Rund zwei Drittel der österreichischen Unternehmen (67%) setzen bereits Künstliche Intelligenz (KI) in unterschiedlichen Geschäftsbereichen ein – mehr als dreimal so viele wie noch 2023 (20%). Das zeigt die dritte Digitalisierungsstudie der Post Business Solutions (siehe Infobox), die am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien durch Barbara Potisk-Eibensteiner (Finanzvorständin, Österreichische Post AG) und George Wallner (geschäftsführender Leiter der Post Business Solutions GmbH) präsentiert wurde.
Digitalisierungsgrad wird gebremst wahrgenommen
Zugleich zeichnet die Studie aber ein widersprüchliches Bild: Zwar bringe KI laut den Unternehmen klare Vorteile wie die Automatisierung komplexer Aufgaben (57%), Produktivitätssteigerungen (52%) und schnellere Datenanalysen als Entscheidungsgrundlage (49%) – lediglich vier Prozent sehen "gar keine Vorteile" (2023: 15%) –, stagniert der digitale Gesamtfortschritt vieler Unternehmen. So bewertet nur knapp die Hälfte der Befragten (49%) ihren Digitalisierungsgrad als (eher) weit fortgeschritten – das sind sieben Prozentpunkte weniger (!) als 2024. Dass KI ihr Geschäftsmodell in den kommenden fünf Jahren grundlegend verändern wird, glauben immerhin 61 Prozent, weswegen 58 Prozent in den nächsten zwölf Monaten eine noch stärkere KI-Implementierung planen.
"Der Einsatz von KI allein macht noch keine digitale Transformation. Die Zahlen zeigen deutlich: Österreichs Unternehmen kaufen zwar Tools und wollen KI noch stärker in ihre Geschäftsprozesse einbinden, aber die Hälfte der Unternehmen hat diesbezüglich keine klare Strategie. Ohne strukturierte Daten, strategische Ausrichtung und ausreichende Ressourcen bleibt jedoch die beste KI wirkungslos und die Digitalisierung der österreichischen Wirtschaft Wunschdenken – und das können wir uns im internationalen Wettbewerb nicht leisten", sagt Barbara Potisk-Eibensteiner, Finanzvorständin der Österreichischen Post AG.
Große Angst vor Datendiebstahl oder -manipulation
Als größte Hürde bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse nennen 45 Prozent der österreichischen Unternehmen Sicherheitsbedenken, insbesondere die Angst vor Datendiebstahl oder Manipulation. Auch hohe Investitionskosten (35%) sowie der Mangel an qualifiziertem Personal (31%) bremsen die digitale Transformation, wenngleich diese Faktoren im Vergleich zu den Vorjahren an Gewicht verloren haben.
Ähnliche Vorbehalte zeigen sich beim KI-Einsatz: Rund die Hälfte der Betriebe sorgt sich um Datenschutz und möglichen Datenmissbrauch. Zudem bezweifeln 54 Prozent, dass menschliche Denkprozesse vollständig durch KI ersetzt werden können, während 48 Prozent die mangelnde Nachvollziehbarkeit von KI-Ergebnissen als Risiko sehen. Gleichzeitig berichtet weiterhin mehr als ein Drittel der Unternehmen (35%; 2024: 38%), dass sich durch KI bislang nicht die erwarteten Effizienzgewinne eingestellt haben. Umso klarer ist die Haltung in einem zentralen Punkt: Für 94 Prozent bleibt die menschliche Kontrolle beim Einsatz von KI unverzichtbar – ein Wert, der in den vergangenen Jahren weiter gestiegen ist (2023: 86%; 2024: 91%).
Datenqualität und konkrete Ziele entscheiden über Erfolg
"Österreichs Unternehmen wissen, dass sie bei KI handeln müssen – doch viele betrachten die Technologie noch immer primär als Werkzeug zur Kostenoptimierung", so Potisk-Eibensteiner, und appelliert: "Das ist zu kurz gedacht: Wer KI nur durch diese Brille sieht, wird kaum konkrete Use Cases entwickeln, die echten Mehrwert schaffen. Genau dort liegt derzeit die größte Bremse. Mit der Post Business Solutions können wir Unternehmen genau dabei unterstützen – immerhin verfügen laut Studie nur 50 Prozent der großen und 33 Prozent der kleineren Unternehmen über ausreichende interne Ressourcen für KI- und Digitalisierungsprojekte."
Und George Wallner, geschäftsführender Leiter der Post Business Solutions, ergänzt abschließend: "Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern wie. 2026 muss die Frage im Zentrum stehen, um welchen Kontext es geht, nicht mehr nur um welches konkrete Modell. Denn die Datenqualität und konkrete Ziele entscheiden über den Erfolg. KI-Technologien werden immer leistungsfähiger und gleichzeitig kosteneffizienter. Doch entscheidend bleibt: Nur mit durchdachten Prozessen, strategischer Einbindung und vor allem Datensicherheit entsteht echter Mehrwert. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, sichert sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile."
Die gesamte Studie können Sie hier nachlesen.
LEADERSNET war bei der Studienpräsentation. Eindrücke sehen Sie hier.
www.post.at
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