Update zum Sanierungsverfahren
Quester-Pleite: 55 Millionen Euro an Forderungen und Hälfte der Filialen geschlossen

| Tobias Seifried 
| 08.01.2026

Bei der Prüfungstagsatzung im Sanierungsverfahren des Baustoffhändlers kamen zahlreiche Details über die Insolvenz ans Licht. Viele von den zuletzt 320 Mitarbeiter:innen haben mittlerweile ihren Job verloren. 

Anfang November 2025 wurde über die Quester Baustoffhandel GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet (LEADERSNET berichtete). Am 8. Jänner 2026 fand die erste Prüfungstagsatzung am Handelsgericht Wien statt. Dabei wurde bekannt, dass 674 Gläubiger:innen bisher rund 55 Millionen Euro an Forderungen angemeldet haben. Zwölf Millionen Euro davon wurden anerkannt, 43 Millionen Euro werden bestritten, berichtet Stephan Mazal von Creditreform. Die bestrittenen Forderungen werden demnach teilweise noch geprüft und es ist mit weiteren Anerkennungen zu rechnen.

Das 1934 gegründete Traditionsunternehmen mit Hauptsitz in Wien vertreibt Baustoffe und Fliesen für Gewerbe- und Privatkunden in Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Insolvenzursache waren Quester zufolge drastische Umsatzrückgänge seit 2022 aufgrund der Krise in der Immobilien- und Baubranche. Bis 2024 verringerte sich der Umsatz von 201 Millionen Euro auf jährlich 130 Millionen Euro. Bereits vor Insolvenzeröffnung wurde auf die gesunkenen Umsätze mit Personalabbau und Filialschließungen reagiert.

Sanierungsmaßnahmen

"Das Unternehmen wird durch eine Halbierung des Filialnetzes und massiven Stellenabbau auf Sanierungskurs gebracht. Von 18 Filialen wurden bereits neun geschlossen", sagt Mazal. Schon im Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung beschäftigte die Schuldnerin nur noch 320 Dienstnehmer:innen von ursprünglich 421. Durch die Standortschließungen Mitte Dezember (siehe Infobox) wurden weitere 64 Dienstverhältnisse beendet.

Sanierungsplan

Laut Creditreform verlaufe die Fortführung des Unternehmens positiv. Über den angebotenen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent stimmen die Gläubiger:innen am 5. Februar 2026 ab. Der Sanierungsplan soll durch den Einstieg eines Investors sowie aus dem operativen Betrieb finanziert werden. "Die Angemessenheit des Sanierungsplans aus Sicht der Gläubiger:innen kann jedoch erst nach Abschluss der Investorengespräche beurteilt werden", erläutert der Creditreform-Insolvenzexperte abschließend.

www.creditreform.at

Standortschließungen

Folgende Quester-Standorte wurden mit 16.Dezember 2025 geschlossen.

Kärnten

  • Baustoffhandel Villach, Ferdinand-Wedenig-Straße 12a, 9500 Villach/Zauchen
  • Fliesenhandel Villach, Bruno-Kreisky-Straße 33, 9500 Villach

Steiermark

  • Baustoffhandel Graz, Kalsdorferstraße 46, 8073 Feldkirchen bei Graz
  • Fliesenhandel Graz Puntigam, Puntigamer Straße 124, 8055 Graz
  • Baustoffhandel Leoben, Waltenbachstraße 7, 8700 Leoben
  • Baustoffhandel Krieglach, Roseggerstraße 156, 8670 Krieglach

Wien

  • Baustoffhandel Wien West, Johann-Schorsch-Gasse 1A, 1140 Wien

Niederösterreich

  • Baustoffhandel Schwechat, Klederinger Straße 2, 2320 Schwechat
  • Baustoffhandel Mödling, Friedrich-Schiller-Straße 96a, 2340 Mödling

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Standortschließungen

Folgende Quester-Standorte wurden mit 16.Dezember 2025 geschlossen.

Kärnten

  • Baustoffhandel Villach, Ferdinand-Wedenig-Straße 12a, 9500 Villach/Zauchen
  • Fliesenhandel Villach, Bruno-Kreisky-Straße 33, 9500 Villach

Steiermark

  • Baustoffhandel Graz, Kalsdorferstraße 46, 8073 Feldkirchen bei Graz
  • Fliesenhandel Graz Puntigam, Puntigamer Straße 124, 8055 Graz
  • Baustoffhandel Leoben, Waltenbachstraße 7, 8700 Leoben
  • Baustoffhandel Krieglach, Roseggerstraße 156, 8670 Krieglach

Wien

  • Baustoffhandel Wien West, Johann-Schorsch-Gasse 1A, 1140 Wien

Niederösterreich

  • Baustoffhandel Schwechat, Klederinger Straße 2, 2320 Schwechat
  • Baustoffhandel Mödling, Friedrich-Schiller-Straße 96a, 2340 Mödling

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