manche produzieren täglich Videos oder Livestreams. Andere bauen über Jahre eigene Marken auf.
Die Grenze zwischen klassischen Medienunternehmen und Einzelproduzenten verschwimmt zunehmend.
Für Investoren entsteht dadurch ein Markt, der gleichzeitig groß - und schwer vorhersehbar - ist.
Digitale Unterhaltung hängt stark von technologischen Entwicklungen ab
Mehrere Trends treiben den Markt derzeit besonders. Gerade mobile Geräte spielen eine zentrale Rolle.
Da ist das Cloud-Gaming, das Spiele ohne leistungsstarke Hardware ermöglicht. Neue Streamingtechnologien mit immer höherer Bildqualität. Mobile Plattformen, über die Inhalte konsumiert werden. Moderne Livestream-Technologie für Echtzeit-Interaktion.
Laut offiziellen Daten von Statistik Austria nutzen rund 90 % der Bevölkerung regelmäßig das Internet. Das Handy ist für viele Österreicher der wichtigste Zugangspunkt zur Unterhaltung im Netz. Streaming, Social-Media, Online-Games - alles läuft häufig direkt über das Smartphone oder ein anderes mobiles Gerät.
Streamingangebote wie Netflix oder YouTube zählen nach Angaben der RTR Medienbehörde zu den meistgenutzten Bewegtbilddiensten in Österreich. Besonders jüngere Zielgruppen verbringen dort deutlich mehr Zeit als beim klassischen Fernsehen.
Die Dynamik der Branche verändert sich. Inhalte entstehen schneller. Trends verbreiten sich rasant und das Feedback kommt sofort.
Investoren beobachten genau diese Geschwindigkeit.
Österreichs Mediennutzung verschiebt sich spürbar
Auch beim Publikum lässt sich der Wandel klar erkennen.
Der "Digital News Report Austria 2024" des Reuters Institute zeigt, dass mehr als zwei Drittel der Österreicher News im Internet abrufen. Gleichzeitig nutzen viele Menschen Streamingplattformen oder Onlinevideoangebote für Unterhaltung.
Besonders deutlich ist der Unterschied bei jüngeren Zielgruppen. Unter 30-Jährige verbringen heute laut Studien der RTR Medienbehörde deutlich mehr Zeit mit Streaming als dem klassischen Fernsehprogramm.
Inhalte werden zunehmend direkt für Plattformen produziert. Serien, Podcasts oder Videoprojekte entstehen mit einem internationalen Publikum im Hinterkopf.
Digitale Unterhaltung wird zum Wirtschaftsfaktor
Streamingplattformen, Online-Casinos, Gamingstudios und Creator-Plattformen erreichen heute ein weltweites Publikum. Gleichzeitig entstehen ständig neue Geschäftsmodelle rund um Inhalte, Plattformen und digitale Technologien.
Investoren beobachten diese Entwicklung sehr genau. Digitale Plattformen lassen sich skalieren. Inhalte verbreiten sich schnell. Und technologische Innovationen schaffen immer wieder neue Märkte.
Österreich ist Teil dieser Entwicklung. Wachsende Kreativwirtschaft, neue Medienunternehmen und internationale Plattformen machen den Standort zu einem relevanten Teil der EU-Unterhaltungsindustrie.
Vieles deutet darauf hin, dass dieser Bereich in den kommenden Jahren weiter wächst.