Konkursverfahren beantragt
Millionenpleite einer bekannten Leiharbeiterfirma

| Tobias Seifried 
| 22.01.2026

Vom Konkurs des Spezialisten für die Zurverfügungstellung von Arbeitskräften an Dritte sind mehr als 40 Dienstnehmer:innen betroffen. Größter Gläubiger ist das Finanzamt Österreich.

Die derzeit schwierige Lage am heimischen Arbeitsmarkt wird nun durch die Pleite einer bekannten Leiharbeiterfirma untermauert. Wie der KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) informieren, hat die Spartacus Arbeitskräfteüberlassungsges.m.b.H. beim Landesgericht Korneuburg die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt.

Finanzamt ist Großgläubiger

Das 1997 gegründete Unternehmen mit Sitz in Korneuburg stellt Arbeitskräfte zur Arbeitsleistung an Dritte zur Verfügung und beschäftigt zum Zeitpunkt der Antragstellung 44 Dienstnehmer:innen – davon sind zwei vollzeitbeschäftigte und zwei teilzeitbeschäftigte Angestellte sowie 29 vollzeitbeschäftigte und elf geringfügig beschäftigte Arbeiter:innen.

Wie aus dem Antrag hervorgeht, belaufen sich die Verbindlichkeiten auf knapp 1,17 Millionen Euro – ohne etwaige Dienstnehmerforderungen. Gemäß den vorliegenden Unterlagen sind vom Insolvenzverfahren derzeit fünf Gläubiger:innen betroffen. Laut AKV ist das Finanzamt Österreich der Großgläubiger.

Ursachen

Gründe für die Pleite sind Spartacus zufolge Forderungsausfälle infolge von Insolvenzen von Kunden sowie die gesunkene Auftragslage seit dem Jahr 2024. Aufgrund dieser Umstände seien erhebliche Rückstände, insbesondere bei Abgabenverbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt Österreich entstanden. Hier ist von rund einer Million Euro die Rede.

Das Unternehmen verfügt über kein Liegenschaftsvermögen, hat aber knapp 197.000 Euro am Konto. Weiters stehen Spartacus offene Forderungen gegenüber Kunden von rund 50.000 Euro zu, deren Einbringlichkeit und Werthaltigkeit durch den Insolvenzverwalter überprüft werden muss.

Verkauf angestrebt

Bedingt durch die gesunkenen Umsätze sowie unter Berücksichtigung des Umstandes, dass langjährige Mitarbeiter:innen, teilweise mit Abfertigungsansprüchen bestehen, sei eine längerfristige positive Fortführung des Unternehmens voraussichtlich nicht mehr möglich. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird ein Verkauf angestrebt.

Da aktuell eine Kostendeckung gegeben sein, sollte den Kreditschützer:innen zufolge ein vorübergehender Fortbetrieb bis zum Verkauf möglich sein. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Horst Winkelmayr bestellt, so der KSV1870.

www.ksv.at

www.akv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV