Laut Marketagent-Umfrage
Acht von zehn Österreichern sehen Social Media als Gefahr für Kinder

| Larissa Bilovits 
| 16.02.2026

Besonders große Sorgen bereiten der hiesigen Bevölkerung Themen wie Belästigung, Cybermobbing und Suchtpotenzial. Wenig verwunderlich, ist der Wunsch nach mehr Schutz und klaren Regeln groß.

Seit dem 10. Dezember 2025 gilt in Australien ein Gesetz, das die Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen stark einschränkt – de facto sind Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook, YouTube und Co. für unter 16-Jährige tabu. Ziel dieses Gesetzes, das als weltweit Erstes seiner Art gilt, ist es, junge Menschen vor negativen Einflüssen zu schützen – seien es nun Cybermobbing, Suchtverhalten, Fake News oder andere problematische Inhalte.

Dieser Schritt hat nun auch in Österreich die seit Jahren brodelnde Debatte über mögliche Altersbeschränkungen hinsichtlich Social Media wieder aufkochen lassen. Denn während Kinder und Jugendliche soziale Medien hierzulande inzwischen als selbstverständlichen Teil ihrer Lebensrealität ansehen, blickt ein Großteil der österreichischen Bevölkerung ziemlich kritisch auf die Online-Welt und sieht Social Media deutlich eher als Gefahr anstatt als Chance. Somit wird der Wunsch nach stärkeren gesetzlichen Rahmenbedingungen und einem Mindestalter für die Nutzung sozialer Plattformen zunehmend stärker, wie eine aktuelle Marketagent-Umfrage unter 1.000 Personen zwischen 14 und 75 Jahren (siehe Infobox) zeigt.

Zwischen Belästigung, Cybermobbing und Sucht

Konkret geben 81 Prozent der Österreicher:innen an, Social Media für Kinder und Jugendliche als eher oder sehr gefährlich einzuschätzen. Lediglich ein knappes Fünftel (19%) hält die Plattformen für sicher. Besonders große Sorgen bereiten der Bevölkerung Themen wie sexuelle Belästigung (72%) sowie sexualisierte Inhalte (71%), aber auch Cybermobbing (71%) und übermäßige Nutzung (71%). Ebenfalls als relevante Social-Media-Gefahren für Kinder und Jugendliche werden Gewalt (67%), Extremismus (66%), Desinformation (65%) und mentaler Druck (61%) wahrgenommen.

Gefragt nach den möglichen Vorteilen einer Nutzung von sozialen Medien, nennen die Österreicher:innen wiederum vor allem den leichten Zugang zu Wissen und Bildung (40%), soziale Vernetzung und Kommunikation (38%), Austausch über gemeinsame Interessen (38%) sowie digitale Kompetenzen und frühzeitiger Umgang mit Technik (36%). 

Als problematischste App für junge Menschen sehen die Österreicher:innen übrigens TikTok mit 84 Prozent. Instagram (55%) und Snapchat (51%) folgen schließlich erst mit deutlichem Abstand, ebenso wie X (44%), Facebook (40%) sowie YouTube (24%).

Zustimmung zu möglicher Regulierung hoch

Während die heimische Politik noch über mögliche Regulierungen hinsichtlich Social Media diskutiert, ist sich ein Großteil der Bevölkerung längst einig, dass hier Handlungsbedarf besteht. So sprechen sich laut Umfrage 90 Prozent klar für ein gesetzliches Mindestalter aus, wobei die gewünschte Altersgrenze im Schnitt bei 15 Jahren liegt. Interessant ist dabei, dass die Zustimmung zu einer derartigen Regelung über sämtliche Generationen hinweg gleich hoch ist.

"Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für junge Menschen: von Cybermobbing, über sexualisierte Inhalte bis hin zu Suchtproblematiken. Dass 90 Prozent ein gesetzliches Mindestalter fordern, ist ein deutliches Signal an Politik und Plattformbetreiber. Der Wunsch nach mehr Schutz und klaren Regeln ist gesellschaftlich längst angekommen", fasst Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, zusammen. 

Verantwortung primär bei den Eltern

Bis es tatsächlich so weit ist, sehen die Österreicher:innen primär die Erziehungsberechtigten in der Verantwortung – so nehmen 38 Prozent die Eltern in die Pflicht, Altersgrenzen einzuhalten, ihre Kinder zu begleiten, Regeln zu setzen und zu kontrollieren. Gleichzeitig ist rund ein Drittel (32%) der Meinung, dass die Plattformen selbst hier handeln müssten, und ein knappes Fünftel (19%) findet, dass auch der Staat eine Mitverantwortung trägt. Das Vertrauen in rein technische Alterskontrollen ist jedenfalls begrenzt: Mehr als sechs von zehn Befragten (62%) glauben, dass die Social-Media-Plattformen das Alter ihrer Nutzer:innen nicht verlässlich überprüfen können. 

www.marketagent.com

Über die Studie

  • Auftraggeber: Eigenstudie
  • Methode: CAWI | Marketagent Online Access
  • Instrument: Online-Interviews über die Marketagent reSearch Plattform
  • Erhebungszeitraum: 28. Jänner 2026 – 3. Februar 2026
  • Sample-Größe: n = 1.000 Netto-Interviews in Österreich
  • Kernzielgruppe: Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren I Inzidenz: 100 Prozent
  • Quotensteuerung: Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

Über die Studie

  • Auftraggeber: Eigenstudie
  • Methode: CAWI | Marketagent Online Access
  • Instrument: Online-Interviews über die Marketagent reSearch Plattform
  • Erhebungszeitraum: 28. Jänner 2026 – 3. Februar 2026
  • Sample-Größe: n = 1.000 Netto-Interviews in Österreich
  • Kernzielgruppe: Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren I Inzidenz: 100 Prozent
  • Quotensteuerung: Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung

leadersnet.TV