Von 10. bis 12. Februar versammelte sich die europäische Energiewirtschaft auf der E-World energy & water in Essen. Verbund präsentierte sich mit neu konzipiertem Messestand und einem klaren inhaltlichen Schwerpunkt: Die Energiewende, so der Tenor, erfordere belastbare Partnerschaften, technologische Integration und marktorientierte Geschäftsmodelle.
Flexibilitäten und integrierte Industrielösungen
Martin Wagner, Geschäftsführer Verbund Energy4Business, verwies im Gespräch mit LEADERSENT.tv darauf, dass der Verbund seit Jahren als Aussteller vertreten ist. Neben etablierten Produkten wie industrieller Stromversorgung, Grünstromlösungen, Herkunftsnachweisen und der Drittvermarktung erneuerbarer Energien liege der Fokus heuer verstärkt auf der Flexibilitätsvermarktung.
"Wir haben einen sehr starken Fokus auf der Vermarktung von Batterieflexibilitäten und auf der Abstimmung von Photovoltaik, Batteriespeichern und Elektromobilität am Industriestandort", so Wagner. Diese Komponenten würden im Energy Performance System (EPS) gebündelt. Das System sorge dafür, dass einerseits Kosten gesenkt und andererseits zusätzliche Erlöse aus der Energievermarktung generiert würden.
Ein weiteres zentrales Thema sei die industrielle Wärme. In Kooperation mit dem heimischen Wärmepumpenspezialisten Ochsner arbeite man an Lösungen für Raumwärme und industrielle Prozesswärme. Ziel sei es, Unternehmen bei der Umsetzung nachhaltiger Wärmekonzepte zu begleiten.
Robert Slovacek, Geschäftsführer der Verbund Energy4Business, ergänzte, dass die Versorgungssicherheit im energiepolitischen Dreieck aus Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Nachhaltigkeit aktuell an Bedeutung gewinne: "Heute geht es um Energieunabhängigkeit für Österreich, für Europa. Die Energiewende ist ein großer Hebel, um nachhaltige, kostengünstige und verlässliche Energie zu sichern – unabhängig von geopolitischen Entwicklungen", so Slovacek.
Elektromobilität als Bestandteil des Energiesystems
Auch die Elektromobilität wurde in das integrierte System eingebunden. Hauke Hinrichs, Geschäftsführer von der Verbund-Tochter Smatrics, verwies darauf, dass man als Elektromobilitätsexperte eigene Services und Dienstleistungen anbietet.
Erstmals sei die Elektromobilität vollständig in das Energy Performance System integriert. Man verstehe sich als "Uplink" in die EPS-Welt. "Die Elektromobilität wird im System mitgedacht und in die energiewirtschaftliche Optimierung eingebunden", so Hinrichs.
Ausbau erneuerbarer Kapazitäten und Speicherlösungen
Ruth Alt-Jansky, Leiterin Sales & Origination bei Verbund Energy4Business, betonte, man stelle sich den Herausforderungen der globalen Märkte durch Investitionen in neue Technologien und nachhaltige Projekte. Neben den Kernmärkten Österreich und Deutschland sei Verbund auch in Rumänien, Spanien, Italien und Albanien aktiv.
Durch den Ausbau von Wind-, Photovoltaik- und Wasserkraftkapazitäten werde das Portfolio weiter diversifiziert. Parallel dazu treibe man innovative Energielösungen voran, insbesondere Flexibilitätsmodelle zur Vermarktung erneuerbarer Energien in unterschiedlichen Märkten. "Batteriespeicher – sowohl als Stand-alone-Lösungen als auch in Kombination mit Wind- und Photovoltaikanlagen – bilden dabei einen strategischen Schwerpunkt", so Alt-Jansky zu LEADERSNET.tv.
Grüner Wasserstoff für energieintensive Industrien
Ein weiterer Fokus lag auf Wasserstoffprojekten. Franz Helm, Geschäftsführer von Verbund Green Hydrogen, bezeichnete grünen Wasserstoff als "essenziellen Baustein für die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie". Im Zentrum stünden Raffinerien, Chemieindustrie, Stahlproduktion und Düngemittelherstellung.
Man setze auf Elektrolyseprojekte in Kundennähe, insbesondere in Deutschland und Österreich. Zugleich sei klar, dass langfristig ein erheblicher Anteil des Bedarfs durch Importe gedeckt werden müsse – rund 70 Prozent. Hierfür habe man bereits Partnerschaften in Regionen mit günstigen erneuerbaren Rahmenbedingungen aufgebaut. Helm betonte: "Verbund versteht sich als integrierter Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Planung und Bau bis zum Betrieb von Wasserstoffprojekten."
Networking und Messeerlebnis
Martin Wagner war mit dem neuen E-World-Auftritt seines Unternehmens sehr zufrieden. Man habe einen neuen Messestand realisiert, der in jeder Hinsicht höchsten Ansprüchen genüge, so Wagner. Passend dazu hat der Verbund auch in diesem Jahr bereits zum dritten Mal zu seiner "Standparty" eingeladen, eine Tradition, die in den vergangenen Jahren begründet wurde und seither kontinuierlich fortgeführt wird. Laut Wagner wurden den Gästen österreichische Schmankerl sowie anregende Gespräche und qualitätsvolles Networking geboten.
Video-Interviews
Was Martin Wagner, Heike Hinrichs, Ruth Alt-Jansky und Franz Helm im Rahmen der E-World noch gesagt haben, sehen Sie im ersten LEADERSNET.tv-Video. Im zweiten Video kommt neben den vier Gesprächspartner:innen des ersten Clips und Robert Slovacek noch Dörte Zink, Geschäftsführerin Verbund Green Power Deutschland, zu Wort.
Fotos vom Verbund auf der E-World 2026 sehen Sie in unserer Galerie.
www.verbund.com/business
www.e-world-essen.com
Kommentar veröffentlichen