Holding in Konkurs
Sanierung des Baustoffhändlers Quester ist gescheitert

| Tobias Seifried 
| 21.01.2026

Nachdem die Verhandlungen mit einem möglichen Investor gescheitert sind, hat die Holding Konkurs beantragt. Für die zuletzt noch rund 260 verbliebenen Beschäftigten ist die Zukunft somit äußerst ungewiss.

Anfang November 2025 wurde über die Quester Baustoffhandel GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Am 8. Jänner 2026 fand die erste Prüfungstagsatzung am Handelsgericht Wien statt. Dabei wurde bekannt, dass 674 Gläubiger:innen rund 55 Millionen Euro an Forderungen angemeldet haben, einige Filialen geschlossen wurden und die Sanierung gelingen dürfte (LEADERSNET berichtete). Doch nun hat sich das Blatt leider gewendet.

Holding beantragt Konkurs

Wie der KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Mittwoch mitteilten, wurde über das Vermögen der Quester Holding am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren beantragt. Die 2019 gegründete Gesellschaft hält 100 Prozent der Anteile am insolventen Baustoffhändler und übt als Holdinggesellschaft eine reine Beteiligungsfunktion aus, die zudem den einzigen Vermögenswert der Holding darstellt.

Gemäß den vorgelegten Unterlagen sind von diesem Insolvenzverfahren derzeit drei Gläubiger:innen mit Gesamtforderungen von rund 16,4 Millionen Euro (im Liquidationsfall) betroffen. Aufgrund der reinen Holdingfunktion beschäftigt die Schuldnerin keine Mitarbeiter:innen.

Verhandlungen gescheitert

Im Zuge des Sanierungsverfahrens der Quester Baustoffhandel GmbH war der Verkauf der Anteile an der Quester Holding an einen Investor verbunden mit einem Forderungsverzicht der Altgesellschafter zur Ermöglichung der Sanierung der Quester-Gruppe geplant. Die Verhandlungen und die Sanierungsbemühungen der Holding sowie des Bustoffhändlers sind gescheitert. Eine Sanierung wird nicht angestrebt.

"Im Sanierungsverfahren der Quester Baustoffhandel GmbH wird daher der Sanierungsplan zurückzuziehen sein", so Tanja Schartel vom KSV1870. Laut AKV habe die Insolvenzverwaltung nun bestehendes Vermögen bestmöglich zu verwerten sowie offene Forderungen einbringlich zu machen. Ein allfälliges Masseguthaben sei am Ende des Verfahrens als Verteilungsquote an die Gläubigerschaft auszuschütten.

Ungewisse Zukunft

Wie es mit den verbliebenen Standorten weitergeht und ob es Interesse von Konkurrenten gibt, ist noch unklar. Zum Zeitpunkt der ersten Insolvenzmeldung im November 2025 waren bei Quester noch rund 320 Mitarbeiter:innen beschäftigt, wobei nach den ersten neun Filialschließungen bereits 64 Dienstnehmer entlassen werden mussten.

www.ksv.at

www.akv.at

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