Von Gault&Millau
Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen beim großen Krapfentest

| Janet Teplik 
| 22.01.2026

Beim diesjährigen Gault & Millau-Test langen die ersten drei Plätze nur einen Punkt auseinander. Ein solch knappes Ergebnis wie heuer gab es seither noch nie. 

Auch 2026 testen sich die Kulinarik-Expert:innen von und rund um Gault&Millau wieder durch das heimische Angebot. Da die Faschingszeit nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt, beginnt die große Testreihe heuer mit der Verkostung von Krapfen. Wie immer wurden die frittierten Teiglinge anonym eingekauft – ausnahmslos am Morgen des Verkostungstages. So viel sei schon vorweg verraten: Obwohl alle am selben Tag gekauft wurden, gab es deutlich wahrnehmbare Frische-Unterschiede. 

Wer an der Verkostung beteiligt war

Die Jury bestand erneut aus einer Riege namhafter Vollprofis. So nahmen etwa Chief of Sugar” Jürgen Vsetecka (Patissier im Café Prückel), Kristin Bühn (Patissière bei Crème de la Crème), 5-Hauben-Koch Konstantin FilippouRomana Fertl (Sensorikerin), Caroline Schlinter-Maltan (Sensorikerin, Ernährungswissenschaftlerin), Bernadette Bayrhammer (Kulinarik-Journalistin “Die Presse”) und Bernhard Degen von Gault&Millau am Krapfentest teil. 

Worauf geachtet wurde

Die Farbe des Krapfens sollte Goldbraun sein, nur der Kragen, also der daumendicke Rand rund um den Krapfen, sollte deutlich heller sein und möglichst ebenmäßig. Der Duft sollte wiederum frisch und zart hefig sein – keinesfalls aber an altes oder ranziges Fett erinnern. Im Inneren muss die Marillenmarmelade gleichmäßig im Backwerk verteilt und darf weder zu knapp noch zu üppig bemessen sein. Laut dem österreichischen Lebensmittelindex müssen etwa Marillenkrapfen mindestens 15 Prozent Füllmasse bezogen auf das Fertiggewicht enthalten. Ein zu flüssiger oder zu fester Inhalt ist auch nicht gerne gesehen. Zudem sollte die Füllung nach Marillenfrucht schmecken und riechen. Die Süße und Säure sollten dabei gut ausbalanciert sein. Rum in der Marmelade würde zwar polarisieren, sei aber als Geschmackselement legitim, wenn es die Marillenaromatik nicht komplett überdeckt. 

Zur Verkostung

Getestet wurden insgesamt 16 verschiedene Krapfen aus dem Wiener Ballungsraum. Auf Produkte aus dem Supermarkt wurde dabei bewusst verzichtet, da sie fast alle vom gleichen Hersteller stammen. Bewertet wurden Optik, Geruch und Geschmack des Krapfens sowie der Geruch und Geschmack der Marillenmarmelade. Die Frage nach dem Zuckergehalt wurde bei der Bewertung weitgehend ausgeblendet, denn es sollte keine wertende Rolle spielen, wenn der Staubzucker ob der Verpackung bzw. des Transports nicht mehr ebenmäßig war oder ob Kristallzucker verwendet wurde. 

Pro Verkoster:in war eine Höchstwertung von 50 Punkten möglich, insgesamt also ein rein theoretischer Höchstwert von 350. Das Ergebnis war dabei so knapp wie noch nie, denn die ersten drei Plätze lieferten sich mit einem Punkt Unterschied ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Der schlussendliche Sieger-Krapfen erreichte dabei eine Punktzahl von 280, gefolgt vom zweiten und dritten Platz mit je 279 Punkten.

© Gault&Millau / Stefan DonatDie Krapfen wurden im Rahmen einer Blindverkostung getestet © Gault&Millau / Stefan Donat

Das Ergebnis des Krapfentests 2026

Die heurige Top 10 besteht aus:

1. Öfferl – 3,90 Euro
2. k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel – 3,90 Euro*
2. k.u.k. Hofzuckerbäckerei Heiner – 2,33 Euro*
4. Der Mann – 1,80 Euro
5. Felber – 1,80 Euro
6. Felzl – 2,20 Euro*
6. Heberer – 2,20 Euro*
8. Ströck – 1,75 Euro
9. Geier – 1,45 Euro
10. Nöbauer – 1,65 Euro

© Gault&Millau / Stefan DonatDer Siegerkrapfen © Gault&Millau / Stefan Donat

Wie der Krapfentest im vergangenen Jahr ausgesehen hat, können Sie hier herausfinden. 

www.gaultmillau.at

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