Lebensmittel aus Österreich
Bio-Einkäufe stiegen um 6,5 Prozent, aber Förderstopp bremst Umstellung

Die Bio-Einkäufe legten im Vorjahr mengenmäßig um 6,5 und wertmäßig um 2,3 Prozent zu. Gleichzeitig bleibt der Neueinstieg in die Bio-Maßnahme seit Ende 2024 gesperrt. Bio Austria warnt vor gebremstem Wachstum und fordert klare politische Entscheidungen.

Österreich bleibt im europäischen Vergleich ein Bio-Vorzeigeland. Rund 23 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe wirtschaften biologisch und bewirtschaften etwa 27 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Insgesamt sind es 23.563 Bio-Betriebe mit knapp 690.900 Hektar Bio-Fläche. Nach den herausfordernden Jahren 2022 bis 2024 sei es gelungen, die große Mehrheit der Betriebe zu halten, betont Barbara Riegler, Obfrau der Interessenvertretung Bio Austria, im Rahmen der Biofach, der Nürnberger Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel. Diese Stabilisierung bilde eine solide Basis. Nun brauche es neue Wachstumsimpulse, um die positive Marktentwicklung auch produktionsseitig abzusichern.

Marktdynamik mit klaren Signalen

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Bio bei Konsument:innen wieder stärker gefragt ist. Wertmäßig stiegen die Bio-Einkäufe um 2,3 Prozent, mengenmäßig sogar um 6,5 Prozent. Besonders in einzelnen Segmenten wie Bio-Rindfleisch ist die Nachfrage deutlich vorhanden. "Der Markt wächst, die Nachfrage ist da. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die heimische Bio-Produktion mitwachsen kann", so Riegler. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Marktchancen ungenutzt bleiben und Versorgungslücken zunehmend mit Importware geschlossen werden.

Förderpolitik und Neue Gentechnik im Fokus

Seit Ende 2024 ist kein Neueinstieg in die Bio-Maßnahme des ÖPUL mehr möglich. Das ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) ist ein Agrar-Umweltprogramm zur Förderung nachhaltiger Bewirtschaftung. Mit Ende 2025 lief auch der Umstieg innerhalb laufender Verpflichtungen aus. Aktuell können lediglich bestehende Bio-Betriebe ihre Flächen ausweiten. "Bio ist gefragt wie lange nicht. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet jetzt der Zugang zur Bio-Maßnahme versperrt ist", kritisiert Riegler. Betriebe, die jetzt auf Bio umstellen wollen, stünden vor verschlossenen Türen.

Zusätzlich sorgt die geplante Neuregelung der Neuen Gentechnik auf EU-Ebene für Verunsicherung. Der Ansatz der Europäischen Kommission sieht vor, einen Großteil der NGT-Pflanzen vom bestehenden Gentechnikrecht auszunehmen. Zwar bleibe Bio weiterhin gentechnikfrei, doch eine Deregulierung ohne verpflichtende Kennzeichnung und wirksamen Patentschutz gefährde Wahlfreiheit, Koexistenz und langfristig die Ernährungssicherheit.

Bio Austria fordert daher einen gesicherten Zugang zur Bio-Förderung für umstellungswillige Betriebe, eine verpflichtende Kennzeichnung von NGT sowie keinen Patentschutz auf Pflanzen und genetische Eigenschaften.

www.bio-austria.at

www.amainfo.at

www.biofach.de

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