Rund 50 Gläubiger betroffen
Nächstes Bauunternehmen schlittert in Millionenpleite

Steigende Kosten, eine schwächere Nachfrage im Bauumfeld und ein deutlicher Umsatzrückgang haben das Unternehmen mit Sitz in Bruck an der Lafnitz wirtschaftlich unter Druck gesetzt. Nun soll eine Restrukturierung mit Kostensenkungen und einer "flexibleren" Personalplanung den Fortbestand sichern.

Wie der KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Donnerstag berichteten, hat die KMS Bau GmbH beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht, dem Folge gegeben wurde. Das 2024 gegründete Unternehmen mit Sitz im steirischen Bruck an der Lafnitz ist im Bereich Mauertrockenlegungen und Bauwerksarbeiten tätig und beschäftige derzeit vier Dienstnehmende – saisonbedingt seien die meisten der zuletzt gemeldeten 22 Dienstnehmenden aktuell nicht im Unternehmen beschäftigt.

Beim Unternehmen handelt es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der KMS Holding GmbH. Zu dieser gehören wiederum weitere Gesellschaften, mit welchen man offenbar Kooperationen bzw. Synergieeffekte nutzt. Weitere Gesellschaften der Unternehmensgruppe seien von gegenständlicher Insolvenz allerdings nicht betroffen.

Die Ursachen

Als Hauptgründe für die Insolvenz werden strukturelle und vor allem konjunkturelle Herausforderungen im Nachgang der Corona-Pandemie genannt – insbesondere hätten Preissteigerungen und eine rückläufige Nachfrage im Bau- und Baunebengewerbe die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Unternehmens nachhaltig belastet. Dadurch sei es zu einem deutlichen Umsatzrückgang gekommen, und in weiterer Folge zu einer massiven Verschlechterung der Liquiditätslage. 

Die Passiva werden laut Insolvenzantrag mit rund 2,75 Millionen Euro beziffert, wobei rund 873.600 Euro auf Bankverbindlichkeiten und rund 1,32 Millionen Euro auf Lieferantenverbindlichkeiten entfallen. Der Rest verteilt sich auf Dienstnehmerforderungen, Steuer- und Abgabenrückstände sowie Sonstiges.

Dem gegenüber stehen Aktiva im Wert von rund 950.000 Euro. Dabei verweist das Unternehmen auf das vorhandene Betriebsvermögen (Vorräte, Maschinen, Werkzeug, Fuhrpark) zu rund 900.000 Euro, sowie offene Forderungen in der Höhe von rund 50.000 Euro. Es errechnet sich sohin eine Überschuldung von etwa 1,80 Millionen Euro. Betroffen seien rund 50 Gläubiger:innen.

Fortführung geplant

Unter Setzung von Restrukturierungsmaßnahmen zur Senkung der Fixkosten plane man, das Unternehmen fortzuführen. Ein vorgelegter Finanzplan bis einschließlich Juni 2026 weise laut AKV einen positiven Cashflow auf. Ein Fokus liege künftig auf einer "flexibleren" Personalplanung, um den Personalstand an die jeweilige Auslastung des Unternehmens anzupassen, heißt es. 

Die Antragstellerin strebt den Abschluss eines Sanierungsplanes an, wobei die diesbezüglichen Geldmittel aus den laufenden Ergebnissen der Unternehmensfortführung generiert werden sollen. Vorgesehen sei eine 20-prozentige Quote innerhalb von zwei Jahren in vier Raten zu je fünf Prozent. Dabei sollen fünf Prozent als Barquote ausgeschüttet werden, sowie je fünf Prozent binnen 12, 18 sowie 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplanes.

Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für 21. April 2026 anberaumt, und die besondere Prüfungs-, Schlussrechnungs- und Sanierungsplantagsatzung findet am 19. Mai 2026 statt. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Bertram Schneeberger bestellt. "Der Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann", so Julia Liszt, Insolvenz Graz.

www.ksv.at

www.akv.at

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